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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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1074
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1074 3. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 1. Capitel.

heiligenKindheitJesu, welcher auö Sammlungen zumeist von Kin-dern in Frankreich und Deutschland i. 1.1856 schon 1,063,000 Franken bei-steuerte. Großbritannien undJrland bedient sich irländischer Priesterzu der Mission in Madras und erhält 3 Vicariate auf der Insel Mauritius, amVorgebirge der guten Hoffnung und auf Neuholland. Bei der Steigerung deskathol. kirchlichen Lebens in England läßt sich auch für dieses Gebiet von dortnoch Größeres erwarten. In Deutschland wirken zur Verbreitung des Mis-sionswesens die milden Beiträge der Leo pold in enstiftun g in Oester-reich und der Ludwigs v er ein in Bayern, denen sich der TaveriuS ver-ein in der Erzdiöcese Cöln, von Aachen ausgehend, angeschlossen hat (s.1841). Diese Thätigkeit und die Anstalten hatten denn auch zur Ehre derheil. Kirche einen gesegneten Erfolg, der sich fortwährend steigert, so daß derrömische Staatskalender alljährlich mehrere neue Bisthümer oderapostolische Vicariate aufführen konnte.

Im neuen Königreiche Griechenland, wo schon während der Regent-schaft die russische Pflanze der permanenten, heiligen Synode 23.Juli (4. August) 1833 eingesetzt worden ist'), besteht neben den 10 od. 12Bischöfen der griechischen Kirche 1 römisch kathol. Erzbisthnm aufNaroSund 3 Bisthümer aufSyra, Tinos und San torin ^); als apostolischerLcgatwurde von der Regierung anerkannt Alois Maria Blancis, Bischofvon Syra. Doch mehrte sich die Zahl der Katholiken. Im Piräus und inPatras baute man neue Kirchen; in Nauplia, Navarin und Herakles bildetensich kathol. Gemeinden, und Athen zählte i. I. 1838 schon 1259 Katholiken.

In der über Europa, Asien und Afrika verbreiteten Türkei ist die ka-tholische Kirche die einzige, welche theils als lateinische, theils als nnirtcüber alle Theile des großen Reiches verbreitet ist, und im Ganzen 66 Erz-biSthümer und Bisthümer, 11 apostolische Vicariate und 2apostolischePräfecturenbesitzt. JnConstantinopel besteht für die-selben ein Patriarchat, in der Bulgarei, Walachei, Moldau, Serbien,Makedonien, Albanien, Bosnien und der Herzegowina 8 Bisthümer und 5apostolische Vicariate, wo die Thätigkeit der Lazaristen, Minoriten, Capu-ziner und der italienischen Passivnisten trotz der Arglist des Schismas, derzertretenden Gewaltthätigkeit des Islam, und der Jntriguen Rußland Fort-schritte machen ^). Die hingebende Liebe der Barmherzigen Schwestern beider Pflege der verwundeten Krieger im jüngsten Kriege gegen Rußland (1855)hat ihnen selbst in Constantinopel Theilnahme und Bewunderung erregt.

In der asiatisch en Türkei*) entfaltet sich zunächst in der Levante(türk. Küstenland von Et. bis Alexandrien), gestützt durch Oesterreich undFrankreich, für die Lazaristen eine günstigere Wirksamkeit. Jndeß die Ka-puziner in dem apostolischen Vicariate Aleppo ein Erziehungöhaus anleg-ten, die barmherzigen Schwestern mit großem Erfolge in Smyrna wirkten,legten die Jesuiten andere Missionen in Syrien an°). Durch die von Oester-reich und Frankreich'chegünstigten und erleichterten Pilgerzüge nach deinheiligen Lande, und das durch die Munisicenz des habsburgischen Kaiserhau-

1) Vgl. Schmitt, Gesch. der neugricch. u. rufs. Kirche. S. 178 ff.

2) Vgl. Aschbach's Kirchcnlex. Bd. III. S. 14648. u. Gams Bd. I.S. 179 ff. - 3> A. A. Z. Nr. 51. v. 21. Fcbr. 1843. Frcib. Kirchcnlex. Bd.XI. S. 331 ff. Gams Bd. I. S. 183 ff. - 4) *Freib. Kirchcnlex. Bd. XI.S. 33439. u. Bd. XII. S. 66-74. u. Gams, Bd. III. S. 595-644.

5) k. Karl v. hl. AlopS I. o. S. 72-103.