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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 412. Die Missionen der kathol. Kirche.

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In der Republik Texas wurde die Mission wieder erweckt (1840).Vor 150 Jahren waren dort Franziscaner eingedrungen, um durch ihreMis-sionsanstalten die wilden Volksstämme zu bekehren und zu civilisiren. ImJahre 1812 wurden sie vertrieben, so daß sich jetzt bei Wiederherstellung derMissionen von den 130,000 Seelen im Staate nur noch 10,000 Katholikenfanden. 1847 ging das apostol.Vicariat Texas in das Bisthum Glaveston über.

Der mericanische Staat, der sich durch erneuerte Kriege von 18061824 von Spanien losriß, dann in eine Unzahl Republiken und völligeAnarchie zerfiel, ward erst durch die katholische Kirche wieder gerettet undgehoben, die selbst die schwerste» Prüfungen und Verfolgungen erduldet, unddurch diese gestählt worden ist. Seit 1848 bestehen hier außer dem Erzbis-thum Mexico die Bisthümer: Puebla, Chiapa, Durango, Gua-dalaxara, Mechoacan, NuevaReyna de Leon, Oaraca, Sonora,Tlascala und Jucatan, in welchen (1857) 1852 Priester unter einerkathol. Bevölkerung von ungefähr 2 Millionen wirkten. Man zählte 37 geist-liche Erziehungsanstalten, 39 MannS- und 236 Frauenklöster. Eine Universi-tät (St. Louis) und 35 Hollegien standen unter geistlicher Aufsicht. GroßeVerdienste hat sich der spanische Cardinal und Erzbischof von Mexico, Fran-zeöco Antonio von Lorenzana (s- 1. April 1804), um die kathol. Kirchein jenem Lande erworben ^). Nachdem in neuester Zeit der Präsident Co-monfort die katholische Kirche aufs heftigste verfolgt hatte, ward er gestürzt,worauf der neue Präsident Zuloaga am 31. Januar 1858 dem hl. VaterPiuS I X. in einem tröstlichen Schreiben betheuerte ^):die Mexikaner habenjederzeit die Anhänglichkeit an den hl. apostolischen Stuhl als ihre erste underhabenste Pflicht betrachtet; sie betrauern daher mit schwerem Herzen, nachder Wiederkehr eines geordneten Zustandes, jene traurigen Tage, in denendie mericanische Kirche von so schwerer Verfolgung bedrängt wurde. Diedamals gegen das Eigenthum und die Freiheit der Kirche gegebenen Ge-setze konnten Ew. Heiligkeit den Glauben einflößcn, als gebe es in Mexicoeine Menge Leute, die den Glauben ihrer Väter verlassen haben, undFeinde deS hl. Stuhles sind. Allein ich kann Ew. Heil, versichern, daßdie ganze Nation ebenso Ew. Heil, ergeben als fest im Glauben ist. Dieneuen Decrete der Regierung sind mit acht volksthümlichem Jubel ausgenom-men worden, und werden Ew. Heil, überzeugen, daß durch dieselben das guteEinvernehmen zwischen Negierung und Kirche wieder hergestellt ist." Indem südlich angrenzenden Staate Centralamerika mußten nach dem har-ten Kampfe für die Unabhängigkeit von Spanien (181521) noch schwereBürgerkriege zwischen den Monarchisch- und Rcpublicanischgesinnten über-wunden werden, in welchen die katholische Kirche viel zu leiden hatte, bisCarrera Dictator ward im größten der 5 Staaten, nämlich Guatemala(1839). Bald wurden (Juli 1843) die wegen ihrer früher» edelmüthigenWirksamkeit in gutem Andenken gebliebenen Jesuiten vom Congresse wie-der ausgenommen, und ihre Wirksamkeit verbürgt Erfreuliches für die Zu-kunft. Eine Reihe Klöster wurden wiederhergestellt, 1852 ein Concordatmit Rom abgeschlossen. Darauf wurde auch mit der zweiten Republik C o-starica ein Concordat geschlossen, wofür zu San Josü ein Bisthum er-richtet werden soll. Schlimmer steht es im Staate und Bisthume Nicara-gua, im BiSthume Comayagua des Staates Honduras, während die

1) Wittmann Bd. I. S. 191-212. GamS Bd. II. S. 49-56. Bd.III.S. 674 ff. 2) Freib. Kirchenblatt von 1858. S. 157 ff.