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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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1094
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1(191 3 Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 2 Capital.

für Herstellung des Lutherthums in seiner theologischen Monatsschrift undgerieth mit Professor Klausen') in einen Streit, der mit des letzter» ge-richtlicher Verfolgung sich bis 1834 hinzog, und ziemlich ernst die Kämpfeder protestantischen Kirche in Deutschland berührte. Hahn' s Disputationzu Leipzig (1828), worin er die Rationalisten aus der Kirche ausgeschlossenwissen wollte P, mehr noch das Auftreten der Hengstenberg'schen evangelischenKirchcnzcitung gegen Gcseniuö und Wegs cheid er zu Halle erregtenmomentan gewaltige Kämpfe, ohne ei» entscheidendes Resultat herbeizuführen.Die Reaction des Lutherthums gegen die Union und Agende hat mehr einelocale Seite. Scheibe! °) zu Breslau lehnte sich 1830 gegen die Unionauf, und versammelte einen großen Thcil der gleichgesinnten Gemcindemit-glieder um sich; wegen seiner entschiedenen Neaetion gegen die Anordnungendes ConsistoriumS wurde er suspcndirt und entlassen (1832 -f zu Nürnberg1843). Gucrikc in Halle, lutherisch wirkend und als ordinirtcr lutheri-scher Pfarrer in seinem Hause Gottesdienst haltend, ward gleichfallsseines Amtes entsetzt (10. Jan. 1835); doch erhielt er nach den mannigfachenErfahrungen der Regierung seine Stellung wieder (1840), gerade zu einerZeit, wo er mit Rudelbach dieZeitschrift für die gesammte lutherischeReligion und Kirche" begann, also nicht geneigt schien, ans seine Ansichtenzu verzichten. Als der lutberischc Pfarrer Kel l n er zu Höningern in Schle-sien suspcndirt werden sollte (l l. Sept. 1834) , übergab er die Kirchenver-waltung 40 Dcputirten. Unter ihrer Leitung versammelte sich die Gemeindein der Kirche unter Gesang und Gebet, und fast stürmend mußte das bewaff-nete Militär das Gotteshaus offnen. Das Conventikelwesen begann inSchlesien tiefe Wurzeln zu fasse». WehrhanP, Pfarrer zu Kunitz beiLiegnitz, ward aus gleicher Ursache seines Amtes entsetzt, erhielt jedoch durchHahn's Vermittelung seine Stellung wieder (1840). So sehr der bei diesenKämpfen und Widerwärtigkeiten oft zu Tage geförderte religiöse, glanbens-volle Sinn aufrichtige Thcilnahme erregt, so muß doch der von den Anfüh-rern eingenommene, im Protestantismus nicht zu rechtfertigende Standpunktum so beklagcnswerther erscheinen, als dadurch solche Zerwürfnisse herbeigc-führt wurden.

Obschon sich dieser Unionsversuch bei dem Fortbestehen innerer Wider-sprüche an mehreren Orten als unausführbar und unangemessen herausstellte,daher auch von den Behörden aufgcgcben oder wenigstens »nt weniger Nach-druck verfolgt wurde; so wurde doch abermals eine andere bereits im vori-gen Jahrhunderte (170413) intendirtc Union Preußens mit Englandunternommen und auf einer für alle Parteien gleich auffallenden Grundlagedas A n g l o - P r eu ß i s che Bisthum von St. Jacob zu Jerusalem gestiftet

1) Sein Werk üb. Katholicisinus ». Protestantism. Kopenhag. 825. aus demDein, von Fries. Neust. 828 ff. 3 Bdc. Jörg, Gcsch. d. Protest. Bd. II.S 3l4 356. 2i /In/-», >Io lUtioinOibini vorn iustnls. Igis. 827. (HaselDie Lcip;. Disputation. Lp;. 827.

3> Steffens, wie ich wieder Lutheraner wurde und was Luihcrtbum ist.Drl. 831. (Huschke, Theol. Votum ein. Juristen in Sachen der Prcust. Hof-agende; brsg. v. Scheibet. Niirnb. 832. Scheibet, actenmäß. Gesch. der neust.Untern, ein. Union, bcsond. im Prcust. Staate. Lpz. 834. 2 Bde. Mittheiluug üb.die neueste Gcsch. der luth. Kirche. Altona 835. Archiv für histor. Entw. n.neueste Gesch. der luth Kirche. Nürnb. 84l.

4) Wchrbahn, Vcrtheid. der luth. Sache geg. Olshauscn. Meist.835. M.A.Blüher, neuste kirchl. Ereignisse in Schlesien Nürnb. 835.