929 3 Zeitraum. 2. Periode. 1. Zeitabschnitt, t. Capitcl.
XII durch Hebung des Ackerbaues, Anlegung von Fabriken und Verringerungdes Lurus zu decken '). Zur Verbesserung der Geistlichkeit traf er ernstlicheAnstalten, wobei er mehr die Dominicaner als die Jesuiten begünstigte;auch wurde er genötbigt, eine Reihe von Festtagen besonders in jenenStaaten ab zns ch afsen, wo deren Feier aus engherzigen Motiven drückenderschien (1748). Die Streitigkeiten mit den verschiedenen Höfen beendeteer mit Weisheit und Mäßigung. Dem Könige Jobann V. von Portugalbewilligte er (1740), alle erledigte Bisthümer und Pfründen in seinem Staatebesetzen zu dürfen, und gab ihm den Titel I'.ev tiilell^lmiis (1748). ImVergleiche mit Neapel wurde bestimmt: daß ein aus weltlichen und geist-lichen Richtern in gleicher Zahl in Neapel zusammengesetztes Collegium, dasvon einem Geistlichen präsidirt werde, allein über alle kirchlichen Angelegenbei-ten entscheiden solle"). Durch ein Concordat mit Spanien 51758) behielt sichder Papst die Besetzung von 52 Stiftern und Pfründen vor, für die übrigenwurde er durch eine Geldsumme entschädigt^). Achnliches wurde dem Königevvu Sardinien bewilligt. Der Streit zwischen Oesterreich und der Repu-blik Venedig über das Patriarchat von Aguileja wurde dahin entschieden,daß das Patriarchat in das Erzbisthum G örz sin Oesterreich > und dasErzbistbnm lldine (im Vcnetianischen) getheilt wurde (1751). DieseAusgleichung mißfiel aber der Republik, und sie besabl daber (1754), daßalle Bullen, Breven und Citatioucn vor ihrer Bekanntmachung erst ihrerCensur vorgelegt werden sollten. Den darüber entstanden Streit hinterließBenedict allein unerledigt. Die Gesellschaft der Adeligen (xoeietkm nolnlimn),die sich in Ungarn zur Verbreitung und Verthcidigung der kathol. Religiongebildet batte, begünstigte er in besonderer Weise. An seinen wissenschaft-lichen Beruf und seine Weihe erinnern nicht allein eine Reihe vortrefflicherunten zu erwähnender ausgezeichneter litterarischer Denkmale, sondern auchdie Errichtung gelehrter Gesellschaften für römische und christliche Altertbü-mer, wie für daö kanonische Recht. An seiner beitcrn, liebenswürdigen Per-sönlichkeit haben sich die Meisten erfreut, und an seinen witzigen, oft scharfenBemerkungen nur Wenige geärgert. Clemens XIII. (Rczzonico 1758—1769), der schon als Bischof von Padua im Rufe der Heiligkeit stand, galtals ein Beschützer der Jesuiten , was ihm viele Conflicte mit den bourboni-schen Höfen zu Paris, Madrid und Neapel zuzog*). Die Verfolgung,welche der Minister Pombal in Portugal mit dcmHvfkanonisten Pereiraaus erdichteten und verläumderischcn Gründen gegen die Jesuiten begann undbis zu ibrer Verweisung aus dem Lande steigerte (1759), mußte auch derPapst empfinden. Sein Nuntius wurde mit einer Militär-Escorte über dieGränze gebracht. Bald daraus wurden die Jesuiten in Frankreich st 762)wie in Spanien (1767) und in Sicilicn (1768) unterdrückt. Als der Her-zog von 'Parma gegen Pen Klerus ein Amortisationsgesetz erließ und diegeistliche Steuerfreiheit beschränkte, mußte sich Clemens in seiner Stellungals Papst und Oberlehnsherr von Parma dagegen erheben.
I) Keneäl. XIV. op,,. e,1. Pom. 747—51. 12 Vol. k.: seine Bullen
lllullu,'. LI. Imxvml,. 754. 7. XVII—XIX I und amu b. e. Bd. I. S. 144 spBd. IV. S. 1058 ff. Bd. XV. S. 907 ug. 697 m,. Vgl. I. «.Seite
942. 7 II. ,>. 487 og. Via «lu Pape 6«m,nl. XIV. I'ar. 783. 12- Hrstor.volit. Blätter. Bd. 31. S. 153-177. - 2, Moshcim's KG. deutsch vonSchlegel Bd. V. S. 666. - 3> Schröckh, KG. seit der Reform. Bd. VI.S. 447. - 4) Bo wer-Ra mb ach Bd. X. Abschn. 2. S. 381 ff.