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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 39l. Zwiespalt zwischen dem Kaiser und Papste.

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erlangte er in den Coufercnzen mit dem Kaiser für die Bischöfe eine freiereAusübung ihrer Gewalt, setzte es auch durch , daß man die Hindernisse fürdie Aspiranten zum geistlichen Stande verminderte, und manche Vorkehrun-gen traf znm Besten der christlichen Erziehung der Jugend, des geistigenHeiles der Kranken, der Soldaten u. A. Die Zurückgabe der Legationenin Italien und d>c Zurücknahme der organischen Artikel verweigerte derKaiser indcß standhaft. Erst als dieser sich in Italien die lombardischeKönigskrone auf sein Haupt setzen lassen wollte, ward auch dem Papste,gleichsam im Gefolge des Kaisers, die Rückkebr verstattet (4. April 1805).In Lyon und Turin wurden ihm außerordentliche Ehrenbezeugungen veran-staltet^. In Turin erlangte der Papst auch vom dortigen Erzbischof dieseither standhaft verweigerte Verzichtleistung auf seine bischöfliche Würde,und in Florenz söhnte sich B. S c i p i o R i eci, Urheber der Synode vonPistosa Hs. S. 944.), aufrichtig mit der Kirche und Pius VII. aus. NachRom zurückgekchrt, wandte der Papst neben den Sorgen für die Leitung derKirche seine Aufmerksamkeit auch dem Gedeihen und Aufblühen der Künste zu.Z. 39t. Zwiespalt zwischen dem Kaiser u)i,d Papste.pr!wi» 0 lis relntik ö. I liislnirs occl. dos premlöres nnnven ilusXIX. siöelv. knr-8l4. Orrs8pou<lunet! nnllioiilchnoFOo In (our elo Ilnmö.nvse, In. b',>nmgüepuiii Inuvnsion äs l'elnt Uiaunin I'enIövonieiU. du Lvuvernin

I'outis«. >809. Jäger, LcbenSbeschrcib.'Pius VII. Frkf. 825. Die Werkevon Pacca, Artaud Bd. ll. Wiscinan s. vor Z.;390. ^

Die Mißstimmung, welche den Kaiser gegen den Papst schon zu Paris er-griffen hatte, trat immer klarer hervor. - Nachdem er das Ansehen des Pap-stes gebraucht hatte, seiner Herrschaft in den Augen der Völker eine höhereWeihe zu geben, nachdem durch seine Einwirkung im neuen franz. Katechis-mus folgende Lehren besonders eingeschärft waren: daß jeder, welcher sichdem vom Papste gesalbten Kaiser widersetze, ewige Verdammnis erleidenwerde, und daß der Kriegsdienst für den , welcher den Altar der Kirche wie-der hergestellt habe, eine der ersten Pflichten des Christen sei, — fühlte ersich durch das Dasein einer Macht verletzt, die den Menschen mehr als dieseinige galt, und faßte den Gedanken, das Papstthum zu unterwerfen, wiedie Könige seine Oberherrschaft anerkannten. Darum suchte er offenbarFeindschaft mit dem Papste. Gleich nach seiner Krönung zum Könige Ita-liens im Dome zu Mailand (26. Mai 1805), wobei sich Napoleon wie zuParis die Krone mit den Worten selbst aussetztc: „Gott hat sie mir gegeben,wehe dem, der sie anzugrcifc» wagt," hatte er mehrere für die Kirche höchstnachtheilige Decrete erlassen, auch zur unveränderten Einführung seinesCodecivilin Italien eine Commission niedergesetzt. Außerdem ernannteer gegen die Bestimmung des mit der italienischen Republik geschlossenenCvncordats^) in Italien Bischöfe, und setzte neue Normen dafür fest. DerPapst versagte den also ernannten Bischöfen die BestätigungSbullcn, wieer auch das Ansinnen, die von des Kaisers Bruder Hieronymus einge-gangene Ehe zu scheiden, von sich wieü. Doch gcriethen diese Angelegenheitenwährend des Feldzuges von 1805 ins Stocken. Napoleon äußerte oft: nurder König von England und der Kaiser von Nußfand seien Herren in ihremLande, und könnten unumschränkt auch über alle kirchlichen Angelegenheiten ver-fügen. So reifte sein Plan, den Einfluß des päpstlichen Stuhles zu beseiti-

>) Neueste Gcsch. deck Kirche C-r.L.Buch II. S. 306-313.2) Neueste Gesch. Buch II. S. 261 ff.