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3. Zeitraum. 2. Periode. 1. Zeitabschnitt. 2. Capitel.
allein sei der Himmel und die Hölle, eö gebe weder Gott noch Teufel, dieGeschichte von Christi Geburt, seiner Auferstehung u. s. w. sei eine Fabel; dieBibel mache keinen Unterschied zwischen Ehe und Hurerei; Priester undObrigkeit müßten aus der Welt gejagt werden." Diese Bestrebungen warenzum Theil von dem für französische Litteratur so eingenommenen FriedrichII. von Preußen begünstigt worden. Unter seiner Regierung fanden leicht-sinnige Religionsverächter Frankreichs in der Hauptstadt Aufnahme; unddie religion- und kirchenfeindliche französische Litteratur wurde besondersunter den vornehmeren Ständen begünstigt. Dazu kam noch das weit verbrei-tete litterärischc Institut derNicoIaischenRccensivnsanstalt (deutscheBibliothek durch Nicolai 1764—1806h, die es planmäßig darauf anlegte,alle dem Glauben, wie jeder liefern Geistcsrichtung feindlichen Schriften zuempfehlen. Die von Reimarus (ff 1768) verfaßten und von Lesstng her-ausgegebenen s. g. Wolfenbüttel'scheu Fragmentes, welche denCharakter einer erbitterten Opposition gegen die christliche Kirche an sich tra-gen, übten einen äußerst zerstörenden Einfluß. Das Unternehmen Jesu wirdals ein unglücklicher Empörungsversuch dargestellt; die Geschichte der Auf-erstehung aufs äußerste angegriffen, die Möglichkeit einer Offenbarung inAbrede gestellt. Und die hier vvrgetragencn Ansichten wurden bald ein Ge-meingut der höheren Stände. Was etwa für die nicdern Volksklassen nochfehlte, vollendete Bak> rdt, der hinter einander Professor der Theologiem Leipzig, Halle und Gießen, dann Director einer philanthropischen Gesell-schaft war, und an den Folgen seines ausschweifenden Lebens als Gast-w irth starb (1792). Den geschichtlichen Inhalt der Bibel suchte er durchabenteuerliche Hypothesen zu zerstören, den kirchlichen Glauben unter demVolke durch seine leichtfertige Neologie zu untergraben. Dabei gestand erjedoch: „Wenn die Orthodoxen (Protestanten) mich dafür bezahlt hätten, sohätte ich für sie und ihr System geschrieben, nun aber schreibe ich für dieandern." In ähnlicher Weise wirkten Wünsch , der Jesum als einen Ge-täuschten darstclltc, und Vcuturiui, der aus dem Leben Jesu einen ge-schmacklosen Roman machte. Mit etwas mehr wissenschaftlichem Ernste griffMauvillon^) sowohl den göttliche» Ursprung, als die Sittenlehre desChristcnthums an.
h. 378. Bibclrheologcn; classischc Litteratur Deutschlands.
Tholuck, Abriß ein. Gcsch. d. Umwälz seit 1750 .auf dem Gebiete der Theol.in Deutschland. (Verm. Schriften Bd. !l. S. j —147.) Der Protestan-tismus in fein. Sclbstauflös. Lchaffh. 843. 2 Bdc. Krit. Gcsch. dcö Na-tionalismus n. d. Franz, d. Saintcs v. Ficker. Lpz. 845.
Als sich jetzt die Volksmaffe vom kirchlichen Glauben lossagte, begannenauch die bedeutendsten Tbeologcn eine freie, selbstständige Auffassung des
1> l. Von der Vcrschreiung der Vernunft aus Kanzeln. 2. Von der Unmög-lichkeit einer göttl. Offenbarung. 3. Bon der Unglaublichkeit dcö Durchzuges derIsraeliten durchs roihe Meer. 4. Daß das A) T. nicht geschrieben sei als Ncli-gionSoffcnbarung. 5. Die Falschheit der Auferstehung t „Zur Geschichte und Lü.aus den schätzen der Wolf. Bibl. Bcitr. 3. 4. Wvlfcnbüttel 777. Von demZwecke Jesu und seiner Jünger. Braunschw. 778") Fragt», des Wolfcnb. Unge-nannten, herausgcg. von Lcssing. 4. A. Bcrl. 835. Vgli eLatu bist., eeel. nostr.reinig. Bd. V. S. 7ll ff. und Frcib. Kirchcnlcr. 8. v. Fragmente.
2) Vgl. Gcsch. s. Leb. von ihm selbst. Bcrl. 794. 4 Bdc. u. Freib. Kir-chcnlcr. Bd. l. S. 583 ff.
3) Das einzig wahre System der christl. Religion. Berl. 787.