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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 413. Die Missionen der kathol. Kirche.

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mächtigte China's Einsprache that, mußte der Regent die Jesuiten entlassen.Ein erneuerter Versuch, von der indischen Seite des Himmalajah nach Tibetzu gelangen (18511852), errang den Missionären nur die Märtyrerkrone,keine weitern Erfolge für das Christenthum.

In Chinas war die Lage der christlichen Kirche je nach der Gesinnungder regierenden Kaiser sehr verschieden. Unter Kirlung (173595) ge-nossen die Missionäre in der letzten Zeit Schutz; unter Kiaking (17951820) war ihre Lage anfangs bedenklich zuletzt in offene Verfolgung überge-gangen, nachdem die Mandarinen den Kaiser aufgestachelt hatten.Tau-sende Katholiken starben unter den Händen des Nachrichters," bezeugt der nichtsweniger als unpartciischeprotcstantischcMissivnärGützlaw(-j-1851). Jm J.1815 war die Verfolgung am schrecklichsten. Heldenmüthig starb der s. 1776in China wirkende apostol. Bicar Dufrcsse (14. Sept. 1815), und wardvon Pius VII. in der Allocution v. 23. Sept. 1816 verherrlicht. Eine großeZahl Blutzeugen folgte ihm, u. A. der 72jährige Lazarist Clet und derchinesische Priester Chen mit vielen Laien. Unter Tao-Kuang (18201850) hatten die Christen, einige Verationen der Beamten abgerechnet, bis1830 Ruhe. Darauf brach in der Provinz Hupe 1839 eine Verfolgung aus,in welcher der sranz. Missionär P erb o yr e nach fürchterlichen Qualen er-drosselt ward, nachdem 5 Christen vor seinen Augen enthauptet worden. Daverlangten auch die 3 Geschwister in der Hcimath nach der Märtyrerkrone,und sic zogen in die Mission nach China. Inzwischen brach aber der ersteenglisch - chinesische Krieg aus, und endete damit, daß der Himmelssohn mitden Barbaren (Engländern) den Vertrag von Nanking (1842) ein-geben mußte, mit der Verpflichtung: den Fremden die Häfen von Canton,Amoy, Futschaufu, Ningpo und Schanghai für Handel und Niederlassungzu eröffnen u. A. Gegenüber den vereinigten Staaten von Nordamerika undFrankreich mußte letzterem zugestanden werden, daß eingeborne Katholikenin ihrer Religion geduldet, den Fremden die Erbauung von Kirchen und Ka-pellen in 5 Häfenstädten erlaubt, und kathol. Missionäre, wenn sie im In-nern des Landes ergriffen würden, ohne jegliche Mißhandlung an das nächstesranz. Consulat ausgeliefert werden sollten: die chinesische Mauer war durch-brochen. Doch bei dem Regierungsantritte des neuen Kaisers Hienso ng(25. Febr. 1850) versuchte die altchinesischc Partei den Vertrag von Nan-king zu beseitigen, zunächst eine ganz andere Haltung gegen die Fremden zuerzwingen. Nach einer Reihe von gegenseitigen Chicanen gegen die Englän-der brachen endlich in Canton offene Feindseligkeiten aus (October 1856).Da Frankreich gleichfalls durch Treucbruch der Chinesen, der sich bis zu demerschütternden Martyrium des P. Chapdelaine steigerte (1856), aufsäußerste verletzt war, so unterstützte es alsbald England: Canton ward beimersten Sturme ohne Widerstand erobert (1857), und die Alliirten drangenauf leichten Kriegsfahrzcugen in das Innere des Landes. Der Kaiser vonChina mußte einen Frieden unterzeichne» , über den der sranz. AbgeordneteBaron Gros am 19. Juli 1858 nach Paris meldete: Das weite chinesischeReich öffnet sich dem Christenthume und fast ganz dem Handel und der In-dustrie des Abendlandes. Unsere diplomat. Agenten werden zeitweilig inPeking residiren, unsere Missionäre überall zugelassen werden.Ein chinesischer Gesandter wird sich nach Paris begeben; die Gesetze gegen

l) Gams Bd. I. S? 196 ff.; III, 637. Histor. polit. Blätt. Bd. 41.Bilder u. Skizzen über China" in 5 Artikeln bcsond. S. 1049 ff.