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was Semler angedeutet hatte. Damit entstanden heftige Streitigkeiten, na-mentlich über die sy m b o l i s ch e n B ü ch er Z.
Neben diesen Universitätsthcologen erhoben sich noch die Popularphilo-sophen Mendelssohn, Engel, Nicolai, Sulzcr n. m. A. Siestanden mit den berühmtesten Theologen Berlins, Spalding und Teller,in Verbindung. Ja eS bildete sich dort ein geheimer Verein, „dieGe-sellschast zur Verbreitung von Licht und Wahrheit," derenStifter der Bibliothekar Bicster war. Sic wollte die Religion neu gestal-ten, Tyrannei und Usurpation abwenden, die dogmatischen Lehren mehr inden Hintergrund, die Moral mehr in den Vordergrund stellen. Tellerentnervte und verflachte besonders (1772) die biblischen Begriffe in seinemdeutschen Wörterbuch zum N. T.
Auch die damals meist unter Protestanten ausblühcnde ela ssische Li-teratur Deutschlands war dem Christeuthume meist entfremdet. Ans dastheologische Gebiet wurde zunächst Lessing') geführt (ff 1781), der schonvon seinem Vater zur Theologie bestimmt war, aber an de» Vorlesungenüber dieselbe in Leipzig wenig Gefallen fand. Doch sprach er später alsBibliothekar in Wolfenbüttel aus Liebhaberei mehrfach in theologischen Streit-fragen mit. So gab er die Wvlfenbüttler Fragmente heraus, „umdie orthodoxen Theologen, die so übermüthig seien, wegen ihrer Gründeverlegen zu machen. Der gelehrte Theologe, nicht aber der Christ, könntesich darüber verlegen fühlen." In einem historischen Aussätze schloß er sichan Seniler an, und nahm eine natürliche Relig ion wie ein natürlichesRecht an; aüe positiven und geoffenbarten Religionen waren ihm gleichwahr und gleich falsch, daher legte er auch seinem Nathan demW e i scn die Worte in den Mund: „der rechte Ring sei nicht erweislich, fastso unerweislich, als uns der rechte Glaube!" Sein Buch: „Erziehung deSmenschlichen Geschlechtes" hatte die doppelte Tendenz, auf den tiefen undoberflächlichen Leser zugleich zu wirken, und zwar im letzter» den flache»Naturalismus zu bekämpfen. Besonders wichtig wurde sein Streit gegendie starren lutherischen Orthodoxen über die von ihnen verworfene Tradition:sie hätten mit diesem verhaßten Namen allzuviel und allzu voreilig verworfen.Herders (1744—1803) schildert das Christcvthum in seinen apologeti-schen Schriften nicht als das einzige Heilsniittel für den in Elend und Unglückversunkenen Menschen, nicht als den alleinigen Weg des Menschen zur Selig-keit; sondern empfahl es besonders von seiner ästhctischen Seite. Seit-dem er als Gencralsupcrintendcnt in Weimar mit de» beliebtesten deutschenSchriftstellern in Verbindung kam und selbst als Dichter gefeiert wurde, suchteer dem herrschenden Zeitgeiste immer weniger anstößig zu werden. Dabei
1) Vgl. Walch, neueste Ncl. Gcsch. Th. II S. 305 —.782., nnter de» Rc-formirten ebendas. Th. III S. 285 — 98., in Engl. Th. IV. S. 49i —566.ffD«»m.eumai//', bist. uuvviiu-t» r «utroveroiur. cle ».urtoritut«- !>>>r»r. xxmliolwor.lntor Imtboruuos. b'rib. 780.
2) Uebcr die Entstehung der geoffenb. .Religion; Nathan; eine Parabel nebsteiner kleinen Bitte u. eventual. Msagungsschreiben. Rölhige Antw auf cinc schrunnöthigc Frage des Hauptpaftvr Götze; Antigötze 1778. t Sämintl. Werke, Hrsg,von Lach mann. Bd. 10. u. ll.i Schwarz, Lcssing als Theologe. Halle 854.Staudenmaicr, der Protestantismus re. Bd. II. es. 22k ff. Wolfg. Men-zel, deutsche Dichtung, Bd. UI. S. !47 ff.
3) Christ!. Schriften in 5 Samuil. Lpz. 794 ff. — Werke zur Rel. u. ».hcoi.hcrausg. von I. G. Müller. Tnb. 805 ff. 10 Bdc.