1072 3. Zeitraum, 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 1. Capitcl.
ehemaligen Polen zur griechisch orthodoxe» Kirche wieder zurückführen könne.
Bis zu ihrem Tode hatte sie mehr als 7 Millionen unirtc Griechen von derrömisch -kathol. Kirche getrennt. Ihr Nachfolger Paul I. (1796—1801)war gerechter gegen die Katholiken, und führte unter Mitwirkung des aposto-lischen Nuntius Litta eine neue Organisation der kathol. Kirche in Ruß-land ein. Pius VI. bestätigte dieselbe in einer Bulle (15. Nov. 1798), wor-nach Mohilew zum Mctropolitensitze über alle Katholiken des lateinischenRituS in Rußland erhoben wurde. Die frühern Verfolgungen gegen dieunirten Griechen hörten auf, und auch ihre Kirche erhielt durch die erwähnteBulle eine neue Organisation in dem Erzbisthnmc Plock mit den Bisthü-mern Luck und Brecsz. Auch Kaiser Alexander I. (1801—1825)zeigte sich gegen die kathol. Kirche wohlwollend, wovon u. A. die Erweiterungdes römisch-katholischen Kirchencollegiums zu Petersburg durch vierAfscfsorender unirten Kirche griechischen Ritus Zeugniß ablegte. Unter dieser Gunstwar die Zahl der Katholiken beider RituS in Rußland bedeutend gestiegen.
Nun lenkte aber Kaiser Nikolaus l. (s. 1825) gleich bei seinem Re-gierungsantritte zurück in die Verfolgungsmarimen Catharina's I I. durch einEdict über den Verkaufvon ErbaunngSbüch er» für die unirtenGriechen. Der Ukas v. 22. April 1828 zerstörte die Organisation derunirten Kirche, und stellte die Verwaltung derselben unter die Aufsicht desMinisters der geistlichen Angelegenheiten; die Mctropolitangewalt wurdeunterdrückt, und durch ein vom Kaiser zusammengesetztes Kirchencvllcgiumfür die Katholiken ersetzt. Das Bisthum Luck ward aufgehoben, mit ihmein Theil der Bastliancrklöster, andere wurden säcularistrt und in Pfarreienverwandelt, bis am 19. Juli 1832 sogar der ganze Basilianerorden unter-drückt ward. Fünf weitere, schlau berechnete Ukase raubten der grie-chisch-unirten Kirche alle Selbstständigkeit, was endlich durch die ausgesuch-testen Mittel zu dem Verrathc führte, den 3 Bischöfe, an deren Spitze Jo-seph Siemazko und 1305 Geistliche übten, indem sie (12. Febr. 1839)in einer zu Plock geschmiedeten Urkunde ihren Abfall von der römisch-katho-lischen Kirche erkürten, und heuchlerisch den Kaiser und die heil. Synode umAufnahme in die griechisch-schismatische Kirche baten. Die dagegen erhobenelaute Klage Gregor's XVI., wie sein wahrhaft apostolisches Zwiegespräch 8mit Kaiser Nikolaus in Rom (s. S. 1018.) und weitere Unterhandlungendurch Pius IX. haben den Czar von der Unterdrückung der römischen Ka-tholiken und der unirten Griechen in seinem Reiche nicht zurückgebracht, wäh-rend er i. I. 1854 gleisnerisch gegen die Unterdrückung der religiö-senFreihcit derGricchen in der Türkei einen schrecklichen, ge-fahrvollen Krieg provocirte (-f 2. März 1855). Nachdem derselbe in Folgeder Siege des vereinigten Hilfsheeres der Franzosen, Engländer und Sar-dinier einen für Rußland demüthigendcn Ansgang genommen, gewährte derThronfolger Alexander II. dem Lande viele Freiheiten zu freierer Ent-wickelung, doch kam der katholischen Kirche davon noch wenig zu Gute.
§.413. Die M ission en der kath ol. Kirch c.cla lottrog Silillintes bis z. Jahr 1808, fortges. bis z. Jahr 1820 in d.nouvollsg lattrss vciiiiuntssdaran schließen fick die ^rwalss clo 1» Pro-pagation da la toi, deutsch. Cöln 834 ff. u. Einsiedeln*), Ucbcrficht
*) Von diesen Missions-Annalen werden alle 2 Monate 178,000Exem-plare gedruckt: 110,300 in französischer, 16,000 in englischer, 16,500 in deutscher,
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