1068 3. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 1. Capitcl.
Auch im Brirenthale im Salzburgischen erhob sich eine Sekte die„Man-harter" genannt, geleitet von dem Priester H «gleit» er. Die Mitglie-der erhoben sich gegen Alle, besonders gegen die Priester, welche Napoleonden Eid der Treue geschworen, denn dadurch seien sie zugleich in den gegendiesen Usurpator verhängten Bann gefallen. Als die Anhänger Man glund M air 1825 nach Rom pilgerten, empfingen sie wieder die Sacramente,und wurden für sich und den größten Theil ihrer Genossen durch den AbtMauro Capellari, nachmaligen P. Gregor XVI., von ihrem Jrr-thumc bekehrt ^).
Weiter greifende Bewegungen verursachten die aufgeklärten, frei-sinnigen Katholiken und die später« Deutschkatholiken, die in Folgedes Ucbcrgewichtes der protestantischen Grundsätze und Littcratur und desEindringens derselben in die katholische Kirche hie und da gegen das kathol.Kirchcnthum auftratcn. Sogenannte frcisinnige oder liberale Katho-liken, Geistliche und Laien, wollten ohne die nöthige Einsicht und Behut-samkeit in stürmischem Eifer die lateinische Sprache beim Gottesdienst ent-fernen, die Ceremonien vereinfachen (verflachen), und dem modernen Zeitgeistevermeintlich entsprechender machen, den für viele lästigen Cölibat beseitigtwissen, ablenkcnd von Rom eine deutsche Nationalkirche gründen u. A. DieseRichtung, die durch vielfache frühere Anordnungen und Schriften Wessen-berg's, die Ulm er Jahresschrift, die frei müthigen Blätter vomPfarrer Pflanz, die kathol. (!) Blättcr von Fischer, den kanoni-sch en Wächter von Alexand er Müller, die Herren Carovä, Fri-dolin Huber, Reichlin-Meldcgg, Schreiber u. A., von denendie meisten längst innerlich von der kathol. Kirche sich losgesagt hatten, aberaus besvndern Absichten in derselben verblieben'), verbreitet wurde,griff besonders in Baden, Würtemberg, der Schweiz, vorübergehend auchin Sachsen um sich, und wurde durch das unlautere Treiben der GebrüderTheiner^) auch nach Schlesien verpflanzt. Der jüngere, AugustinTheiner, hat aber nach einer erfolgreichen Reise durch England undFrankreich sich in Rom entschieden von dieser Richtung losgesagt, und seit-dem Deutschland mit schätzbaren historischen Schriften beschenkt''). Dage-gen steigerte der Professor Fischer zu Luzern als kathol. Priester und Leh-rer der Moral den Liberalismus bis zur Gewissensehe und der öffentlichen
*) Freiburger Kirchenlcr. Bd. IX. S. 829 ff. s v. „Schwärmerei."
1) „Warum die s. g. Liberalen noch in der kathol. Kirche bleiben" in Bon-ner Zcitschr. Heft 1. S. 190. u. Philalcthes, (B. Reisach), was habenwir v. den Reformatoren zu Offenb. u. St. Gallen zu halten? Gespräche zw.einem Pfarrer u. fr. Gemeinde. Mainz 835. Bgl. „kirchliche Reform" im Ka-tholik 1833.Jan S. 84ff. u. „die kathol Kirche u. die Reformen." 1841. Jan.;Febr.; April; Juli; Octobr.; Nov.; u. südteut. Kirchenblatt 1841. Nr. 34.
2) (Theiner) die kathol. Kirche Schlesiens. Altcnb. 826; über die gezwun-gene Ehelosigkeit der kath. Geistlichen. Altcnb, 828. 3 Bde.; da Vssudo-IMormnnoanomun cedleetions. Vratisl. 827. Bgl. Braun, üb. d. schriststellcr. Leistun-gen d. Hrn. Prof. Anton Theiner. Bonn 829 n. bei Berank, d. jüngstenAuftretens: vr. Franke, Schattenriß ein. großen Reformators od. Ant. Thci-ner nach sein. Stellung in d. Wissenschaft u. nach d. Leben gezeichnet. Glatz 845.
3) A. Theiner, Gcsch. d. gcistl. Bildungsanstaltc». Mainz 835. Schwedenu. snc. Stellung z. heil. Stuhle; die neuesten Zustände der kathol. Kirche beiderRitus in Polen u. Rußl.; Gcsch. d. Zurücks, d. regierend. Häuser von Braun-schwcig u. Sachsen in die kathol. Kirche, P. Clemens XIV.; Fortsetz. d. Annalendes Baronius. Huuguriu snern j Llvuuwoutr- lnstori^uos de liussis. liom. 859. 2'l. k.