Bodin
Bodmer
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auf Getreide, Salz und Seewein, wie man den Wein dieser Gegend nennt. Erist seit 1695 nie wieder ganz zugeftoren. 1824 ward auf ihm eine Dampfschiff-fahrt eingerichtet. S. Schwab: „Der Bodensee" (Stuttg. 1827, m. CH.), undSöltl: „Der Bodensee mit seinen Umgebungen" (Nürnb. 1828).
Bodin (Jean), Staatslehrer des 16. Jahrh., geb. 1530 oder 1529 zuAngers, studirte zu Toulouse die Rechte und trat ebendaselbst als Lehrer der Rechteauf, begab sich darauf nach Paris und prakticirte. Da es ihm in dieser Lauf-bahn nicht gelang, Aufmerksamkeit zu erregen, so widmete er sich literarischen Ar-beiten. Der Ruf seiner Gelehrsamkeit und seines Witzes bewog Heinrich III.,ihn an seinen Hof zu ziehen. Allein da er durch Nebenbuhler in dessen Gunst ver-drängt ward, so schloß er sich an den Bruder des Königs, Franz, Herzog von Alen-yonund Anjou, an, der ihn zu seinem Eabinetssecretair machte, auch ihn mit aufseine Reisen nach England und Flandern nahm. In Cambridge fand er sich sehrgeschmeichelt, über sein Buch „Vom Staate" (zuerst französisch, dann von Bodinselbst ins Lateinische übersetzt) lesen zu hören. Als der Herzog starb, begab er sich,seiner Hoffnungen beraubt, nach Laon, heirathete daselbst, erhielt eine Gerichts-stelle und wurde von dem dritten Stande in Vermandois 1576 als Abgeordneteran die Stände von Blois geschickt. Hier vertheidigte er die Rechte des Volks unddie.Gewissensfreiheit der Bürger, wodurch er sich bei dem Hofe viele Feinde zuzog.Auch bewirkte er, daß die Stadt Laon sich 1589 für dis Ligue erklärte, indem ervorstellte, daß der Aufstand so vieler Städte und Parlamente zum Besten desHerzogs von Guise kein Aufruhr, sondern eine gewaltsame Staatsveränderung(Revolution) genannt werden könne. Nachher unterwarf er sich jedoch Heinrich IV.Er starb 1596 zu Laon an der Pest. Sein Hauptwerk ist das genannte „Vs Inröpubligue", worin er den ersten vollständigen Versuch einer wissenschaftlichenBearbeitung der Staatslehre gab, und, durch seine Erfahrung bestimmt, zwischenden Anhängern der Monarchie und Demokratie einen Mittelweg einzuschlagensuchte. Seine „ Oaemonoinani« " und sein „Vllestrum anlversae naturae"(Lyon 1596) beweisen, wie sich in seinem Geiste Gelehrsamkeit mit Aberglaubenverband; der Vorwurf des Atheismus aber, den ihm sein „üeptsploineron" vor-nehmlich zugezogen, rührt von dem religiösen Jndifferentismus her, den man indemselben zu seiner Zeit wahrnahm.
Bodmer (Johann Jakob), ein berühmter deutscher Dichter und Literator,geb. zu Greifensee bei Zürich den 19. Juli 1698. Sein Vater, welcher Pfarrerwar, bestimmte ihn dem geistlichen Stande, dann dem Handel; aber der Sohnverzichtete auf Beides, um seiner Neigung zur Poesie und den historischen Wissen-schaften zu folgen. Er hatte früh nicht nur die griech. und röm. Dichter, sondernauch die Meisterwerke der franz., engl, und italien. Literatur kennen gelernt. DieArmuth und Geschmacklosigkeit der deutschen Literatur seiner Zeit leuchtete ihm umso mehr ein, und er glaubte sich ebenso viel Verdienst als Ruhm zu erwerben, wenner als Reformator derselben aufträte. Zu diesem Ende verband er sich mit Brei -tinger (s. d.) und andern jungen Gelehrten und trat 1721 mit einer Zeitschriftauf: „Discourse der Maler", worin einige deutsche Dichter, die damals in großemAnsehen standen, vor den Richterstuhl einer neuen Kritik gezogen wurden. So un-sicher auch zum Theil die Ansichten, so gehaltlos und leer auch viele Urtheile dieserjungen Kunstrichter waren, so sichtbar parteiisch gegen die Deutschen sich auch B.zeigte (er verwarf unter Anderm den Reim und die Musik unbedingt, verurtheilteHans Sachs ohne alle Gnade u. dgl. m.), so machten doch schon der keck und dreistausgesprochene Tadel, der damals etwas Ungewöhnliches war, und der erweiterteBlick auf die ältere deutsche Poesie großes Aufsehen und regten zu weitern Nachfor-schungen an. Gottsched, dieser berühmte Aristarch, der selbst für den erstenStimmführer in der schönen Literatur gelten wollte, sprach sich anfangs zu Gunsten