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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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1099
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§. 420. Gegenseitiges Verhältnis« der Katholiken u. Protestanten. 1090

§. 420. Gegenseitiges Verhältniß der Katholiken n. Protestanten.

Vgl. Ued. die gegenwärtige Stellung der kathvl. Kirche zu den von ihr getrenn-te» Confcssionen. (Hi stör, polit. Blätter Bd. I. S. AI -4 t.)Während der Aufklärungs- und Jlluminatenperiode, wie überhauptwährend der revolutionären Vorbildungen und Kämpfe, trat, da allgemei-ner Indiffcrcntismus ^) in Beziehung auf religiöse Angelegenbeitcn,thcilweisc sogar Atheismus oder nackter DcismuS die Gebildeten ergriff, diePolemik zwischen Katholiken und Protestanten weniger zu Tage. Bei derallgemeinen Erschlaffung liest der große Haufe eines Theils die religiösenDifferenzpunkte unbeachtet, und die großen und aufgeklärten Geister hielten nicht der Mühe Werth, kathvl. Institute erst zu benagen. Der Kampf derSchriftsteller gegen die Kirche trug daher weniger ein symbolisch-protestan-tisches, als vielmehr ein revolutionäres Gepräge, und man verunglimpfteden Katholicismus nur dadurch, daß mau sich an einzelne seiner Erscheinun-gen, namentlich an die Jesuiten machte. Der alte Planck'), ziemlich unbe-rührt von der Verwirrung seiner Zeit, hielt den Protestanten mit nachdrück-lichem Ernste vor, wie selbst die Bessern unter ihnen sich an einem Zerrbildedes Katholicismus, einem wahrhaft traditionellen Lügcnwerke ergötzten, ohnein die Tiefe zu dringen, sa ohne die wahre kathvl. Lehre nach den allgemeingültigen Symbolen einmal zu kennen, womitM arheineke überciustimmte.Die immer wiederholten Verdrehungen und Entstellungen des Katholicismusin protestantischen Neligionsbüchcrn und Katechismen, von denen wir nur den1843 erschienenen Katechismus der Duisburger Krcissynodeüber die Unterscheidungslehren der Katholiken und Protestanten hcrvorhebcn,legen bis zur Stunde Zeugniß davon ab'). Ja eS gingen sogar fast sämmt-lichc protestantisch-theologische Faeultäten Preußens in ihren Gutachten überBruno Bauer in ihremevangelischen Eifer" so weit: daß sie fastabsichtlich ihr unklares und in Beziehung aus das, was cigenth ü mlichchristlich " sein soll, merkwürdig widersprechendes Gerede ans den Katho-licismus lenkten und diesen frischweg mit dem Deismus und Naturalismusso ziemlich auf eine Bank setzten '). Professor Harleß zu Erlangen, einerder Hauptstimmführer des Protestantismus, entblödetc sich sogar nicht, inseiner Zeitschrift für Protestantismus (Juli 843. S. 7780) die katholischeKirche die babylonische Hure zu nennen und zu behaupten: die Einführung

Vgl. Gen gl er, Katholicismus u. Protestantismus, üb. die angeblich zuhoffende Jndifferenzirung beider Tüb Q.-Sck'r. 832. S. 203 ff. > s. auch Be-trachtung üb. den Jndiffcrcntismus. (Hist, polit Blätt. Dd.VIII. S. 751 ff.)

l) Planck, Abriß ein. histor. u. vergleich. Darst. der dogmat. Systeme. 3.Aust. Gott. 822. S. 7783. Vgl. Brenner, das Gericht od. Aufdeckung derIlnwisscnh. u. Unredl, luth Doctor. der Thcol 2 A. Bamb. 830.

2> Vgl.die Wahrheitsliebe u. Unparteilichkeit Protestant. Lehrbücher" im Ka-tholik l84l. Ang. Beil. Dem Duisburger Katechismus setzte die kaihol. Pfarr-geistlichkcit zu Crcfeld entgegen: Katechismus üb. die Unterscheidungslchren. Cre-fcld 844. Bgl. Beleuchtung d. Duisb. Katechism. v. ein. kaihol. Geistlichen.Düsseldorf 844; die Wahrheit u. ihr Zerrbild od. die röm. Kirchenlchregcgenüb. der Vcrthcid. des Duisb Katechismus v. H. I Gräber, gewürdigt v.1>r. Heinr. Nütges. 2. A. Emmerich 845 Baltzer, das christliche SeligkeitS-dogma. Main; 844. Derselbe, thcol. Briefe. Mainz 844 2. Serie. 2 ,as 845.

3 > Gutachten der cvangcl -theol. Faeultäten der königl. Preuß Universität, üb.den Liecntiaten Bruno Bauer. Brl. «42; eine scharfe Antwort darauf in BrunoBan er's die gute Sache der Freiheit ». meine eigene Angelegenheit. Zür. d>4.!;Beurtheilungen v. kathol. Standpunkte, vgl. in Tüb. Q.-Schr.842. S. 103ff.Katholik. 844. Scptbr. Nr. 1,5-117.