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einleuchten, als Prof. Baltzer, der selbstständigste unter den Schülern vonHermes, den Semirationalismus und Seimpelagianismus in Hermes Lehreoffen ausgesprochen hat'). Bald nach dem Erscheinen des Verdammungs-breve's suchten sich die strengen Hermesiancr hinter der jansenistisch enAusflucht (s. K. 365) zu bergen, die vom h. Vater verdammten Lehren seiennicht die von Hermes vorgetragenen und in dessen Schriften enthaltenen.Zwei der Stimmführer, Professor Elvenich zu Breslau und ProfessorBraun zu Bonn, unternahmen es, nach vorhergegangener Unterhandlungin Rom persönlich die Rechtfertigung dieser Behauptung zu erhärten, woraufman stch dort nicht einließ, sondern die Verhandlungen abbrechend, die ein-fache Unterwerfung unter das Verdammungsbreve verlangte^). Zur selbenZeit reichten mehrere hermesische Professoren im Seminar zu Trier ihremBischöfe wie dem h. Vater ihre unbedingte Unterwerfung unter den Ausspruchdes römischen Stuhles ein, was bei den starren Jüngern des Hermes Tadelfand, und eine Spaltung, besonders unter dem rheinischen und westfälischenKlerus herbeiführte.
Wie Hermes der Vernunft bei Aneignung der göttlichen Offenbarungs-lehren zu viel einräumte, so schien der Abbö Bautainin Straßburg jeglicheMitwirkung derselben völlig ausschließen zu wollen, was sein Bischof für äu-ßerstgefährlich erklärte, und wofür letzterer vom h. Vater die volle Zustimmungerhielt^). Daraus wollte Braun in Bonn eine Gutheißung der hermesi-schen Doctrin herleiten, als ob es zwischen Hermestanismus und Bautainis-mus kein Medium gäbe. Und als er und seine Freunde später dabei beharr-ten, mußte man darin in Rom geradezu eine Anklage sehen ff). Doch söhn-ten sich Bautain und seine Anhänger nach den vorhergegangenen Erörterun-gen in Rom aufrichtig mit dem Papste aus, dessen Ausspruch in Demuthanerkennend*). Als aber die zwei Professoren zu Bonn, Achterfeldund Braun, die unbedingte Unterschrift des päpstlichen Breve'S gegen dieSchriften des Hermes fortwährend verweigerten, entzog ihnen der EB. Co-adjutor von Cöln die Approbation ihrer Vorlesungen an der Universität,worauf sie der Staat i. I. 1844 zur Disposition stellte^). Ihre treue An-hänglichkeit an die kathol. Kirche, die man niemals hätte bezweifeln sollen,
Kreuzhage: „Uebcr das Verhältnis! des Hermes. Systems zur christlichen Wis-senschaft." s. ob. S. 1060. Notel, u. Hist, polit. Blätt. Bd. VII. S. 658 ff.Myfletor, der Hcrmcsianismus v. sr. dogmat. Seite beleuchtet. Rcgcnsb. 645.
1) Baltzer, Beiträge zur Vermittelung eines richtig. Urthcils üb. Katholi-cismus u. Protestantismus. H. 2. S. 156 u. 264 in d. Noten. Brcsl. 840.
2) st L7oe»rc/r, acta Romunu. Rips. 838. Vgl. dazu Hist, polit.Blätt. Bd. II. S. 526—43. R-'ar«-r st L7nem'c/r, msletemuta. tlisoloZieu.Rxs. 838. dcut. Bcarb. „thcol. Studien mit Anmerk." Cöln 839.
3) Rapport ü blgr. I'svöguo äs Ltrusb. sur Iss scrits äs K. I'ubbs Rantum.Rar. 838. Möhler, Sendschreiben an Hrn. Bautain, in dessen gesammelt.Schriften. Bd. II. S. 141 — 164. Vgl. Kurze Beleuchtung der Theorie des Hrn.Bautain im Katholik 1835. Bd. 57. S. 125 ff. S. 286 ff. u. viele Auf-sätze in der Bonner Zeitschrift.
ch) Braun, die Lehren des s. g. Hermestanismus re. Bonn 1835. Laokoon,od. Hermes u. Perrone v. Daniel Bernhardt (Braun). Cöln 840. Das Werklateinisch: Ruocoon sivs Rermssius st Rsrronins. Rutins sonvsrsus st variisaääitamsntis auetus. Lonnas 842.
4, Katholik 1841. Febr. Beil. Tüb. Q.-Schr. 1841. S. 371 ff.
5) Die Erklärung der Hermes. Professoren Braun u. Achterfcld über die Mo-tive ihr. Verweigerung der Unterschrift in d. Bonn. Ztschr. neue Folge. Jahrg.IV. H. 4. vgl. Katholik 1844. N. 1. 4. 16.