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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 413. Die Missionen der kathol. Kirche.

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d. Gesch. u. Statistik der kath. Missionen d. erst. 40 Jahre dies. Jahrh. gibtHr. R. C. im vnivers. 13. Scpt. 1839. Vgl Sion I. 1839. Oct. u.I. 1840 Sept. Nr. 113. Nov. Nr. 142. Veil. ?. Karl v. hl. AloyS,die kathol. Kirche in ihr. gegcnwärt. AuSbrcit. auf d. Erde. Rcgensb. 845.Wittmann, d. Herrlichkeit L. Kirche in ihren Missionen re. *Gams, Bd.III. S. 595759. mit Belegen, auf die wir verweisen. Martin Huber,allgcm. kathol. Chronik, Jnnsbr. 858. R. v. Wedcll, Histor. gcogr.Handatlas. Lies. VI. Blatt 34.

Die kathol. Kirche, getreu dem Befehle des Heilandes, das Evangeliumin aller Welt und allen Völkern zu verkünden (Matth. 28, IS. vgl. 24,14.), hat ihre Missionen allmälig über den ganzen Erdkreis mit freudigemEifer verbreitet *). Seit der Entstehung des Protestantismus und seitdemnamentlich die bedeutendsten seefahrenden Nationen akatholisch geworden, ent-wickelte sich ein zwiefaches, ein gegenseitig sich befehdendes und darum oftungünstig eivwirkendes Missionswesen. Dabei ging aber die Verbreitungder kathol. Religion trotz mancher äußeren Hindernisse bis in die fernstenWelttheile siegreich von Statten. Ja, seit diesem Jahrhunderte verfolgtedie kathol. Kirche mit verjüngtem Eifer und rastloser als jemals diesen gro-ßen Zweck, der in dem h. F r a n z i s c u s T a v er i u 6 seinen Anfangspunktfür die neueste Zeit fand.

Die Missionen zählen jetzt 5 große Länderbereiche: I. Die Missio-nen der Levante, umfassend den griechischen Archipel, Constantinopel,Syrien, Armenien, die Krim, Aethiopien, Persien und Aegypten; II. dieMissionen von Indien bis Manilla und die neuen Philippinen sich er-streckend; III. die Missionen China's, denen sich die von Siam, Co-chinchina und Tvnkin anschließen; IV. die amerikanischen Missio-nen, beginnend an der HudsonS-Bai, sich ausdehnend über Canada, Loui-siana , die Antillen, Guiana bis zu den Völkerschaften von Paraguay; V.die Ocean-Missionen, sich ausAustralien erstreckend. Das Institutder Propaganda in Rom sorgt für eine systematische Leitung des MissionS-wescnS, welches sich die Jesuiten, die nach ihrer Wiederherstellung besonder«die Missionen in Bengalen, in Madura und in Syrien versehen, in Frank-reich das Seminar für auswärtigeMissionen und dasHauS vomh. LazaruS zu Paris angelegen sein lassen. In Sp anien versorgten schonvor dem 16. Jahrhundert die Dominicaner und FranciScaner zahlreiche Mis-sionen; die Dominicaner allein sind heute noch thätig für das östliche Ton-King und in China für die Landschaft Fo-Kieng. Die portugiesischenLazaristen, deren Congregation erst die Regierung Donna Maria'S unter-drückte , standen den Missionen der Erz- und Bisthümer in China und inIndien, zu Goa, zu Macao, zu Nanking, zu Peking, Grancanore, zu Cochin,zu Meliapour und Malaga vor. Am mächtigsten haben sich die Anstaltenfür das Missionswescn in Frankreich entwickelt, wo s) die Missionenvomh. LazaruS zu Paris die Levante, seit 1784 China und die neuestenMissionen in Abyssinien, b) das Seminar des h. Geistes zu Paris (1663gegründet) Mittelasien, namentlich die östliche Levante, e) die Genossen-schaft von Piep uSzu Paris (s. 1830) Ostoceanien versorgt, und wo ck)die Mari st en zu Lyon (s. 1835) Westoceanien bedenken, und wo die Ge-sellschaft zur Verbreitung des Glaubens (s. 1822) in dem Jahr 1839 ge-gen 1,895,682 Francs einnahm; und im Jahr 1855 die Summe sich bereit«auf 4,124,452 Franc« steigerte, dazu kam noch (s. 1846) der Verein der

1) Ucb. Missionen namentlich der kathol. Kirche. (Tüb. Q.-Schr. 1825.)

Alzog's Kirchengeschichte. 7. Auflage. gg