NOS 3. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt, l. Capitel.
deS Papstthums (auf Haiti) geschehe nur mit Mord und Unzucht. Manmöge also den Herrn bitten, dieses seclcnmörderische Institut mit dem Haucheseines Mundes zu vertilgen!
Während der Noth des gemeinsamen Vaterlandes und während der zurAbwehrung des fremden schmachvollen Joches unter allen Consessionen mitSchwert und Wort gleich freudig und aufopfernd sich entwickelnden Thätig-kcit trat die Polemik und Reibung fast ganz in den Hintergrund, und nachdem Kriege für die deutsche Sache sah man kathol. und protestantische Völ-ker nach einem Ziele streben, obschon auf dem Wiener Congresse die ziemlichbefremdliche Ausnahme der Abgesandten, welche durch Denkschriften undpersönliches Erscheinen die Interessen der kathol. Kirche in Deutschland zuwahren gedachten, auf Conflicte hindcutete, die sich erst später heraus-stellten. Katholische und protestantische Fürsten traten gemeinsam in dendeutschen Bund, und der bekannte Artikel XVI. der BundcSacte sollteden Mitgliedern beider Consessionen gleiche Rechte sichern"); aber wiewurde er in manchen Ländern praktisch gegen die Katholiken ausgeführt, in-dem der Bundestagbei etwaigen Beschwerden sich für incompetent erklärte -s).
Mit dem Jubeljahre der Reformation (1817), da der Protestantismusfreudetrunken sein großes Fest feierte, begann von den Kanzeln herab, mehrnoch in Schriften von übersprudelnden ultra-protestantischen Autoren einegehässige Polemik gegen den Katholicismus und die Katholiken, die in immergrößere Kreise sich ausdehnend dadurch eine historische Bedeutung gewann,daß sie die Katholiken für ihre politischen Rechte und namentlich den Katho-licismus in seinem Bewußtsein allmälig zu Steigerung der Gesinnung undzu größerer Innerlichkeit führte. Auf der andern Seite gewährte man inSachsen, wo von jeher die Polemik zwischen Katholiken und Protestantenlebhaft aufgcfaßt und geführt wurde, den Versuch, die Katholiken und denKatholicismus politisch zu verdächtigen'), wogegen sich vie Bischöfe Eng-lands im Jahr 1826 so energisch ausgesprochen haben (s. S. 1030.)
Neben vielem Andern hat des groben Voß'') unedler Streit mit Stol-berg ') diesen zu einer Antwort herausgcfordert, welche, wie Alles, wasaus der Feder Stolberg'S geflossen, die Katholiken zu einer edlen, warmenVerteidigung ihres Kirchenthumö anregte. Nachdem die Tagesprcsse, sichanklammernd an flüchtige Erscheinungen und Individuen, namentlich an Con-versionen und Convertiten, und nachdem sogar in höchst bedenklicher WeisedjeBelletristik, besonders in Romanenform'') sich dieses Gegenstandes zurBe-
*1 Artikel XVI. lautet: „Die Verschiedenheit der christl. Religionsparteicnkann in den Ländern und Gebieten des dem. Bundes keinen Unterschied in demGenuß der bürgerlichen und politischen Rechte begründen." — ch) lieber d. Ket-tcnburg'schc Angelegenheit s. Katholik 1853. Juni.
1) Tzschirncr, Protestantismus u. Katholicismus aus dem Standpunkte derPolitik. 4. Äufl. Lpz. 824. Dagegen Abt M. Prcchtl, Beleuchtung der Tzschir-nerschcn Schrift: Protestant, u. Katholicism. Sulzb. 823; Bemerkung ei». Pro-testant. in Prcuß. üb. d. Tzschirncrschen Anfeindung, der röm. kathol. Kirche.Offenb. 824. Eine andere Beleuchtung d. Tzschirn. Schr. v. Wilh. V.«chütz827.
21 Boß, wie ward Fritz Stolberg ein Unfreier? Sophronizon 8l9. Bd. III.Briefwechsel zwischen H. Boß u. Jean Paul. Vgl. Freib. Kirchenlcr. Bd. XII. S 1055.
31 Stolberg, Abfertig, der Schmähschr. des Hofraths Voß. Hamb. 820.Vgl. Stolberg u. Nr. Paulus zu Heidelberg (v. Fr. Geigers. Mainz 1820.Stolberg u. Sophronizon od. üb. d. Glaubwürdig!, des Nr. Paulus. Main; 821.
4) Bretschneidcr, Heinrich u. Antonio. Schr richtig bemerkt der Verfasserper Broschüre: „der Freiherr v. Sandau aus dem Richtplatze einer unbefangenen