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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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1076
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1076 3- Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt, t. Capitcl.

Männer zu Priestern, die in den Gebieten der apvstol. Vicariate verwüstendumherzogen, und 240,000 Katholiken zum Schisma verleiteten. Erst nachlangwierigen Unterhandlungen P. PiuS' IX. in Lissabon ward Sylva y Tor-res von Goa abgerissen. Doch dauerte das Schisma fort trotz der Allocutiondes Papstes (17. Febr. 1851h durch die Agitation eines gewissen An-ton Maria Suarez, der sich Generalvicar des EB. von Goa zu Bombaynannte, woran sich auch da Matta, B. von Macao, betheiligte. Letzteremtrat Anastasius Hartmann, B. von Derbe, apvstol. Vicar von Patnaund Administrator von Bombay kräftig entgegen, und kam dabei vom 13.20. März 1853 in Gefahr, in der cingeschlossenen Kirche Hungers zu ster-ben. Als Pius IX- darauf den Bischof v. Macao mit kirchlichen Censnrenbedrohte, rief daS in der portugiesischen Kammer solche Ausfälle gegen Nomhervor, daß der päpstliche Nuntius daö Land verlassen wollte. Die hierüberbegonnenen Verhandlungen zwischen Rom und Portugal kamen zu einemvollständigeren Abschluß erst 1859 nach einer Mittheilung des Königs an dieKammer (im November). Dieser böse Zwischenfall wie der in Indien 1857gegen die Engländer erhobene Aufstand haben den Fortgang der katholischenLebensentwickelung in den seit 1854 bestehenden 19 apostolischen Vicariatenmit 786 Priestern und 794,450 Katholiken vielfach gehemmt.

In Hinterindien (Birman, Siam, Anam mit Tonkin, Cochinchinare.) ward 1744 das apostolische Vicariat Pegu und Ava für das Birma-nische Reich errichtet. Bei dem Mangel an Missionären war es langeverwaist, bis Pius VII. einen neuen Vicar sandte, und dicMission der Con-gregation der Oblaten Maria's von Turin übergab. Doch zählte man 1848kaum mehr als 1000 Christen in Birman. Im Königreiche Siam wirkteder apvstol. Vicar Pallcgoir, B. von Mallos, seit geraumer Zeit, und ge-nießt bei dem gegenwärtigen Könige viel Vertrauen; doch zeigt sich bei denBewohnern wenig Empfänglichkeit für das Christenthum. Hoffnungsreichersind die Missionen in Anam, wo die Christen unter der Herrschaft desMin-Menh (s. 1820) eine der schwersten Verfolgungen aller Jahrhun-derte zu erdulden hatten, aber auch den christlichen Heroismus in bewun-derungswürdiger Weise erneuerten; denn in der 20jährigen Verfolgungmehrten sich die Christen um 100,000. Mit wehmüthiger Freude vernahmdies die Christenheit von P. Gregor XVI. in der Allocution v. 27. April1840. Der nachfolgende Herrscher Tieu - Tri setzte in seiner kurzen Re-gierung (s- 1847) die Verfolgung weniger heftig fort, zumal die Kanonender Europäer von China her widcrhallten, und der franz. Commandant Lapierredie Seemacht von Conchinchina in einer Stunde vernichtet hatte. Doch nahmsein Nachfolger Tu-Duc die Verfolgung wieder auf. Am 1. März 1851starb der Priester Schäffler aus dem Bisthum Nancy als Märtyrer, unddarauf (1. Mai 1852) der Missionär Bonnard. Und obschon auch dieCholera 1851 mehr als 9,500 Christen getödtet hat, so ist ihre Anzahl dochim Steigen.

In Tibet hatte der Kapuziner HoratiuS della Penna (s. S. 962.)segensreich gewirkt. Als seine Ordensbrüder aus dem Lande vertrieben wur-den (1744), ließen sie sich im Reiche des Großmoguls von Indien nieder.Im I. 1808 wurde daö apvstol. Vicariat von Tibet und Gyra errichtet,dessen Bischöfe bis jetzt Capuziner waren. Doch erst den Jesuiten H ucund Go bet gelang es wieder in Tibet einzudringen (18441848) undfür die christliche Lehre in Lassa Freunde zu gewinnen. Als aber der Bevoll-