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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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934
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934 3. Zeitraum. 2. Periode, t. Zeitabschnitt. 1. Capitel.

anssterbendc Utrechtcr Capitel durch mehrere zerstreute Pfarrer wenigstensals Collc g i u m zu erhalten suchte. Von nun an flüchteten sich die Janse-nisten bicrber; und als sich sogar der apostolische Vicar Peter Kodd e,Erzbischof von Schafte (s. 1688), offen als Janscnist zeigte, snspendirte ihnClemens XI. (1702) und ernannte den Peter von Kock zum Provicar.Aber diesem, wie den folgenden Biearien Da einen, B. von Adriauopcl (s.l 707), und Bylevclt wurde die Mission durch die janscnistischeu Umtriebevereitelt. Quesnel selbst hatte sich nach Amsterdam zurückgezogen (1703)und für den JanseniSmuS gewirkt, was nach seinem Tode (1719) Petitpied,Faulu n. A. sortsetztcu, mit den Jausenisten Frankreichs in steter Verbindungbleibend. Auch die holländische Negierung, welcher an der Opposition gegenRom viel gelegen war, begünstigte die Jansenifteu. Diese Umstände führ-ten de» französischen Diakon B o ull cn o is (1716) und DominicasVarlet, B. von Babylon, nach Holland. Der letztere vollendete die Ver-wirrung. Als nämlich das vorgebliche Capitel von Utrecht denCvrnel. Steenoven zum Erzbischof von Utrecht (1723) wählte, weihteibn Varlct, obschon er von seinen bischöflichen Functionen snspendirt warund ungeachter der Protestation Nom's. Zu demselben Schritte verstand sichVarlct nach dem Tode Stccnovcn's noch einigemal, bis endlich der ErzbischofMeindartö auch noch die Bisthümer Harlcm und Dev enter wiedcr-berstelltc (1742), wodurch die Möglichkeit gegeben war, den schismatischenEpiskopat vor dem Erlöschen zu bewahren. Ja er hielt 1763 zu Utrecht eineSynode, und sandte die Arten derselben nach Nom. In dieser Weise bestehtdas Schisma bis heute ungeachtet zahlreicher VcrcinigungSversuchc. Dasgrößte Hindernis besteht darin, daß die Utrechtcr nicht zur Annahme derBulle l'nchoiiitim zu bewegen sind. Uebrigens erkennen sie den römische»Primat an, und seder neu gewählte Bischof bezeugt dem Papste seine Ver-ehrung und Unterwürfigkeit, dieser aber nimmt meistens keine Rock; davonoder ercommnnicirt den Gewählten ^).

tz. 366. Quietismus; Molinos; Gupon.

Der Jansenismus batte seine Geschichte noch nicht durchlaufen, als schonneue Unruhen, ein Produkt desselben dunkeln religiösen Gefühles, die Auf-merksamkeit der Theologen beschäftigten. Eine solche Richtung fand inM icha.cl M olinos ein bedeutendes Organ. Er war in der Nähe vonSaragossa geboren, also'in einem Lande, wo sich bald neben der wundersamenBlütbe der edelsten Mystik der h. Theresia, des Job. vom Kreuz, Ludw. vonGranada, besonders in Sevilla antinomistischc und visionäre Verirrungenzeigten. Er hatte in Coimbra und Pawpelona studirt; seit 1669 lebte er inRom, wo sich viele der frömmsten und angesehensten Personen seiner geist-lichen Leitung anvertrauten. Hier verfaßte er auch ein mystisches AndachtS-buch (g cistlich er W egw eiser), welches mehrere Jahre hindurch unge-mein geschätzt und aus dem Spanischen ins Italienische und Französischeübersetzt ward ^). Nach genauerer Prüfung verursachte es ihm aber Ver-folgungen, bis er als Büßender seine Jrrthümer abschwur (1087). Zwarerhielt er die Absolution, mußte aber in der Haft bei den Dominikanern vor-ig Waleb, neueste Religionsgcsch. Th. VI. S. 82 ff.; S. 165-174.; ö.489-538. Tnb. Q.-Schr. 826. H. 3. S. 178 ff.

2) 6-n/cknIi<»u.68I span, schon 1675, lat. durch Franke 168>,denk, durch Arnold. 1699. Usoie-il des rüv. piöoes eonoornant le ^»imismo.Timst. 688. Val. h. 6. k. II. I>. 541.