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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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1095
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§. 418. Ucbcrficht und Resultat.

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(1840, worin tiefer Blickende freilich nur eine politische Maßregel erken-nen wollten ').

«j. 418. Ucber sicht und Resultat.

Bei einer Uebcrsicht aller Bewegungen in der protestantischen Kirche

Die Resormationsfcstc, Harms Thcscnstreit, die prcuß. Agende und Union,die altlutherischen Sektircr, die Denuncialion der rationalistischen Professoren zuHalle, das Altenburger Consistorial-Gutachtcn, die Mucker der Königsbcrgcr undWuppcrthaler Pietisten, die Jrvingiancr in Schottland, die Mormonen inNordamerika, Siutcnis Bilderstrcit in Magdeburg, das aufgeregte Bremen durchKr um mach er'? Gastpredigten und Panicl's Schildcrhebung, der HamburgerCandidatcnzwist, der gegenseitige Zclotismus in der Rhcinpfalz, Strauß LebenJesu, Fcucrbach's Wesen des Christenthums, Bruno Bauer'? Kritik undGeschrei nach thcol. Lchrfteiheit und die dadurch hervorgcrufenen Vota aller pro-testantisch thcol. Facultäten Preußens, der christliche Nihilismus der Lichtfreundc,und die dadurch erzeugten Prophctenschulcn und der vietistischc Judaismusdurch Hofsmann und Genossen in Würtcmbcrg'), die Agitationen g gen neuevermeintlich zu katholische Liturgien, insbesondere gegen die intcndirte neueOrdnung des Beichtstuhles und die Wiederherstellung derK i r ch c n z u ch t.

gewahrt man das Bild der völligen Zerrissenheit wie in der Wissenschaft, soim Leben. Im letzter» tritt es in England') und Nordamerika*), >nder erster» in Deutschland am grellsten hervor. Claus Harms machtesich daher anheischig:alle Lehren, welche noch allgemein geglaubt werden,auf den Nagel seines Daumens zu schreiben." Deisten, Rationalisten, Su-pranaturalisten in vielen Nüaneen, verschieden im Principe, anders denkendüber die Grnndlchren des Christenthums, wodurch sie sich oft weit mehr un-ter einander, als von den Katholiken unterscheiden, bilden sich ein, Gliederein und derselben K i r ch e zu sein, die der nothwendigsten Grundlage,eines gemeinsamen Glaubenssymbols, entbehrt. Denn auch diewiederholten Versuche zu Altenburg und in Hessen^), die Prediger zurAnnahme der spmbolischeu Bücher oder, wie in Preußen, des gar ver-schieden angegebenen und noch verschiedener ausgelegtenpositiv Christ-lichen" als Norm für den Jugcnduntcrricht und die Belehrung und Erbau-ung des Volkes zu verpflichten, und die Unternehmungen ans den eingeführ-ten alljährlichen Kirchentagen sammt den Conferenzen übereine gemeinsame Liturgie, werden niemals zum gewünschten Ziele

I , Vgl. eine Reihe von Aufsätzen üb. baS Anglo-Preuß. Bisth. in den h istor.polit. Blatt. Bb VIII. u. Bd. IX. Franz. Urthcilc darüber im Katholik>842. Fcbr. Beil.; Protestant. Urthcilc ebendas. Aug. Beil. Vgl. Darlegung derim vorig. Jahrh. wegen Einfuhr, der engl. Kirchenverf. in Preußen gepflogenenUnterhandlungen; urkundliche Briese. Lpz. 842.

2) Jörg, Gcsch. d. Protest, in sr. neuest. Entwick. Bd II. S. 198314.

31 Im Mai >840 fand im engl. Obcrbanse eine Debatte Liatr über die 39Art., und es ward die Frage ausgeworfen, ob der Klerus an diese Artikel, dieer unterzeichne, auch glaube L Darüber äußerte einer der 'Bischöfe, alle Geistlicheglaubten daran; ein anderer versicherte, keiner glaube daran; ein dritter erklärte,cs sei unmöglich, daß sie daran glaubten, und der vierte bemerkte:wie allevernünftigen Leute Unterzeichneten sie sämmtlich, glaubten aberdavon so viel, als sie für passend kielten."

4) Jörg Bd. II S. 409-498.

5> Vgl. Baltzcr, Beiträge zur Vermittl. u. s. w. H. II. S. 73-95.Brctsch neidcr, die Unzulänglichkeit des Spmbolzwangcs in der evang. Kirche;aus den spmb. Büch, selbst nachgcwicsen. Lpz. 84 >.