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den, oder die inlellectUklle und die sittlich-religiöse Bildung sich gegenseitig bedin-gen und durchdringen müssen, wenn der Mensch im Bürger als sinnliches Ver-nunftwesen naturgemäß entwickelt werden soll. Wir verweisen in Ansehung derweitern Ausführung dieses Gegenstandes aus Erziehung, Human, Men-schenbildung,Pädagogik. Philanthropismus und Schulen, sowieauf Pölitz, „Die Erziehungswissenschaft aus d>m Zwecke der Menschheit und desStaats darqestellt" iLeipz. 1806, 2 Tkle.); Krug, „Der Staat und die Schule"(Leipz. 1810;; Grüner, „Hauptpunkte der Erziehungslehrc" (Jena 1821) unddcsselb. Vers. „Versuche einer gemeinfasslichcn, dem Volksschullehrer unentbehr-lichen wissenschaftlichen Vorkenntniß" (Jena 1823). (Vgl. „Hermes", XXlV.)Ferner empfehlen wir die Schrift eines verdienten Schulmannes, v. Christ. Gottl.Rcbs: „Das Leben und die Schule in ihrer Wechselwirkung betrachtet, zur Be-herzigung für Lehrer-, Ältcrn und Erzi-Her" (Leipzig 1827). — Nachrichten überdie deutschen Volksschulen enthalten die von l). Schwarz, I). Wagner, d'Autel undI). Schellenberg herausgeg. „Jahrb. der ollgem. deutschen Volksschulen" (Heidelb.,bis 1827 7Bde); I). Schuderoff's „Jahrb. für Religions-, Kirchen-u. Schul-wesen" (Neustadt, 26. Jahrg. 1827); Beckedorff's „Jahrb. des preuß. Vvlks-schulrvesens ^ (Berlin, 7 Bd. 1827).
Schulz (Friedrich), zuletzt Hofrath und Prof, der Geschichte am akadem.Gymnasium zu Mitau, ward 1762 zu Magdeburg geb. und erhielt durch die skla-vische Erziehung seines Vaters eine Art von Schüchternheit, die er erst in spätemJahren ganz abzulegen im Stande war. Nachdem er sich während s. Schuljahrebesonders auf die franz Sprache gelegt hatte, wagte er es, die Universität zu Hallezu beziehen. Seine Kenntniß der franzvs. Sprache verschaffte ihm dort Unterrichtund Übersi tzungsarbeit. Übrigens erwarben ihm sein Witz und seine gute Laune beiallen Freunden und Landsleuten Unterstützung und gastfreie Aufnahme. Trotz demgerietst er dann und wann in Noch und ging daher 1780 nach Dresden, um dortSchauspieler zu werden. Als ihm dieses mißlang, blieb er m Dresden und triebSchriftstcllerei. In dieser Zeit erschien sein „Karl Treumann und Wilhelnüne Ro-senfeld", ferner „Ferdinand von Löwenhain", „Fritz oder die Geschichte eines Bel-letristen" und andre Schriften. Anfangs war seine Lage in Dresden nichts weni-ger als glänzend; sie verbesserte sich aber, nachdem er und seine Schriften bekann-ter geworden waren. Dann lebte er bis 1791 ohne Amt lheils z>r Wien und Ber-lin, theils auf Reisen, am längsten zu Weimar, wo er sich viele Freunde erwarb.In dieser Zeit bearbeitete er einige franz. schönwissenschafiliche Werke und schriebbesonders seine beiden Kinderromane: „Moritz" und „Leopoldinc", welche allgemei-nen Beifall erhielten. 1789 und 1790 brachte er in Paris zu. Die Frucht diesesAufenthalts war s. „Geschichte der großen Revolution in Frankreich", welche manfür das wahrhaftigste und unparteiischste Gemälde aus jener Zeit erklärt hat, sowiesein Werk über „Paris und die Pariser" das lebendigste und anschaulichste Gemäldejener kleinen Welt darstellt. Von Paris kehrte er 1790 nach Berlin zurück, wo er»inen Ruf als Prof, der Geschichte am akadem. Gymnasium zu Mitau annahm.Ehe er dahin abging, ertheilte ihm noch der Herzog von Weimar das Hofralhs-diplom. In Mitau ward er als Lehrer und als Mensch sehr hochgeschätzt und be-kam sogar Gelegenheit, als Abgeordneter des Bürgerstandcs von Kurland auf demReichstage zu Warschau 1791 eine glänzende Rolle zu spielen. Durch seine ge-schickten Unterhandlungen ward nämlich die Sache des Bürgerstandes, die er zuverlheidigen hatte, sowie die Sache des Herzogs gegen den Adel, im Ganzen sehrgünstig entschieden, obgleich sich daraus weiter keine ersprießlichen Folgen ergaben.Seine „Reise eines Liefländers durch Polen" war das Ergebniß seiner auf dieserSendung gemachten Beobachtungen. 1793 machte er eine Reise nach Italien, vonwo er 1791 zurückkehrte und sich dann abwechselnd in Wien, Berlin, Jena und