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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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973
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§. 381. Die Methodisten. 973

der Glaube an die Gottheit Christi und seine Erlösung als das theuersteKleinod gepflegt wurde.

§. 38t. Die Methodisten.

Hampson, Leb. John Wcslcp's u. Gcsch. der Methodisten, a. d. Eng!, vonNicmepcr. Hat. 733. 2 Bde. Leben G. Whitcficld's nach d. Engl, vonT h o l u ck. Lp;. 834. Möhler, Symbolik, Buch It.

John Wcsley sammelte in Oxford einen Verein frommer Studentenum sich (1729), welche von ihrer abgemessenen, pedantischen LebensweiseMethodisten und heil. Clubb genannt wurden. Sie brachten für Eng-land, wo der Neberreiz der politisch-religiösen Revolution erst eine geistigeAbspannung und dann den frivolsten Unglauben erzeugt hatte, eine mächtigereligiöse Erregung speciell für das D o gm a v o n d cr R c ch t fe r t i g u n gund die Nächstenliebe hervor. Durch die vereinten Bemühungen desCarl W cs l e y (Bruder des John) und des Whitefield (s. 1732),welcher eine erschütternde Beredsamkeit besaß, haben sie sich weiter ausge-breitet, und in der Folge durch ihre Bekanntschaft mit den Herrnhutern ihreEigcnthümlichkeit bestimmt ausgeprägt. Ihr Augenmerk hatte sich sogleichauf Nordamerika gerichtet, und aus der Reise dahin lernte Carl Wesleymehrere Herrnhuter kennen und schätzen. Um deren cigcnthümliche kirch-liche Einrichtungen noch genauer zu erforschen, trat John Wcsley mitSpangenberg in Verbindung, und besuchte die Herrnhuter-Gemeinden inHolland und Deutschland (1738). Zweifelhaft aber ist cs, ob sich hievonauch seine Lehre vonderplötzli che n Bekehr ungnach vorherge-gangenen zermalmenden Gefühlen und vom wahren Glaubendatire. Nach seiner eigenen Erklärung fühlte er sich nicht lange darnach zuLondon (29. Mai 1739, vor 9 Uhr) plötzlich während der Ablesungvon Luthcr's Vorrede zum Briese an die Römer in den Zustand der Bekehrungund des Glaubens versetzt. Bei dem völligen Durchbruch der Gnade sei erund werde jeder der Anhänger in einen Zustand versetzt, in welchem selbstalle unordentlichen Regungen der Sinnlichkeit sich verloren haben, so daßman sich völliger Sünd el osigkeit erfreue. Die von ihm versammelteGemeinde entwickelte unter vollkommener Beibehaltung der anglicanischcnGlaubensartikel, Kirchenverfassung und Liturgie einen ask etisch en Charak-ter durch häufiges Fasten, besondere Betstunden, Bibellcscn, öfteres Com-municiren und eifrige Nächstenliebe. Die lebensvolle Begeisterung ihrer Pre-digten, besonders bei Whitefield verschaffte der Gemeinde bald eine wei-tere Ausdehnung in England und Nordamerika. Als der Neid einen Con-flict mit der anglikanischen Kirche erregte, constituirte Wesley die Gemeindeseparatistisch, erhob sich zum Bischof und ordinirte'Priester. Nun begannein Kampf mit der herrschenden Kirche, aber auch mit den Herrnhutern.Außer dem persönlichen Ehrgeize zwischen Zinzendorf und Wcsley ging dieControverse von der Wiedergeburt und Gnade aus. Selbst Wesley undWhitefield trennten sich (1740), da der crsterc in Beziehung auf die Präde-stinativnslehre arminianisch, der zweite calvinisch dachte, wodurchwesley'sche und whiteficld'sche Methodisten entstanden; die ersten waren zahl-reicher. Ungeachtet des nachdrücklichen Strebens nach einer sittlichen Voll-kommenheit verfielen mehrere ausantinomistischeGrundsätzc, welchezu völliger Sittenlosigkeit führten, was den erstaunten Wesley zu der Meinungveranlaßte, seine Gemeinde habe noch zu viele calvinische Elemente. Sein