§> 41,1. Die Missionen der kathol. Kirche,
1075
seö erbaute Pilgerhospiz zu Jerusalem ist die Liebe für die Wiege des christ-lichen Glaubens wieder von Neuem belebt, und erstehen dort neue Klösterund kirchliche Institute, denen von allen Orte» Spenden zufließen, währendfrüher die zur Custodie des heil. Grabes in Palästina, Syrien und Aegyptenbestehenden 22 Franziscanerklöster vielfach Noth litten '). Weniger erfreu-lich ist der Bestand der katholische» Kirche auf der Insel Cypcrn, die ehedem300 Kirchen besaß, jetzt etwa 4000 Gläubige zählt. Dagegen regt sich jetztauch in den Schismatikern des Orients der Drang, allmälig zur Mutterkirchezurückzukcbrcn. Dafür sind namentlich thätig der Patriarch der Maron i-ten, der Patriarch der Melchit. Griechen, der Patriarch der Syrer,der Patriarch der Armenier von Cilieien und Mesopotamien, und derPatriarch der Chaldäer.
Persiens König ertbeilte 1834 dem P. Deuberia, Vorstehenderarmenischen Mission, einen Schirmbrief; in Tauris in Westpersienward durch den hochverdienten Eugen Borö mittelst Unterstützungen ausLyon ein Collegium auswärtiger Missionen errichtet, und durch franz. Ein-fluß erhielten die Katholiken in Persien auch ihre Kirchen zurück. In Arabienward 1848 zu Kerak für die zwar geringe aber treue Christenschaar eineneue Kirche gebaut. In Ostindien^) war 1534 daS erste Bisthnm znGoa gegründet und 1557 zum Erzbiöthum erhoben worden; ihm unterge-ordnet das B. C o ch i n, Kranga nor und St. Th o m a ö von Meliapurin Vorderindien, nndMalacca und Macao in Hinterindicn. Als dieHerrschaft der Portugiesen und mit dieser auch die Disciplin des Klerussank, sandten die Päpste Alexander VII. und Jnnocenz XII. aposto-lische Vicare in jene Gegenden, zumal das unbeschränkte Patronat der KronePortugals jeder energischen Reform des kirchlichen Lebens entgegen trat.Jetzt verbot auch die englische Compagnie (2. Aug. 1791) dem Erzbischofvon Goa jeden Einfluß auf die Katholiken des Gebietes Bombay, und wur-den die Biöthümer in dem Gebiete, das nicht zu Portugal gehörte, auch nichtmehr besetzt; aber die Krone Portugals erfüllte auch keine ihrer früher» Ver-pflichtungen mehr, bezahlte insbesondere den Geistlichen keine weitere Be-soldung. Damit hatte es facti sch sein Patronat aufgegeben. Gleichwohlward 1832 von Rom aus das Ansuchen gestellt, entweder den Verpflichtungennachzukommen oder auch formell auf sein Recht zu verzichten. Als der Hofvon Lissabon keine Antwort gab, errichtete Gregor XVI. in (Übereinstimmungmit der englischen Regierung von 1834—37 die 4 apostolischen Vicariatezu Calcutta, Madras, Ceylon und Madura, die früher» Con-stitutionen für Indien aufhebend. DaS rief einen Protest des CapitelS vonGoa hervor; ja dasselbe verbot unter Strafe des Bannes jede Verbindungmit den Delegaten des apostolischen Stuhles. Und den römischen Missio-nären arbeiteten Priester von Goa entgegen, so daß ein Schisma entstand,daS durch den nach bündigen Zusicherungen von Gregor XVI. zum EB^ vonGoa bestätigten Joseph de Sylva y TorreS (1843) noch vergrößertward. Dieser, ein williges Werkzeug des schismatischen Klerus von Goawie für das portugiesische Patronatsrecht, weihte alsbald 800 ungebildete
1) Zu Cöln bildete sich unt. 30. Juni 1855 ein Verein vom heil.Grabe zur Förderung kathol. Interessen im heil. Lande, und damit daS Ver-einsblatt: „Das heil. Land" s. 1857.
2) Höninghaus, K. K. Z. Nr. 80 u. der Text des Briefes. Nr. 89.
3) G a m s Bd. III. S- 608.