Druckschrift 
9 (1830) R bis Schu
Entstehung
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R.

N»-, der 18. Buchstabe des deutschen Abc, und der 4. der sogenannten Halblau-ter oder fließenden Buchstaben. Er gehört zu den Zungenbuchstaben und wird miteiner zitternden Bewegung der Zungenspitze gegen den Gaumen ausgesprochen.

Raab (liturinum), Hauptstadt der ungarischen Gespannschaft gl. N., am, Einfluß der Raab in die Donau, liegt angenehm, ist wohlgebaut und hat 1600Hauser, ein Schloß, 6 Kirchen, mehre Vorstädte und 13,700 Einwohner, welcheWeinbau, Seiden- und beträchtliche Tuchweberei treiben. Raab ist der Sitz einesBischofs, einer königl. Akademie, und hat ein Seminarium, kathol. Archigymna-sium und ein luther. Gymnasium. Jährlich werden stark besuchte Jahrmärkte ge-halten. In der Schlacht bei Raab am 14. Juni 1809 wurden die Östreicher un-ter dem Erzherzog Johann und das ungarische Jnsurrectionsheer unter dem Pala-tin von den Franzosen unter Eugen besiegt.

Rabatt (Disconto, Sconto, a. d. Jtal.), in der Kaufmannssprache einAbzug an Gelds, den der Käufer bei gewissen Waaren genießt, wenn er baar oderin kurzer Frist bezahlt. Die Berechnung des Rabatts ist in den verschiedenen Han-delsplätzen verschieden. In Hamburg und Amsterdam wird er auf 100 gerechnet,das heißt z. B. für 1064 Thlr. Waare wird 100 Thlr. bezahlt. In Leipzig und initalienischen Handelsplätzen rechnet man ihn dagegen in 100, und zahlt also da für100 Thlr. Waare nur 934 Thlr.

Rabaut-St.-Etienne (Jean Paul), der erste Geschichtschreiber derscanz. Revolution, geb. 1742 zu Nismes, aus einer der ältesten protestantischenFamilien, bekleidete ein Kirchcnamt in seiner Vaterstadt, als er 1789 zum Ab-geordneten in der Ständeversammlung erwählt wurde. Als ein Freund der gesetz-lichen Freiheit empfahl er stets der constituirenden Versammlung Frieden und Ein-tracht; er vertheidigte jede von Gerechtigkeit und Vernunft empfohlene Maßregel,insbesondere foderte er die Freiheit des Gottesdienstes für Frankreich. Als Mit-glied des Constitutionsausschusses widmete er sich seinem Aufträge so eifrig, daß ernur selten den Rednerstuhl betrat. 1790 wurde er zum Präsidenten erwählt.Bis zur Berufung der gesetzgebenden Versammlung beschäftigte er sich mit seinerHistorischen Übersicht der franz. Revolution", eine Schrift, die freilich alle Män-gel hat, denen eine mitten im Kampfe der Parteien verfaßte Darstellung kaum ent-gehen kann, die jedoch immer ein schätzbarer Beitrag zur Geschichte der Revolutionbleibt und sich durch die Wahrhaftigkeit des redlichen Berichterstatters und diefeinen Blicke eines denkenden und erfahrenen Mannes auszcichnet. Auch in demNationalconvente vertheidigte R. gemäßigte Maßregeln, aber die Tugenden, dieihm in den frühem Versammlungen allgemeine Achtung erworben hatten, gabenin dieser nur Ansprüche auf Verbannung und Tod. Er täuschte sich über die Ge-fahren, die dem wiedergeborenen Staate drohten, bis ihm die Septembergräuclzeigten, wo die wahren Feinde des Vaterlandes zu suchen waren. Ec widersetztesich nun den Wüthcnden mit allen Kräften. Mit Nachdruck erklärte er sich widerdas Verfahren gegen Ludwig XVI. und gegen die Willkürherrschaft. Bei dem Na-menaufruf stimmte er für Verhaftung bis nach dem Frieden und darauf folgendeVerbannung. Am 31. Mai 1793 nebst mehren Mitgliedern, die dem Terroris-mus Einhalt thun wollten, vcrurtheilt, entfloh er, ward geächtet, in der Verbor-Conv.-Lex. Siebente Nufl. Bd. IX. -f I