§. 363. Die Päpste des 18. Jahrhunderts.
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sOrsim 1724—1730) hatte unter Thränen die päpstliche Würde abgelehnt')und konnte nur vermöge der klösterlichen Obedienz durch seinen OrdenSgeneralzur Annahme bewogen werden; daher blieb ihm auch sein Dominikaner-kloster seine Welt. Er traf sogleich Anordnungen gegen den Prunk der Car-dinälc, zu anständiger Kleidung der Geistlichen u. A. Besonders wirkte dieim Lateran versammelte Synode (1725) sehr vortheilhast zur Unterdrückungvieler anstößigen Mißbräuche, wie zur Reform der Geistlichkeit. Am Ein-gänge der Beschlüsse wurde zugleich erklärt, daß die gegen Quesnel er-lassene Constitution «luey-nitus» von Allen als Glaubcnsregel anerkanntwerden sollte. Vom Kaiser Carl VI. erhielt er Comachio zurück, und glichmit ihm den Streit über die sicilianische Monarchie aus (1727), indem erCarln und seinen Nachfolgern bewilligte, einen geistlichen Richter in dritterInstanz einzusetzen, und sich nur die wichtigeren Angelegenheitenvorbehielt. Auch den Streit mit den Herzogen von Sardinien und Savoyenlegte er dadurch bei: daß er ihnen das Patronatsrecht über alle Kirchen undKlöster ihrer Länder, nicht aber die Einkünfte der erledigten Stellen zucr-kaunte, die vielmehr für die Kirchen verwendet werden sollten. Nur mitKönig Johann V. von Portugal konnte der Papst nicht im Frieden bleiben.In plumper Weise verlangte der König, man solle den von Lissabon zurück-berufenen Nuntius Bichi zur Cardinalswürde erheben, wogegen selbst daSCardinalscollegium protestirte. Johann rief wegen dieser Verweigerung allePortugiesen aus Rom zurück (1125), verbot alle Gemeinschaft mit dempäpstlichen Stuhle und sogar den Klöstern, ihre gewöhnlichen Almosen nachRom zu senden. Auch die Verordnung des Papstes v. I. 1728, Gre-gor VII., dessen Fest bislang nur von den Benediktinern und dem Capitelzu Salerno gefeiert worden, in der gesummten Kirche als Heiligen-zu ver-ehren, fand in Venedig, Frankreich und Oesterreich großen Widerstand, weilin der 5tcn Lection des ursprünglichen OfficiumS der Ercommunication undAbsetzung Hcinrich's IV. erwähnt war. Leider schenkte der Papst demscheinheiligen Cardinal Coscia zu viel Vertrauen. Clemens XII. (Corsini1730—1740), der nach einer glänzenden Vergangenheit erst im vorgerücktenAlter zur päpstlichen Würde erhoben wurde, suchte Gerechtigkeit, Kunst undWissenschaft zu heben. Den Streit mit Portugal erledigte er durch Beför-derung des Legaten Bichi zur Cardinalswürde; aber mit Spanien gerieth ersogleich in neue ähnliche Händel: „denn an mehreren katholischen Höfenschien es seit Anfang des Jahrhunderts Grundsatz geworden zu sei.-., statt derfrüher» Verehrung den Päpsten nur mit unanständigem Trotze und ungerechterWillkür zu begegnen." Der erneuerte Versuch des Papstes, nach dem Todedes Herzogs Anton von Parma (1731) in den Besitz des HerzogthumS zugelangen, blieb ohne Erfolg. Zur Bekehrung der Griechen errichtete er zuBissignano in Calabria citra eine theologische Bildungsschule (corsin.Seminarium). Gegen die Freimaurer erließ er ein Verdammungsbreve(1738), welches Benedict XIV. bekräftigte (1751). Dieser gelehrteund weise Nachfolger (Lambertini 1740—1758) war in einem über 6Monate dauernden Conclave gewählt worden. Er bemühte sich zuvörderst,die Verschwendungen, zu welchen Benedict XIII. von Coscia verleitetworden war, und die Erschöpfung des Schatzes durch die Baulust Clemens
1) Opp. tdeol. Rom. 728. 3 V. k. — Icon st msntis st eorclis Lsn. XIII.bick. 723. LorAr'a, Lsu. XIII. vit». kow. 752. 4. deutsch Frkf. 731.