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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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1098
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1098 3. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 2. Capitcl.

zu London (1804) ward eine Art Mittelpunkt, an den sich in allen prote-stantischen Ländern Abzweigungen entschließen. Mit großem Eifer und Unge-heuern Geldmitteln wird sür diesen Zweck gesorgt, und da die h. Schriftohne alle Erläuterung (s. 1831 auch ohne die dcuterokanonischcnBü-cher) oft sehr mangelhaft übersetzt erscheint, und die meisten heidnischen Völ-ker für den Gebrauch der Schrift noch gar nicht vorbereitet sind, so wirdhäufig damit ein großer Mißbrauch getrieben, oft sogar das Gelingen derMission verhindert. Zudem finden auch bei diesem Institute derMi ssioncn, wo dort Einheit und Einigkeit vor allem Noth thut, ebenfallsReibungen statt, denen die innere Glaubensspaltung zum Grunde liegt. Zuäußerer Einigung versammeln sich die deutschen Missionsvereine (1846)zu periodischen Generalversammlungen und einem wechselnden Vororte.

Mit Erfolge wirken auf den S üdseeinseln, aufTahiti (s. 1797)protestantische Missionäre: die sanftere Sitte neigte sich zum Christenthume,und damit begann sich auch die moderne Cultur zu regen ^); so daß 1817 dieerste Druckerpresse errichtet ward. Die meisten Gesellschafts- undSandwichsinseln nehmen das methodistische Cbristcnthum an. Afrikamit 100 Millionen Nichtchristen zählt eine verhältnißmäßig noch geringe An-zahl protestantischer Missionäre; Australien leidet auch daran Mangel,und der Kampf kathol. und protestantischer Missionäre wirkt hemmend; derKönig der Sandwichsinseln, angeregt durch englische Bibelgesellschaften,proscribirte die Katholiken. Für China wirkte mit sehr wenigen Missio-nären G ützlafs, ein Schüler Jänicke's, unermüdet, vordringcnd bis Ja-pan (180351). Ostindien mit dem englischen Bisthume von Calcutta(s. 1815) und seit 1833 mit Suffraganen von Bombay und Madrasverdankt sür protestantisches Missionswesen Bedeutendes den LordbischöfenHeber (j- 1826) und Wilson, der den Kastenuntcrschied unter Christenfür aufgehoben erklärte; jedoch findet das Christcnthum, obgleich begabteEingeborne, wie der berühmte Rammobun-Roy sich zu ihm bekennen, wenigVerbreitung. Auf der Südküste von Afrika und auf Madagaskar wirktenunter den Negern mit Glück niedrere Missionäre, und auch Algier sah 1839eine protestantische Kirche. In Nordamerika wirken besonders die Me-thodisten und Baptisten mit momentanen Erfolgen. Ohne großen,einigenden Mittelpunkt, in Privatgesellschaften zersplittert und ohne die apo-stolische Resignation katholischer Priester )-) hat das protestantische Missions-Wesen, wofür nach den neuesten Berichten 5000 Missionäre an fast 1500Orten des Erdkreises thätig sind, nicht im Entferntesten das Grandiose deskatholischen. Jedoch ist diese sehr geschäftige Thätigkeit des Protestantismuseine seiner erfreulichsten Seiten').

1) Vgl. Ausland 1842. Nr. 316; 328 ff.; >843. Nr. 124.

ff) Die engl Missionsgesellsch. zahlen jedem Missionär jährlich de» hohe»Gehalt von 6000 Fr.; außerd. sür seine Frau 1000 Fr. u. 500 Fr. für jedes derminderjährigen Kinder. Nach Rheinwald's Bert. K. Z. 1840. Nr. 68 battendie Protestant. Missionen 2517 Arbeiter, 898 Stationen ». 6,981,628 fl. «gegen4 Will. Thlr.) Ausgabe. Die kathol. Missionsgesellsch , die nur Eine ist für dieganze Kirche, verausgabte >839 nur ungefähr den neunten Thcil jener Summe.

2) Für die Bildung der künft. Missionare sind mit gutem Taete Missions-schulen organisirt zu Gospart in Engl. ls. l80>), zu Andover in Amerika0807), zu Princeton (1807) ebendas., zu Berkel, Rotterdam (1810),Basel 0 806), Edinburg O820j, Calcutta 0821), Paris (1824),London (l825), Barmen (1825), Berlin (1829).