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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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916
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3. Zeitraum, t. Periode. 6. Capitel.

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rächten kein Gehör schenken ')." Die unschuldige Absicht durchschaute derPatriarch alsbald, und antwortete gar nicht auf dieses Schreiben. Nach ei-niger Zeit setzten sich die Tübinger Theologen I aco b Andr und Cru-sius mit dem Patriarchen Jeremias II. in eine Correspondenz (157481), welche der obigen des Melauchthon an Schlauheit nichts nachgab. DerPatriarch erklärte sich aber in seiner endlich erfolgten ausführlichen Antwortsehr stark gegen die Sätze: daß der heil. Geist vom Later und Sobncausgehe, der Mensch allein durch den Glauben gerechtfertigt werde,daß nur zwei Sacramente seien, daß die Heiligen nicht mehr angerufenwerden sollten, und daß das Mönchsthum verwerflich sei. Jene Theo-logen antworteten, sich näher erklärend und widerlegend, aber der Patriarchstellte nun die Bitte, ihn nicht weiter mit ihrer theologischen Correspondenzzu belästigen^). Nichts desto weniger setzten eilfwürtembergischeNota-bilitäten des Protestantismus den Einigungsversuch fort, erhielten aber vomPatriarchen keine Antwort mehr. Eben so vergeblich war der letzte verzwei-felte Schritt des uncrmüdeten Crnsiuö, die griechischen Geistlichen durch Uc-Versetzungen lutherischer Predigten zu bearbeiten. Die griechische Sy-uode zu Jerusalem (1672) sprach noch mir höchster Indignation vonder impertinenten Zudringlichkeit der Tübinger Anhänger der lutherischenManie.

Der Versuch einer Vereinigung der Resvrmirten mit der griechischenKirche mußte noch auffallender erscheinen. Die Veranlassung gab Cyril-lus LucariS auö Candia, der zu Padua studirte und auf seinen Reisenauch nach Genf kam. Nach seiner Rückkehr verband er sich mit dem Gegnerder römischen Kirche, dem Patriarchen M cletius Pega von Alexandrien.Als er später Vorsteher der Schule zu Wilna wurde, ließ er es sich ange-legen sein, dem damaligen Bemühen, die polnisch-russischen Bischöfe vonder griechischen zur römisch-kathol. Kirche zu ziehen, mit allen Kräften entge-genzuarbeitcn. Nach Meletius Tode wurde er wahrscheinlich durch Beste-chung Patriarch von Alexandrien (1602). Er setzte sich alsbald mit demholländischen Gesandten zu Ct. C o rnel ins van Hagen, einem eifrigenCalviner, in Verbindung, um die griechische Kirche zu calvinisiren. Auch dieBotschafter Schwedens und Englands betheiligten sich bei diesem Unter-nehmen. Cyrill cröffnete nun auch eine Correspondenz mit dem Holländi-schen Prediger Johann Uytenbogaert und dem EB. Georg Ab-bot von Canterbury. Letzterem sandte er noch einen jungen Griechen, Me-trophanes Kritopoloö, damit er in England protestantische Theologiestudiere und dann Deutschland besuche. Außerdem führte Cyrill noch einemerkwürdige Correspondenz mit dem holländischen Staatsmannc David leLeu d e Wilhelm. Endlich erreichte er nach manchen fehlgeschlagenen Jn-triguen das Ziel seiner Sehnsucht und wurde auf den erledigten Patriar-ch en-Stuhl von Ct. erhoben (1621), wo sein zweiter Vorgänger Neo-p h ytuS II. seit Anfang des 17ten Jahrh. eine Union der Griechen mit

1) Bei ll'urcograscia p. 557.

2) ^.cts. st serixta IRsologor. ^Virtemb. st Uatrmrcli. Ooust. äsremiaoVitsd. 584. 4. Darin wurden solche Briefe, welche für diese luthcr. Herrn com-promittircnd waren, ausgelassen. Diese finden sich bei OrrsE, ll'nrcoKraocm. et.

acta eccl. Orient, ctr. Inulreri kiaeresin. Uom. 739. äo

actis iutsr 1ub. Illsoll. st Uatriarcll. 6oust. (oratiou. acaäew.. Barckm.Null. 828.) Vgl. Hefelc a. a. O. S. 545-67.