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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 378. Bibcltheologcn; classische Litteratur Deutschlands.

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Christenthums. So verfaßte Coccejus eine rein biblische Darstellungder Glaubenslehre unbekümmert um die Formeln der Kirchenlehre ^) DieseReform ging namentlich von einer neuen Behandlung der h. Bücher aus,welche nach dem Vorgänge des Hugo Grotiuö und des Arminianer Wet-stein (-f 1754)') ihren sie von der profanen Litteratur auszeichnendenCharakter gänzlich verloren. Der von den Reformatoren mit großer Innig-keit erfaßte G l a u b e an die Infpi rati on der h. Bücher ward ausge-geben. Solche Bestrebungen begannen in Deutschland mit Joh. DavidMichaelis^), seit 1745 Professor zu Göttingen (ff 1801). WährendErncsti (170781) die profane Philologie mit dem Studium der Theologiezu verbinden suchte^), wandte sich Michaelis der profanen Geschichte, denAlterthümcrn und den orientalischen Dialekten zu, ohne die umfassende Kennt-nisse des Ernesti und Baum garten zu besitzen, und verflachte die biblischenIdeen weit mehr als beide. Nun gingen aber S emler (172591), einSchüler Baumgarten's, M orus, ein Schüler Ernesti'ö, Koppe und E i ch-hvrn, Schüler von Michaelis, viel weiter. Unter ihnen wurde die Neologiedes vulgären Rationalismus vollkommen ausgebildet; am meistendurch Semler^), dem Baumgarten eine Reform der Theologie empfohlenhatte. Semler, seit 1752 Professor zu Halle, besaß großes Gedächtniß,nicht unbedeutenden Scharfsinn und eine rege Phantasie; aber es ging ihmalle tiefere philosophische Bilvung ab. Bei Lösung seiner Aufgabe stellte erdie sonderbare Meinung auf: cs gebe eine öfsentlicheund einePrivat-religion; die erste bestehe in dem vollkommenen CultuS, woran nichts ge-ändert werden könne. Die von ihm hervorgebrachte Revolution ging beson-ders von der Behandlung d er Excgese aus, namentlich von der exccn-trischcn Kritik der Bücher des A. T., welche theilweisc Mythen enthaltensollten, und dem Systeme der Accommodation. Außerdem behaupteteSeniler, daß nur die moralisch en Wahrheiten der Bibel Brauchbar-keit in der christlichen Kirche hätten, und kam so auf historisch kritischem Wegezu demselben Resultate, zu welchem die Popularphilosophen auf einem anderngelangt waren. Jetzt zerfielen die Universitätstheologen in drei Claffcn:Einige blieben dem orthodoxen symbolischen Lehrbcgriffe treu;Andere suchten die Form des biblischen Glaubens beizubehaltcn,aber die Hauptlehren zu verflachen und nur die moralischen Wahrheiten hcr-vvrzuheben; noch Andere endlich traten entschieden feindlich gegen diepvsitivenOffenbarungslehren aus, und bildeten systematisch auö,

1) 8unuua äootruui äv t'osüsro et Tostau,outo I)oi, Uu^-9at. 648. .-Uboi'tt,Oartesius et Loocchus desei-jxt,! et retütati, iluel. 678. 4.

2) U^etster»», Prolog«»,, eun. tu 17. 7'. (1751): blov. Testaurout. .laust. 17522 7. s. In seine» Erklärungen bringt er viele Aussprüche des class. AltcrthumSals vermeintliche Parallelen zu Bibclstcllcn; so auch zu Matth. 6, 34:Sorgetnicht ängstlich snr den morgigen Tag u. s. w." das cpikuräisch leichtsinnige Ho-ratianischc «liotuiu bei: Oarpo ,l,oiu, guau, uuuiiuo «roüulus postorv oderlnetus iu pravseus aulums, gu>ul ultra ost, nelorit eurare. Dazu aber machteOlcarius die treffende Bcincrknng: bT-rär« igitur, uou sensu plorus>p,o Masrentontlas «um salutari 8alvatoris «lortriua «tmsplraro arlntramur.

3) Lcbeusbeschr. von ihm selbst, mit Anm. von Hassen kamp. Rint. n. ppz.793. *Ein l. j,,s A. und N. T.; das Mosaische Recht u. A.

4i v. «rat. >Io lürnost. optiuui post Orot. iluee iutorprot. X. T.

bugcl. L. 804. 4. iustituti» imorpretis bl. '1'., zuletzt v. Ammon cdirt.

5l lieber Semler, Eichhorn u. die andern genannten vgl. Frcib. Äir-chcnler. unter ihren Namen.