1096 3. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 2. Capitel.
führen können'). Bei dieser allgemeinen Glaubensauflösung und Herrschaftsubseetiver Meinungen gewinnt eS fast das Ansehen, als ob man die U eb er-einstimmung im Negiren der kathol. Lehren für das Wesentlicheund für das Fundament der Kirche halte, worin man noch durch das vonHase aufgestellte GlaubenSbekenntniß in 20 Artikeln bestärkt wird ^),und noch bestimmter durch die Gutachten der protestantisch theologischen Fa-euliäten in Preußen über Bruno Bauer. „Man verschluckt, um mit einemunbefangenen Protestanten (Daniel) zu reden, weit lieber einen atheisti-scheu Elephanlen als eine katholische Mücke." Doch fehlt es keineswegs anbedeutsamen Jndieien, daß diese Glaubensspaltung, eine nothwendige Folgeder Verwerfung jeder Autorität, wenn auch in der genannten Weise alsGlaubcnseinheit ausgegeben, viele tiefere Gemüther oft ganz unbcfriedigrließ, und diese entweder geradezu dem Katholieismus sich zuwandten -), odersich doch vielfach mit kathol. Elementen befreundeten f-). Daher konntenBrenners und Höninghaus^) auf dem protestantischen Gebiete zahl-reiche kath ol. Stimmen finden und durch eine Zusammenstellung frappiren.Sehr bedeutsam ist in dieser Beziehung, daß in der neuesten Zeit zur An-regung des religiösen Sinnes, wie zur Erbauung unter Geistlichen und Laienvorzugsweise katholische Werke von einsichtsvollen Protestanten empfoh-len und vielfach gebraucht wurden. Wir erinnern an mehrere von und fürProtestanten besorgte Ausgaben des Thomas von Kempen, der geistli-chen Stimmenaus dein Mittel alt er'), der Uebersetzung der Confe-renz-Reden Massillon' S über die Pflichten der Geistlichen °), der „G e-danken" des tiefsinnigen Pascal'), der Predigten des FranziscanerBerthold, des Job. Tauler") u. A. Daraus muß zunächst die Ueber-zeugung allgemeiner werden, daß die kathol. Kirche stets das Christenthumauf eine großartige Weise ausgefaßt hat, und was man unter Protestantengewöhnlich für Katholieismus hält, es gar nicht sei: eine Erwägung, zuwelcher Ludolph von Beckedorf mit hohem Ernste und mit so großerWürde aufgefordert hat ^). Doch beginnen bereits gerade die Edelsten undreligiös Erregtesten unter den Protestanten „sich gleich dem verlornen Sohne
1) Bedenken der theolog. Facultätcn der Landcsunivcrsität Jena und der Uni-vcrsität zu Berlin, Gott. u. Heidclb. üb. das Rcscript des Herzog!. Consistoriumszu Altcnburg vom 13. Nov. I83d. Altcnb. 839. vgl. 2-koe/OnA, >Io s^mbolor.uatura, noeoss., uuel.orit. atguo usu il>88. blrlnnx. 835.
2) <7. 2/a.^o, e»uts8sio tistei ote. ovauAsIleuo nostri tornpar. rationilms ae-eommoflata.. I^ps. 836. ^rt><ulu8 II. guisnam ov.inAeIie>i8? Loeiuin ovanAsli-eum nZn»8einni8 gusmeungus ebristiunum. gui extoruam bloclsmaii, uulluwtülli uv8>üam p«rtb<tamg»v protitoatur.
*) Arendt (Privakdoccm an der Protest. Facultät zu Bonn», Darlegung derBeweggründe mein. Uebcrtr. in die kathol. Kirche. Speyer. 832.
st) (Stark) * *Thcodul's Gastmahl od. üb. die Bereinigung der verschied, christl.Rcl.-Socictätcn. 7 Aufl. Frkf. 827. Theodul's Briefwechsel, Scitcnstück zumGastmahl. Frkf. 828.
3) Brenner, Lichtblicke von Protestanten oder neueste Bekenntnisse für dieWahrheit bei ihren Gegnern. Bamb. 830.
4) Hüning Haus, Resultate meiner Wanderungen durch das Gebiet der Pro-test. Litt. od. die Nothwend. der Rückt, zur kath. Kirche. Aschaffenb. s835) 837.
5) Galle, Geistl. Stimmen a. d. MA. Halle 84l. — 6) Massillon,
Confcrenz. u. Synodalred. üb. die vornehmst. Pflichten d. Geistlichen; a. d. Frz.v. Rein eck. Magdcb. 835—36 2 Bdc. — 7) pen8öe8; a. d. Fr. v.
Blech, mit Vorrede v. Ne an der. Bert. 835. — 8) Vgl. oben S. 723. Note 3.
S) v. Beckedorf, Worte d. Friedens u. der Wiedervcrsöhnung. 3 A. Regcnsb. 852.