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2 (1830) Bo bis C
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4 Boccherini Bocksbeuteleien

zu Rouen den Preis. -Hierauf versuchte sie eine Nachahmung von demVerlore-nen Paradies" in 6 Gefangen, dann vomTod Abel's"; gab eine Tragödie:Die Amazonen", und ein Gedicht in 10 Gesängen:Die Colombiade", heraus.Madame du B. ward von ihren Zeitgenossen mit einem Feuer gepriesen, welchesnur ihr Geschlecht und der Reiz ihres Betragens entschuldigen können, kormsVenus, Site Mneiva, war der Wahlspruch ihrer Bewunderer, unter die selbstVoltaire, Fontenelle und Clairaut gehörten. Sie war von den ausgezeichnetstenMännern umgeben, und eine Menge Gedichte, welche gesammelt mehre Bändefüllen würden, priesen sie. Am anziehendsten sind die Briefe, die sie auf ihrenReisen in England und Holland schrieb, und aus denen man am deutlichsten denEindruck kennen lernt, den sie auf ihre Zeitgenossen machte. Die Werke dieser be-rühmten Frau sind ins Engl., Deutsche, Span. u. Italienische übersetzt.

Boccherini (Luigi), ein berühmter Jnstrumentalcomponist, geb. den14. Jan. 1740 zu Lucca, erhielt vom Abt Vanucci, Musikmeister des Erzbischofs,den ersten Unterricht in der Musik und auf dem Violoncelli. Sein Vater, ein ge-schickter Contrabassist, bildete seine glücklichen Anlagen mit Sorgfalt und sandteihn endlich nach Rom, wo er sich durch ebenso zahlreiche als treffliche Compositio-nen großen Ruhm erwarb. Wenige Jahre darauf kam er nach Lucca zurück. Fi-lippino Manfred!, ein Schüler Nardini's und Landsmann B.'s, war gerade da-selbst. Sie wurden innige Freunde und gingen nach Spanien, dessen Regent dieersten Talente um sich versammelte. B., den der König mit Ehren und Ge-schenken überhäufte, ließ sich leicht bewegen, in Spanien zu bleiben. Erwarbbei der Akademie angestellt, mit der Verpflichtung, jährlich 9 Stücke seiner Com-position zu liefern, welches B. auch leistete, bis er 1806 in seinem 66. Jahre zuMadrid starb. Der König von Preußen, Friede. Wilh. H., der ein großer Lieb-haber des Violoncells war und seine Compositionen liebte, ertheilte ihm eine an-sehnliche jährliche Pension unter der Bedingung, ihm jährlich einige seiner Quar-tetten und Quintetten einzusenden. Die Compositionen, die B. selbst heraus-gegeben hat, im Ganzen 58 Werke, sind Symphonien, Sextetten, Quintetten,Quatuors, Trios, Duetten und Sonaten für Violine, Violoncell und Forte-piano. Außerdem gab es noch mehre Quintetten und einzelne Gesangstücke vonihm in der Handschrift, von denen einige Sammlungen-nach seinem Tode (beiSimrock in Bonn) erschienen sind. Für das Theater hat er Nichts gearbeitet, undfür die Kirche ist unter seinen herausgeg. Sachen das einzige8tsb»t irrster".Die Adagios von. B. sind die Bewunderung der Kenner und die Verzweiflung derKünstler seiner Zeit gewesen. Man kann B. als den Vorläufer Haydn's ari-schen, denn er hat zuerst Jnstrumentalquartetten geschrieben, wovon alle Partienobligat gearbeitet sind, und den wahren Charakter dieser Gattung bestimmt.Seine mel.vdiösen Compositionen werden in Frankreich und Spanien mehr nochals in Deutschland geschätzt.

Bocchetta, ein enger, durch 3 Schanzen geschützter Gebirgspaß derApewninen, welcher aus der Lombardei nach Genua führt. Er ward in dem östr.Erb folgekriege (1746 u. 1747) und in dem franz. Kriege gegen das Ende des 18.Jahrh. durch wichtige Ereignisse bezeichnet.

Bocksbeuteleien, veraltete Gewohnheiten, ein Halten an dem Her-kömmlichen und Förmlichen auch da, wo der beabsichtigte Zweck diese Beibehaltungnicht mehr nöthig macht. Der Ausdruck schreibt sich von den Beuteln her, in wel-chen im Mittelalter die Rathsherren, besonders in Hamburg (vgl. Zimmermann'sChronik von Hamburg", S. 384), die Statuten auf das Rathhaus trugen.Diese Beutel heißen im Niedersächsischen Bocksbüdel (Buchsbcutel). Da nun diespätere Zeit in den Statuten der frühem Zeit manche für sie nicht mehr passendeAnordnung entdeckte, so nannte man das Dringen auf die Beibehaltung solcher