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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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1065
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§. 411. Die kathol. Littcratur, besonders in Deutschland re. 1065

Augsburg v. Merkte s. 1848 u. A. 3) TageS-oder Wochenblätterfür kathol. Geistliche und Laien: der Religionsfreund, die Sion, die Frank-furter , Passauer, Schweizer und Wiener kathol. Kirchcnzeitung, das schle-sische Kirchenblatt, das süddeutsche, nachmals Freiburger, das rheinischeKirchenblatt, die Mainzer, Münstcrer, Hildesheimer, Salzburger, Linzer u. a.Diöcesen kathol. Sonntagsblätter; seit 1848 mehrere Blätter, welche theilsdie wichtigsten Resultate der Wissenschaft, namentlich der Geschichtsfor-schung besprechen, theils religiöse Wahrheiten oder kirchliche Institutionenbehandeln und die Tagesereignisse auf dem kirchlichen Gebiete mitthcilen.Auch sind seit 1844 neben der Augsb. Postzeitung mehrere politische Zei-tungen von kathol. Gesinnung ans Licht getreten, die Südteutsche Zeitung,Münchner Volksbote, das Mainzer Journal, die deutsche Volkshalle, nach-mals Deutschland, das deutsche Volksblatt, Westphälischer Merkur, Echoder Gegenwart in Aachen, der österreichische Volksfreund in Wien u. A.

Neben diesen erfreulichen Erscheinungen entwickelten sich jedoch auch aufdem Gebiete der theologischen Wissenschaft und deö kirchlichen Lebens mancheunlautere Elemente, die oft zerstörend cinwirkten. Wir rechnen hierher zunächstdie hermesischen Händel. Verdient war allerdings der Kranz, wel-chen man auf das Grab des zu Bonn verstorbenen (26. März 1831) Pro-fessor Georg Hermes legte:Vom frühesten Jünglingsalter opferte die-ser wahrhaft große Mann alle Genüsse des Lebens dem Durste nach h. Wis-sen und dem Eifer für die christliche Religion. Zahllos sind seine dankbarenSchüler, und keinem Lehrer der Vor - und Mitwelt mag eS gelungen sein,eine innigere Anhänglichkeit und Verehrung bei seinen Schülern zu erwecken')",und sic, möchten wir noch binzusetzen, zu gleichem Ernste und gleicher Strengeim Leben wie in der Wissenschaft zu erheben. Doch duldete er andere Sy-steme nur mit Widerwillen neben sich, und hatte sich zufolge eines eigen-thümlichen Bildungsganges bis zu einem derartigen subjeetiven Standpunkteverirrt^):daß ihn fast nichts mehr rührte und ergriff; daß er bei allemäußern Gottesdienste beinahe kalt blieb, und nur dann hoffte wieder leichtgerührt und ergriffen zu werden, wenn er mit der Herleitung unddem Beweise der einzelnen Wahrheiten der Religion undMoral ganz im Reinen sein werde, und so nur auf die Re-sultate Hinschauen könne." In dieser einseitig egoistischen Vcrstan-desrichtung prägte sich in dem hermesischen Systeme, doch Hermes und sei-nen Schülern unbewußt, ein rationalistisch - pelagianischcr Grundcharakteraus, der nicht ohne Einfluß auf die Fassung vieler kirchlichen Dogmen blei-ben konnte. Daher die Verdammung der hermesischen Doctrin in Rom (26.Sept. 1835), und die Rechtfertigung *) derselben mußte bald um so mehr

1) Worte des Todtenzcttcls.

2) Vgl. Esser, Denkschrift aus Georg Hermes. Cöln 832. S. 135. n. 136.

*) krn rnainorm in Sachen des Hermcsianismns. Mainz 837. t M cckcl 1,

die hcrmesian. Lehren in Bezug aus die päpstl. Berurtheilung derselben urkundlichdargcstellt. Mainz 837. Berlage, Einl. in die chriftkalh. Dogmatik, mit Rucks,auf die päpstl. Vcrurtheilung der Hermes. Lehre Mimst. 830. Die ziemlich vvll-stand. Littcratur über diesen Streit s. in ptntosnpluaö Harmasil Ijeni-

nensm iwvar. rar. in tbeol. exnrelii sxzstieutin at oxmtimati». t.ps. 830. DasResultat Nicdncr's ist:daß Hermes davon weit entfernt geblieben sei, durch seinePhilosophie die Offenbarung fester zu begründen." Die ersten Angriffe auf Her-mes (von Windischmann ) im Katholik 1825. Oet. S. 1 ff. besond. Nov.S. 156 ff. Die Repliken ( v. Droste?) in der kathol. Monatsschrift v. SmetS»ach der besond. Ausg. Cöln 825. Pd, I. S. 81 ff. Bd. II. S. 101107, vgl.