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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
Entstehung
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975
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§. 383. Missionen der Protestanten.

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Die große, heldenmüthigc Llufopserung für Missionen, welche sich in derkathol. Kirche seit der Entstehung des Protestantismus wie in früheren Jahr-hunderten offenbarte, bat sich niemals in der protestantischen Kirche in glei-chem Grade bekundet. Selbst bei ungleich größer» Mitteln sind die von ihnenunternommenen Missionen nicht gleich fruchtbringend gewesen. Auffallend er-scheint besonders, daß die Protestanten in der ersten Zeit der Begeisterung sichnicht gleich dem damals erstehenden Jesuitenorden ungezogen fühlten, fernenheidnischen Völkern den Trost des Evangeliums zu bringen. Doch sie entschul-digten sich damit, sic hätten in der Nähe an den Katholiken Götzendiener genugzu bekehren, ein Beweggrund, den übrigens die Jesuiten von ihrem Standpunkteans ebenso gut gegen die Protestanten hätten geltend machen können, nur sichdem gefahrvollen Missionsgeschästc zu entziehen. Den meisten Beruf fürMissionen fühlte noch die Brüdergemeinde in sich; aber das wunderlich ge-formte Evangelium der Herrnhuter war immer nur für eigcnthümliche, be-reits gebildete Individuen genießbar und anziehend, während der rohe Wildeganz gleichgültig dagegen blieb. Der Wunsch Englands, sich seine Colo-nien in Nordamerika mehr zu befestigen, erzeugte das Verlangen, dieEingcbornen zum Cbriftenthume zu bekehren, und als John Eliot') dieVerkündigung des Evangeliums dort begann (1046), bildete sich eine Ge-sellschaft zur Ausbreitung des Christentbums, welche von der anglicanischenKirche geleitet wurde (1649). Die frommen Herrnhuter') und Metho-disten dagegen arbeiteten dort mehr aus innerem Drange an der Bekehrungder Wilden. Nach diesen Vorgängen erhielt die Regierung von Dänemarkauch für ihre ostindischen Besitzungen eine Mission zu Trankcbaris. l796), die besonders von dem Waisenhausc zu Halle durch fortwährendrege Tbeilnabme belebt wurde. Der Erfolg in Ostindien aber war gering,bedeutender in Westindien unter den Sklaven"). Für das eisige Lapp-land^) und Grönland, wo schon frühzeitig kathol. Missionäre das Chri-stenthum gepflanzt hatten, das aber im Laufe der Zeit beinahe ganz erstorbenwar, sorgten die Negierungen von Dänemark und Schweden. Nach Grönlandführte ein frommes Verlangen den norwegischen Pfarrer Hans Egede"),der das sagenhafte Land durch Unterstützung der dänischen Regierung dereuropäischen und christlichen Welt wicdergcgeben hat (1721). Die dänischenColonicn haben dem Christenthume den Bestand gesichert"). Bemerkenswcrthist noch das Institut, welches der Professor Callenberg in Halle zur Be-kehrung der Juden und Moslims gründete (1728) , ohne jedoch für seinenwarmen Eifer einen Erfolg zu ernten.

§. 381. Das Berhältniß der Katholiken zu den Protestanten.

Die Stellung der Katholiken und Protestanten zu einander war nicht inallen Ländern gleich. Am friedlichsten war dieselbe »och im deutschen Reiche,wo der 36jährige Krieg das Vaterland verwüstet und die Gemüthcr tief ge-

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2> Uebcrsicht der Misstönsgcsch. der cvang. Brüderkirchc. Gnad. 833. Vgl.Walch, neueste Rclig-Gcsch. Bd. VIII. S. 25l ff.

3> Haller Missionsbcrichte seit 1708. Walch, a. a. O. Bd. V. S. l l9.

4) Xcta bist. sed. Bd. XI. S. 1 ff.; XV. S. 230 ff.

5) H. Egcdc, Nachricht v. d. grönl. Miss. Hamb. 740; Paul Egedc,Nachricht von Grönl. aus einem Tagebuch von 1721 40. Kopenh. 790.

6) Berichte d. Jnstit. b. l791. ^cta bist. eed. nostr. tsmp. Bd. II. s. 711 ff.