Schultens Schulwesen 899
> „Über die Organisation öffentlicher Schulen und Erziehungsanstalten". Dann sindSchulschristen eigentliche Schul-, d. i. Lehrbücher, die sowol für die besondcrn Gegen-stände des Schulunterrichts überhaupt als auch für das cigenthümliche Bedürsnißgewisser Lehranstalten besonders eingerichtet sein können. Letztere machen, wennsie nicht, was rathsamer ist, von dem Schüler selbst angeschafft werden und dessenEigenthum bleiben, einen Theil des sogen. Schulapparats aus, wohin insbe-sondere alle für ganze Elasten eingerichtete gemeinschaftliche Lehrmittel, als Wand-- charten, Lehrtafeln und Tabellen, Instrumente, Sammlungen, sowie Schultabel-1 len, in welche die Namen der fehlenden Schüler eingetragen werden, eine Abschrift1 der Schulgesetze, wo solche vorhanden sind, Censurlisten und dcrgl. gehören. Es isthier nicht der Ort, die wichtigsten Schul - und Lehrbücher einzeln zu nennen. Wirbemerken nur, daß unter den gemeinschaftlichen Bildungsmitteln die Schulgcbeteund Schullieder die größte Beachtung verdienen, und daß in beider Hinsicht unsereLiteratur einige ausgezeichnete Musterschristen besitzt. Gute Gebetsformulare, diejedoch nach der eigenthümlichen Beschaffenheit jeder Lehranstalt leicht abgcändertwerden können, haben Plato, Dinker, Schlachter, Mai u. A. versaßt. Schulgesang-bücher haben Salzmann, Niemeyer, Plato und Dolz, Zerrenner u. A. gesammelt.Im weitern Sinne kann man auch diejenigen Volkslieder, welche sich zum Gesängefür Schulen und die Jugend überhaupt eignen, Schullieder nennen. In Lindner's„Musikalischem Jugendfreunde" sind solche Gesänge gesammelt. Übrigens verwei-sen wir aufStephani's „Schulfreund für die deutschen Bundesstaaten", 13.Bdchn.,1830, und auf die „Schulzeitung", welche Dilthey (Eonsistorialrath in Darmstadt)1 und v Zimmermann (Hofprediger in Darmstadt) seit 1824 angefangen haben, undi welche l>. Zimmermann jetzt allein herausgibt. 20.
Schultens (Albrecht), einer der berühmtesten Orientalisten, war 1686 zuGroningen geb., studirtc dort, zu Leyden und Utrecht, außer der Theologie beson-ders die arabische Sprache, ward 1711 Prediger zu Wassenaer bei Leyden, 1713Prof, der orientalischen Sprachen, und 1717 Universitätspredigcr zu Franeker. Inder Benutzung des oriental. Sprachschatzes brach er eine bessere Bahn, indem er diemit der hebräischen verwandten morgenländischen Sprachen, vorzüglich die arabi-^ sche, kritischer benutzte, und eine neue, das Studium dieser Sprache sehr erleich-ternde Methode erfand. Sebr bald wirkte er durch dieselbe aufseine Landsleute;später aber folgenreicher auf die Deutschen. Vorzüglich geschah dies durch die , Ori-gine8 Iiedraese 8>ve Iiobraeae linAuao antigu>88im» natura et iiulolea etc."^ (Franeker 1724; 2. Tbl., Leyden 1733), noch mehr aber durch die „liwtitutivnes° all kundamouta linzuae Iiedr." (cbend. 1737, 4.), von denen man einen holländ.
^ und lat. Auszug hat. Er starb am 26. Jan. 1750. — Rübmlich trat in s. Fuß-
, tapfen sein Sohn, JohannJakvb, geb. zu Franeker 1716, studirte zu Leyden,wurde 1742 zu Herborn Prof, der oriental. Sprachen und der Gottesgelahrtheit^ und starb dort d. 27. Nov. 1778. Man hat von ihm mehre gelehrte Dissertationen
> und Abhandlungen. — Sein Sohn, Heinrich Albrecht, zuerst von seinemVater gebildet studirte nachher zu Oxford, und ward nach seiner Rückkehr Prof, derorientalischen Sprachen und der Alterthünier am Athenäum zu Amsterdam. Als s.Vater starb, erhielt er dessen Stelle in Leyden und starb 1793. Ec hinterließ mehre
^ gelebrte Werke, besonders eine arabische Anthologie. S. auch „H. A. Schultens,eine Skizze von Fr. Th. Rink" (Riga 1794).
> Schulwesen, das, ein Hauptgegenstand der sogen. Erziehungspolizei, istder Inbegriff aller derjenigen Anstalten und Leistlingen, durch welche Staat undKirche ihre gemeinschaftliche Bestimmung, den Menschen als ein sinnliches Ver-nunftwesen naturgemäß auszubildcn, zu erreichen sich bestreben. Wie dies gesche-hen soll, zeigt die Pädagogik; wie dies geschehen kann, zeigt die Politik. Beidevereinigen sich in der allgemeinen Vorschrift, daß in der Schule Wissen und Glau«