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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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1078
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1078 3. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. I. Capitcl.

daö Christenthum werden aufgehoben." Aber auch dieser mit größerer Förm-lichkeit abgeschlossene Vertrag ward nicht erfüllt, so daß eben (Decbr. 1859)eine Expedition von Frankreich und England gegen China unternommen wird.

In dem sehr wenig bekannten Chorea'), wo die Anzahl der Christennie über 10,000 stieg, erlangte die kathol. Kirche die meisten Märtyrer.Schreckliche Qualen erlitt Alexis Hoang-thcJoung als vermeintlicherUrheber des Planes, europäische Missionen in Korea einzuführen (ft 21.Mai 1801) ; sein letztes Wort war :ich sterbe für die Religion des Herrndes Himmels." Fast aller Priester beraubt, richteten die Christen von dortrührende Bitten an PiuS ^ il. und an die christlichen Bischöfe um Hilfe:durch daö Verdienst unserer Märtyrer hoffen wir baldigst den geistlichenBeistand, den wir mit blutigen Thränen erbitten." Gleichzeitig mit derchinesischen Verfolgung brach eine neue in Korea aus; in den 8 Monatenvom April bis Decembcr 1839 starben der B. Imbert aus Frankreich undzwei seiner Brüder den Märtyrcrtod; mit ihnen an 100 eingeborne Chri-sten beiderlei Geschlechtes, so daß dieses Land in 40 Jahren an 300 Blut-zeugen verherrlicht haben.

Außer den beiden alten Bisthümern Peking und Nanking, die zumPatronate der Krone Portugal gehören und Administratoren haben, bestehenin China 17 apostolische Vicariate, wozu seit 1846 das für Tibet gekommen ist.

Auch über Afrika, einst die Wiege großer Kirchenlehrer, dämmert einneuer Morgen 2). In dem neu errichteten B isth um c von Al gier (1838)begann sich die Kirche unter dem B. Dupuch (s. ö.Jan. 1839) zu erheben,und hat nach der von dem zweiten B. Pavy veröffentlichten Denkschrift(1854) nach Innen und Außen bedeutende Fortschritte gemacht. Umdiegroßen Erinnerungen an die früheren Tage zu beleben, hat Gregor XVI.den B. Dupuch mit einer bedeutenden Reliquie des h. Augustinus beschenkt,die unter einer erhebenden Feierlichkeit unter Assistenz von 7 sranz. Bischöfen(25. Oct. 1842) von Toulon nach der ehemaligen Kirche zu Hippo über-siedelt wurde. Das Bisthum Ceuta (in Fez und Marokko) zählt 14,000kathol. Christen, wovon auf die bischöft. Hauptstadt fast 8000 kommen. Indem apostol. Vieariate Aegypten und Arabien befinden sich an 15,000lateinische Christen, wovon 7000 ans die Hauptstadt Alexandrien kommen;auch die religiösen Institute mehren sich. Abyssiniens apostolische Prä-sectur und Missionen erstarkten durch die Thätigkeit der Lazaristen unter fran-zösischem Schutze. Seit 1847 ward den dortigen Katholiken der gelehrteund fromme Justin de Iacobis als Bischof vorgesctzt. Central-afrika erhob Gregor XVI. kurz vor seinem Tode zu einem apostolischenVicariate, wofür der polnische Priester Rollo den Plan entworfen. Nachdessen Tode (1848) ward Ile. Knoblech er aus Unterkrain zum apostolischenProvicar ernannt '). Derselbe entwickelte unter dem Schutze Oesterreichs eineerfolgreiche Thätigkeit. Schnell entstanden die Missionsstationen zu Char-tum, zu Gondokoro und zu Angweyn oder hl. Kreuz. Doch raubteihm (ft 13. Apr. 1858) und seinem Nachfolger Gostner daö ungesundeKlima allzufrüh daö Leben. Nicht minder schwierig, aber viel undankbarerist die Mission auf der Insel Madagaskar, und wurden von den Jesuiten

1, Gams, Bd. I. S. 19l ff.

2> k. Karl v. h. Alops S. l-18. Gams Bd. III. S. 723-39.

3l Ueb. Knoblecher's Leben s. Freib. kathol Kirchenblatt v. 1858. S. 154 ff.üb. die 3 Missionsstatloncn histor. polit. Blätter Bd. 39. S. 601 ff. u. S. 653 ff.