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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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1082
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1082 3. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 1. Capitcl.

Kathedrale zu S an Salvador im Staate gleichen Namens am 10. April1854 mit der Hauptstadt großentheils zerstört ward.

In dem ehemaligen Bicekönigreich Neu-Granada, der jetzigen RepublikenNeugranada, Venezuala und Ecuador im nordwestlichenTheileSüd-damerika's, haben sich die kirchlichen Verhältniß in der allerneuesten Zeit trauriggestaltet. Nachdem schon unter Leo XII. die Erzbisthümer SantaF 6 deBogota und Caracas mit mehreren Bisthümern zu Kirchenprovinzen ge-einigt worden, denen Gregor XVI. noch ein 7tes Neu-Pamplona hin-znfügte (1836) und die günstigsten Hoffnungen zumal nach der Zurückberufungder Jesuiten vorhanden waren, brach in Neugranada eine der heftigsten Ver-folgungen aus. Zunächst wurden die Jesuiten wieder vertrieben, dann die Klo-ster-und Kirchengüter eingczogen, selbst Bischöfe ausgewiesen; der PräsidentLopez beantragte eine förmliche Trennung der Kirche vom »Staate (1852).Pius IX. erhob in einer Allocution v. 27. Septb. 1852 seine oberhirtlicheStimme, und rühmte besonders den EB. Mosquera, der wie eine Mauerdes Hauses Gottes gegen die Gottlosen gestanden, bis er verwiesen ward undauf der Reise nach Rom zu Marseille starb (10. Dec. 1853). Auch in derRepublik Ecuador wurden die Jesuiten ausgenommen und wieder vertrieben.Neben dem Erzbisthum in der Hauptstadt Quito bestehen die BisthümerCuenca und Guaya q u il, ohne viel reges Leben zu entfalten ().In der Republik Bolivia besteht das Erzbisthum Charcas, dessen SitzChuquisaca (alte La Plata) mit den Bisthümern La Paz deAyamcho,Santa Cruz de la Sierra zu Miske Pocona, St. Juan de Cejo undCochambamba^). Auch gehören unter das Erzbisthum Charcas die Bis-thümer Buenos Ayres, Neu-C o rd ova und Tuen man, wo unterder Herrschaft des Diktators RosaS (18351852) das kirchliche Lebengänzlich gelähmt ward. Nach seinem Sturze wurden neue Verhandlungenmit Rom eingeleitet ^). In Guyana haben die Missionäre in neuesterZeit mit Erfolg gewirkt*). In der Mitte des vorigen Jahrhunderts gab derPater Lombard im franz. Antheile das Beispiel einer seltenen Hingebung,fand aber auch Anerkennung. Daher konnten die später angekommenen Missio-näre P. Besson, Carnave, Tourree, Autilhac und Huberlantin der apostolischen Präfectur Cayenne reiche Früchte einsammeln. Imholländischen Antheile zeigte der edle P. Grove bei einer schrecklichen Krank-heit einen ächt kathol. Liebesgeist und das schönste Gvttvertraucn, und imenglischen Guyana arbeitete der Dominicaner Pater HynkS (s. 1825) andem Seelenheile der schwarzen Sklaven mit gedeihlichem Erfolge. In Bra-silien^) war das beglückte Werk der Bekehrung durch die VerfolgungswuthPomb al's gegen die Jesuiten zerstört worden. Die Mitglieder dieses Or-dens wurden den weinenden Brasilianern unter schnöder Mißhandlung ent-rissen und nach Portugal gebracht. Das trefflich organisirte Paraguay(s. S. 891) gerieth bald in Verfall. Zum Glück traten Lazaristen als würdigeNachfolger der Jesuiten in ihre Arbeit ein, und der Glaube des brasiliani-schen Volkes ist der Verbindung mit Rom aufrichtig ergeben, was sich beider Reaction der Regierung von Brasilien gegen das Kirchenoberhaupt, welcheden ernannten Bischof von Rio Janeiro nicht bestätigte (1834), rechtdeutlich kund gab. Das ganze Land hat ein Erzbisthum Bahia oder San

1, Gams, Bd. III. S. 700 ff. 2) Ebendas. Bd. III. S. 706 ff. -3) Ebendas. S. 712 ff. 4) Wittmann Bd. I. S. 136. Gams Bd. III.S. 722. 5) Witlmann Bd. I. S- 14356. GamS Pd. III- S. 191 ff.