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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 363. Die Päpste des 18. Jahrhunderts.

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Sogleich nahmen sich die bonrbouischcn Hose der Sache an, fordertendie Zurücknahme des päpstlichen Breves, und da der Papst nicht gleich cin-willigte, besetzte der französische Hof Avignon und Venaissin und der neapo-litanische Bcncvent (1769). Clemens benahm sich standhaft, suchte Unter-stütmng bei Maria Theresia, der er sammt ihren Nachfolgern, alsKönigin von Ungarn, den Ehrennahmenapostolischer König" ertheilthatte, und bestätigte den Jesuitenorden aufs Neue. Aber es schien, alswollte» alle kathol. Mächte für die semals wirklich oder vermeintlich erlit-tenen Uebergriffe des Papsttbmns sich rächen, und als sollte dessen Würde,die sich »> der vorigen Periode gegen de» Stmm der protestantischen Fürstenaufrecht erhallen batte, nun durch kathol. Fürsten untergraben werden.Sogar die Rcpn blik Genua erlaubte sich, den päpstlichen Stuhl zu ver-höhne», indem sic aus die Einbringung des nach Corsiia gesandten päpstlichenVisitators 6990 Scudi setzte. Auch die Kaiserin Maria Theresia antwor-tete:cS seien dies politische und nicht religiöse Angelegenheiten; sie würdeUnrecht tbun, sich darein zu mischen." Clemens erlebte den Ausgang desStreites nicht. Die den Fürsten ergebenen Cardinäle setzten nach einem3 Monate und 4 Tage dauernden Conelave die Wahl des Cardinals Gan-ganelli ans demFranziseanerorden durch, der als Clemens XIV. (176974) die Aussöhnung mit den bourbouischen Höfe» herbeizuführen suchte').Durch das Breve «domirnm an redomptorn (21. Juli 1773) hob er denJesuitenorden auf'); den Bruder des Ministers Pombal beförderte er zurCardinalswürde und bestätigte die Ernennung Pereira's zum Bischöfevon Coimbra; die vielen Fürsten anstößige erneuerte Vorlesung der Nacht-mahlsbulle hob er für i m m e r auf. Dafür erhielt er Avignon, Venais-sin und Benevent zurück, und Portugal nahm den päpstlichen Nuntius wie-der auf. Aber der Papst mußte gleichwohl dulden, daß die Negierungenvon Spanien, Neapel und Venedig mit der Kirche und ihren Gütern will-kürlich schalteten. Das Gerücht von seiner Vergiftung ist durch den Eiddes Franziscaner-Conventuals Marzoni und die Erklärung seiner Aerztcals gänzlich ungegründet dargcthan. Das Pontisicat Pius VI. (AngeloBraschi 1774 1799) siel in eine äußerst bewegte, in kirchlicher und poli-tischer Hinsicht sich auflösendc Zeit I, so daß PiuS, ein genauer Kenner der-selben, zu den Cardinälen mit Recht Voraussagen konnte:Das Ergebniseurer Wahl ist mein Unglück." In die erste, noch weniger bewegte Zeit sei-nes Pontisicats fiel die Schöpfung des Pio-Clemeutiuischcn Mu-seums mit den großartigen Knnstschätzen, und die beharrliche, fast allzukostspielige Anstrocknung der pontinischen Sümpfe. Bald aberschloß sich der Herabwürdigung des päpstlichen Ansehens auch Kaiser I o-seph !I.ach dem Tode der Maria Theresia (1789) an, oder stellte sich viel-mehr an die Spitze. Man dachte nur an Säcularisiren, Aufheben der geist-

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31 Huth, KG. des 18. Jahrb. Pd. II. S. 60 ff. (Walch, neueste Reli-gwnSgesch. Th. V. S. 257 ff.) Gcsch. P. Pius VI. (Wien) 799.