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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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1080
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>080 3. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. I. Capitcl.

Missionen in Alt- und Neucalifornien, die von Jesuiten und Franzis-kanern besorgt werden, für die Zukunft einen bessern Erfolg, wenn erst dieSpuren der Verfolgung durch die frühere mexicanische Regierung und derVerwüstung durch die Goldsuchenden Abenteurer mehr verwischt sein werden.Neben dem ErzbiSthum San Franzisco und dem BiöthumeMontereybestehen viele MissiouS- und andere religiöse Anstalten'). Wenig vermagdie Mission in Florida zu leisten.

Die erfreulichsten und überraschendsten Resultate liefern die vereinig-ten Staaten Nord amerika's, wo das protestantische Scktenwesenden äußersten Grad erreicht hat, womit sich aber auch eine schauervolle Jm-moralität vereinigte -s). Dieser Zerrissenheit gegenüber mußte die Einheit,die Würde und der Ernst der kathol. K.rche um so nachdrücklicher und erfolg-reicher wirken. Während hier noch lange nach dem Losreißen dieser Colonienvon dem englischen Mutterlande (177583) im Jahr 1789 sich nur18,000 Katholiken fanden, war die Anzahl bis 1843 schon auf 1'/^ Milliongestiegen, die in einem geordneten kirchlichen Organismus stehen^). Durchein Breve Pius VI l. (8. April 1808) wurde das ziemlich in der Mitte ge-legene Bisthum Baltimore zu einem Erzbisthume erhoben, und ihmdie BiSthümer New-Orleans, New-Iork, Philadelphia, Pitts-burg, B o st on und Bardstown untergeordnet. Auch das 1803 zu denBereinsstaaten gekommene und ganz von Katholiken bewohnte Louisianaerhielt 1815 einen Bischof. Die 1814 wiederhergestcllten Jesuiten eiltenalsbald herbei, ließen sich in Georgetown in Maryland nieder und er-richteten ein Noviziat und Erziehungshaus; zu W i t t - M a r s ch bei Was-hington entstand ein neues Noviziat. Da erhoben sich schon 1821 viele neueBiSthümer. In der neuesten Zeit traten diese Bischöfe gemäß der VorschriftdeS TridentinumS (8ess. XXIV. oap. 1l. cls rek.) alle drei Jahre zu einerProvinz ial-Synode zusammen, und beriethen die kirchlichen Interessenihrer Diöcesen, wie die Errichtung neuer BiSthümer. Im I. 1852 wurdenvon den zum Concile vereinten Bischöfen abermals neue Bischofssitze vorge-schlagen und vom P. P iu S IX. bestätigt, so daß seit 1853 bestehen 7 Erz-biöthümer, 35 BiSthümer und 2 apostolische Vicariate. Die Metropolensind: Baltimore, Neu-Iork, Neu-OrleanS, Cincinnati, SaintLouis, St. Oregon City, San Franzisco (Californien).

1) Gams Bd. III. S. 672 ff.

ck) Vgl. Sendschreiben an Hr. v. Beckedorf über dengcgenwärt. Zustandder kathol. Kirche in den vereinigten Staaten vorzugsw. in ihr. Berhältn.zur Freiheit u. Protcstantism." Rcgcnsb. 842. Die A. A. Z. 841. Nr. 22l:Während auf diese Art mehr u, mehr Protestant. Sekten gestiftet werden, ver-mehrt sich mit jedem Tage die Anzahl der Katholiken, die bei dem Hin» und Her-schwanken aller Sekten gerade in der Einheit ihrer Doctrincn die größte Stützefinden. Außerdem sind selbst die Amerikaner des ewigen Vcrdammcns der puritan.u. presbytcrian. Sekten müde, und werfen sich lieber in die Arme einer Kirche, inderen Schooß Alle Hoffnung und Vergebung finden. Unter den Indianern sinddie kathol. Missionäre die einzigen, welche Gutes stiften, wie denn auch ihreDoctrincn besser mit ihrem Leben zusammcnstimmen und so den Indianer, welcherein besserer Beobachter ist als der Europäer, besser von der Aufrichtigkeit ihresStrebens überzeugen. Die Gründe hievon kann ich Ihnen freilich nicht aus einan-der setzen, aber das Factum selbst hat ein Mann wie Henry Clap zugestande»,und es ist sogar zum Sprichworte geworden."

2) Vgl. Vogt, die kathol. Kirche in den vereinigt. Staaten. (T üb.Q.-Schr.1841. S. 191-223.^ Gams, Bd. III. S. 650-SS7.