1064 3. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 1. Capitel.
seau, Guido GörreS, Königsfeld, Simrock, Graf Pocci,EduardVogt, BedaWeber, PiuS Zingcrle, WladiSl. Pyrker,Christoph Schmid, Gallus Morel, Redwitz, 0. Zell, Pape,Gedeon von der Heide, Jda Hahn-Hahn, Anette v. Droste, Emi-lie v. Rings eis u. A.
Dieser Mn- und Aufschwung im theologischen und kirchlichen Gebiete istzum Thcile auch der in neuerer Zeit kühner und bestimmter auftretendenperiodischen Litteratur im kathol. Deutschland zuzuschreiben').Angeregt durch die Bestrebungen Friedrich Schlegel's traten nebst eini-gen theologischen Blättern von geringerer Bedeutung vor etwa 40 Jahrenzwei Zeitschriften auf, welche auf die Umgestaltung der Ansichten über Ka-tholieismus unter Katholiken und Aratholiken bedeutend gewirkt haben. Derimmer mehr stereotyp werdenden Ansicht, als halte der Katholicismus einestreng wissenschaftliche Kritik nicht aus, trat die Tübinger theologischeQnartalschrift (s. 1819) entgegen, mit Kraft und Gewandtheit dessensolide Grundlage in der Wissenschaft wie im Leben nachweisend. Bald daraufentstand die Zeitschrift Katholik (s. 1821), und suchte )n einer Zeit,wo der JndifferentiSmuS die tiefsten Wurzeln geschlagen, die katho l. Un-terscheidungslehren in weiten Kreisen vergessen schienen, und man sich derprotestantisch rationalistischen Aufklärerei immer mehr näherte, daS Motto:«(Uiristlamis milii uonion, «tMo/leus co^noiiroii» voranstellend, als„Lehrer und Warner" das Selbstgefühl der Katholiken anzurcgenund zu kräftigen. In erfreulicher Weise schlossen sich ihnen bald mehrere inähnlicher Absicht an, die man nach ihrem vorherrschenden Charakter bezeich-nen'kann 1) als wissenschaftliche, die sich zunächst an die TübingerQuartalschrift anschloffen: die von P letz (bis 1840) redigirte Wiener neuetheologische Zeitschrift, die Hug'sche Zeitschr. für d. Geistlichkeit d.Erzdiöcese Freiburg (s. 1828), die Bonner Hermesische Zeitschrift für Phi-losophie und kathol. Theologie (s. 1833), die Giesscner Jahr-bücher für Theologie und christliche Philosophie (s. 1834),die Freiburger Zeitschrift für Theologie (s. 1839), das Münch-ner Archiv für theologische Litteratur (s. 1842), die vonDieringer begonnene kathol. Zeitschrift für Wissenschaft und Kunst, daSOrgan für christliche Kunst von Baudri, die durch vr. Seitz redigirteZeitschrift für KR. und Pastorat, das Archiv für kathol. Kirchen-recht von Mop (s. 1857). Diesen Blättern, von denen mehrere eingingen,stehen am nächsten die durch das Cölner Ereigniß hcrvorgerufenen Münchnerhistorisch-politischen Blätter (s. 1838), die von ausgezeichnetenTalenten und gcsinnungsvollcn, in der Rede gewandten Mitarbeitern unter-stützt, dem kathol. Wesen in der Wissenschaft, der Politik, dem religiösen undkirchlichen Leben in den weitesten Kreisen Anerkennung verschaffen'wollen, derprotestantischen Geschichtsforschung gründlich zu Leibe gehen, und besondersnoch den modernen Staatstheorien und einem gefährlichen Liberalismus mitEifer entgegen treten. 2) Zeitschriften für die Amtsführung der prakti-schen Seelsorge, wie die zu Linz erschienene theologisch-prak-tische Monatsschrift, die bei dem Vorwalten des rein praktischenInteresses in der Zeit ihrer Blüthe 4 Aussagen erlebte, das Constan-zer Pastoral archiv, die Ath anasia von Benkert, der Seelsorgervon Zarbl, das Archiv für Pastoralconferenzen im Bisthume
1) Vgl. Katholik 1843. Januar. S. 1-17.