990 3. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt, t. Capitel.
cret Bvnaparte's (30. Dec. 1799) konnte derVater der Christenheit mehrereMonate nach seinem Tode eine Grabstätte erhalten. Lange nachher wurdenseine sterblichen Ueberrestc unter wehmüthiger Freude nach Rom gebracht')und in der Basilika des h. Petrus beigesetzt (17. Febr. 1802).p. §. 390. Das Pontificat Pius VII. (14. März 1800 — 21. Aug. 182Z>.
(Oaprara) Ooucoräat entrs Io Fsuvsi-nsinsnt Oanpais st Is paps. Par. 892.
«In paps st >Is svs «Iroits rol. L I'ooer»». <In 6<>m'or>I»t. k»r. >803. cks Drückt, Iss qnalrs Ooncorllats. Par. 818. 2 V. (^.rlanä!, I,i-i»i>säu paps Pis Vit. Par. deutsch. Wien. 2 Bdc. ffPacca, histor. Dcnkw.über Pius VII. Augsb. 831. 3 Vdc. -j-Wiscman, Erinnerungen an die4 letzten Päpste, a. d. Engl. Schaffst. 858. Bgl. neueste Gcsch. der KircheEhr., u. Gams, Bd. I. S. 26 ff.
Da Rom beim Tode Pius VI. noch in der Gewalt der Franzosen war,versammelten sich 35 von verschiedenen Seiten aus der Gefangenschaft unddem Exil herbeigeeilte Cardinäle zu V en cd ig im Kloster von San GiorgioMaggiore zu einem Conclave (1. Dec. 1799 — 14. März 1800), und wähl-ten Gregor Barnabas Chiaramonti, Cardinal und B. von Jmola, zumPapste als Pius VII. Vernichtet war so die höhnisch verkündigte Weißa-gung der Pariser ClubbS: daß nach Pius VI. kein Papst mehr den StuhlPetri besteige» werde.
Am Feste des h. Benedict (21. März) , zu dessen Orden der neue Papstgehört hatte, ließ er sich ohne Pomp krönen. Das Kloster wurde zum Quiri-nal und die Kirche des hl. Georg zum Vatikan. Der deutsche Kaiser FranzI I., der dem Papste in seinen Staaten ein freies und ehrenvolles Asyl gab,ernannte den Marchese GH isili eri von Bologna zu seinem bevollmächtigtenMinister beim hl. Vater. Auch die Geschäftsträger von Sardinien und Nea-pel und im Namen des Königs von Spanien der Patriarch von Antiochiabrachten ihm sogleich die Glückwünsche und Huldigungen ihrer Souveräne.Selbst Paul I. von Rußland schickte einen Bischof nach Venedig, der denPapst des Schutzes der durch die Theilung Polens ihm (1794) zugefallenenkathol. Lande versichern sollte. In Rom hoffte man die Wiederherstellungder weltlichen Herrschaft des Papstes, die seit dem 15. Febr. 1798 durchUsurpation aufgehört hatte, und brachte ihm darum die Huldigung in Venedig.Pius VII. war auch so glücklich, unter dem Schutze der verbündeten Mächte,besonders Oesterreichs, bald nach Nom zurückkchren zu können (3. Juli),wo er mit lautem Jubel begrüßt wurde. Sein erstes Geschäft war, daß ersich in die Kathedrale zur Anbetung des heil. Sacramentes begab. Sogleichwar er darauf bedacht, die von der Revolution geschlagenen Wunden zu hei-len. In einer Encyclica hatte er die zweckmäßigsten Mittel angegeben,den Schaden zu heilen, den die kathol. Kirche erlitten hatte. Die päpstlicheRegierung in Ancona und Perugia wurde wieder hergestellt, der Getreide-handel frei gegeben. Consalvi ward erst provisorisch, nach seiner Erhebungzur Cardinalswürde definitiv zum Staatssekretär ernannt. Um die 50 Mil-lionen Schulden zu bezahlen, gab Pius das Beispiel der Sparsamkeit, undsetzte die Einkünfte des päpstlichen Palastes von 150,000 Scudi auf 36,000herab; gab Gesetze zur Wiederherstellung der guten Sitten, und verkündetemit der Einführung der früher» Regierung eine Amnestie, die nur die Anstif-ter der Rebellion ausschloß").
1) Neueste Gcsch. der Kirche Ehr. Buch I. S. 152-56.
2) Neueste Gesch. der Kirche Ehr. Bd. I. S. 113—120; PiuS VII. Rede