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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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1097
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§. 419. Protestantische Missionen und Bibelgesellschaften. >097

auf Alles zu besinnen, was sie in dem Mutterhause der katholischen Kirchegehabt haben. Zu diesen Schätzen des Mutterhauses gehören vor Allem dasBekcnntniß, die Lieder, die Gottesdienste, die Sitte und der Brauch beiTaufe und Abendmahl, bei Consirmation und Copulation, bei Beichte undBegräbnis)." Und während man an vielen Orten ziemlich geräuschlosdieBilder wieder in die Kirchen zurückbringt, die Sitte deS B etgl o cken-l äute ns abermals einsührt, entspinnt sich hie und da ein heftiger Kampf füroder gegen die Wiedereinführung von liturgischen Gottesdiensten,der speciellen Beicht und der sacra mentalen Kranken salb ung.tz. 419. Protestantische Missionen und Bibelgesellschaften.

Blnmhardt, Magazin für die neust. Gcsch. der ev. Mission u. Bibclgcs. Bas.1816. Die JahrcSbcr. v. London, Edinb., Basel, Halle, Berlin, üb. de»Erfolg d. Btbclg. u. Fortschritte d. cvang. Missionen), im erst. Viertel d.>9. Jahrh. Bcrl. 828. Sieger, die Protestant. Missionen. Hof>838>844.neue Folge für l83041. ebendas. 842. Wiggers, Gcsch. der cvang.Missionen. Hamb. 845. 2 Bdc. Missionsnachrichtcn der ostind. Missions-anstalt in Halle s. 1849. Halle 849 ff. Eine schöne n. sorgfältige gcogr.Karte üb. die Protest. Misstonsstationen von Theophil König, Berl. 851. -HW i sein an, Unfruchtbarkeit der von Protestant, untcrnoimn. Mission.Augsb. 835. ähnlich urthcilt ein Protest. Missionär im AuSlande1840. Nro. 119-120.

Wie früher angedcutet, fand man im 16. und 17. Jahrhunderte nurschwache Spuren des protestantischen Missionswesens. Seit 1714 leitet dasMissions-Coll eg ium zu Ko p en h a g en die dänischen Missionen undbedenkt Grönland. In neuerer Zeit übernahmen Privatgesellschaften dieVerbreitung der protestantischen Kirche unter den Heiden: die große Lon-doner Missionsgesellschaft seit 1795, eine prcSbyterianische in Edinburg(1796), eine niederländische (1792), außerdem Gesellschaften zu Boston(1810), zu Basel (1816), Berlin (1823), der französisch reformirte (1823)und der chinesische Missivusverein (1816), zu Barmen (1828), Dresden(1836), Halle (1849), und bringen gegenwärtig jährlich etwa 5,000,000Thaler auf. Charakteristisch ist es, daß der Rationalismus dem Missionswescnschmollt, weil die Missionäre den Heiden nicht rationalistische Grundsätze,sondern eine Lehre verkünden, deren Annahme kaum wünschenSwerth sei,während cs ihm doch an aller inneren Lebenskraft mangelt, und er faktischniemals Missionäre auösandte, welche seine Grundsätze mit Erfolg vorgetra-gen hätten, wie überhaupt niemals vom Nationalismus etwas Großartigesansgehen dürfte. Andererseits nannten die Lutheraner in Bayern den Bei-trag zum Nürnberger Missionsvereine Sündengeld, bis derselbe lutherischenNamen und Charakter annahm (1852). Hand in Hand mit den Missions-vereinen gehen die Bibelgesellschaften zur Verbreitung des WortesGottes in allen Sprachen. Die britische und ausländische Bibelgesellschaft

1) Hengste» bcrg's cvang. Kzcit. vom 29. Octob. 856. Und die kirchl.Versammlung in Gnadau (Mai 1856 > stellte folg. Thesen auf:Die liturgi-schen Gottesdienste gehören zu den Nothständen der cvang. Kirche, u. der normaleZustand des liturg. Gottesdienstes ist die (deutsche) Messe an Sonn- u. Festtagen. DaS Krankcnbild des Abendmahles ist der Mangel der Privatb eichte;das Krankenbild der Trauung das Verschwinden des Einflusses der Geist-lichen aus die Ehevcrlöbnisse und das Krankcnbild der Begräbnisse dieBestattung der un kirchlichen Glieder mit kirchlichen Ehren." (A. A. Z.Nr. 162 vom 10 Juni 1856.) Das Ausführliche bei Jörg, Gcsch. d. Protest,Bd. I. S. 445-555.