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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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1101
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§. 420. Gegenseitiges Vcrhältniß der Katholiken u. Protestanten. 110t

arbeitung des großen Haufens bemächtigt hatte; lag es in der Natur der Sache'wie überhaupt in der Liefern Gesinnung des deutschen Volkes, daß die Pole-mik zwischen Katholicismus und Protestantismus sich wieder auf das strengwissenschaftliche Gebiet zurückzog. Und hicmit begann die Bearbeitung derSymbolik, als einer historischen Darstellung der verschiedenen Glaubens-sormen. Marheinckc') versicherte, zur Abfassung seiner Symbolik da-durch bestimmt worden zu sein:daß der Katholicismus nicht allein vonprotestantischen Laien, sondern auch von Theologen und Kanonisten auf eineWeise mißkannt und entstellt werde, daß es ein Jammer sei!" aber trotzdieser kund gegebenen Absicht entstellte er selbst mehrere kathol. Lehren nichtwenig. Dasselbe gilt von Winer^, Guerike, Marsh, weniger vonPlanck, Köllner, Thiersch, theilmeise auch von Böhmer. Von kathol.Seite betrat dieses Gebiet nach den früher» Anfängen (s. S. 1061) Dtöhiermit dem schon geschilderten Erfolge, woraufund wodurch für den Katholicis-mnS in dem wissenschaftlichen Leben sich ein immer klareres Bewußtsein undengeres Anschließcn herausstellte. Im Kampfe mit seinen Gegnern wurde esMöhler schon schwer:daß er den friedlichen Ton der Symbolik nicht ineinen kriegerischen verwandelte"-s). Bei solcher gegenseitigen Stimmungmußte die beklagenSwerthe Katastrophe zu Cöln zwischen den Katholiken undProtestanten eine heftige, gegenseitig sich befehdende Littcratur entwickeln,die selbst in das Familienleben tief einschnitt. Während hiebei gegen dieKatholiken immer wieder von Neuem die längst abgewiesencn Schmähungenund Verkennungen ihrer Kirche und kirchlichen Institute vorgebracht und na-mentlich Intoleranz zum Vorwurfe gemacht wurden, blieben diese dieAntwort nicht schuldig und wiesen darauf hin, daß eines Theils gerade derProtestantismus in der Vergangenheit oft zu revolutionären Spaltungenausgeartct wäre, und daß andererseits noch heut zu Tage in ganz protestan-tischen Ländern, wie in Dänemark und Schweden, fast Proletarier-Gesetze den Katholicismus und die Katholiken ächteten"). Und selbst so weitvergaß sich die gepriesene Toleranz, daß, als es verlautete, Hollands prote-stantischer König wolle auf die Neigung zu der katholischen Gräfin

Kritik." Lpz.839. S. 105:Solche Bücher verderben auf ein halb Jahrh.das llrtheil dieses zahllosen Heeres d Halbdenkcr u. Halbwisser."

1) Planck, Abriß ein. histor. u. vergleichend. Darst. der dogmat. Systeme.3 Ausg. Gott. 822. Marheinckc, System des Kaiholicismus od. comparativeDarstellung des Lehrbegriffs (od. Symbolik). 3 Th. Hcidelb. 81014.

2) Winer, comparative Darst. des Lehrbcgr. der verschiedenen christl. Kir-chcnparteicn. Lpz. 824. Klausen, Kirchenverf? u. Ritus des Katholicismus u.Protestantismus, a. d. Dänisch. Neust. 828. 2 Bdc. Guerike, allgcm. christl.Symbolik. Lpz. 839. Marsh, vergleichende Darst. der engl. u. röm. Kirche,a. d. Engl. v. vr. Eiscle. Grimma 848. Köllner, Symbolik der christl. Con-fcssionen. Hamb. 837-44- 2 Bde. Thiersch, Vorlesungen üb. Katholicism. u.Protcstantism. Erlang. 846. Matth es, comparative Symbolik aller chr. Con-scssioncn. Lpz. 854. Bai er, Symbolik der chr. Eons. Grcifsw. u. Lpz. 854 ff.Böhmer, die Lchruntcrschicdc der kathol. u. evangel. Kirche, Bcrl. 857.

ff) Möhler, Symbolik u. s. w. s. oben S. 1063 ff. Seine Gegner: Baur,Nitzsch, Marheinckc; das Feld der Symbolik wurde nach Möhler bearbeitet vonHilgers, symbol. Thcolog. Bonn 841. Buchmann, Populärsymbolik. Mainz843. Thomas Moore, Wanderungen ein. irländ. Edclmannes zur Entdeck, derwahren Religion, a. d. Engl, übers, zu Cöln, Aschaffcnb.

3) Die Äugsb. allgcm. Zeitung thcilt 1840. Nr. 96. Vgl. Höninghaus K.K. Z. ,840. Nr. 34. Ucbcr Schweden vgl. K. K. Z. 1840. Nr. 34. 37. 56.Vgl. Sion 1841. Nr. 57. u. Schlcs. Kirchcnblatt 1844. Nr. 22.