§. 355. Dreißigjähriger Krieg.
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sie mit Zustimmung der Churfürsten seinem hcldenmüthigen Freunde, HerzogMaximilian von Bayern. Zwar erschien auch Christian IV. von Dänemark,durch Jakob l- von England unterstützt, auf dem Kriegsschauplätze. Als ihmaber Lilly bei Lutter am Barenberge eine entschiedene Niederlagebeibrachte (1626), mußte er in dem Frieden zu Lübeck (1629) allen Ein-mischungen in deutsche Angelegenheiten entsagen.
Nach diesen Siegen ließ Ferdinand II. seine Absicht, in den Erblandeunur die kathol. Religion zu dulden, offener hervortreten, um so mehr, als dieProtestanten einen gefährlichen Bauernaufstand erregt (1626), in Ober- undNiedcrösterrcich und Schlesien die im Katholicismus Beharrenden zur Aus-wanderung gezwungen hatten. Als nun auch wiederholte Bitten der kathol.Fürsten und Stände an den Kaiser gelangten, er möge doch die unaufhörli-chen Beschwerden wegen Einziehung der geistlichen Güter erledigen, erließ erdas gewiß nicht ungerechte Nestitutionöedict (1629). Dieses stellte denstatns guo des Passauer ReligionSsriedens wieder her, befahl die Zurückgabealler geistlichen Güter, und erlaubte den katholischen wie den protestan-tischen Fürsten die Einführung ihres Gottesdienstes in ihren Ländern; dochsollten sie ihren protestantischen Unterthanen freie Auswanderung bewilligen.Wegen der nöthigcn Einleitungen wurde die Vollziehung des Edictes erst aufdas Jahr 1631 festgesetzt.
Diesen Zeitpunkt der Bedrängniß für den Protestantismus glaubte Gu-stav Adolph von Schweden benutzen zu müssen. Er ging schon längst(s. 1614) damit um, aus den inner» Zwistigkeiten Deutschlands für seinenThron Vortheile zu ziehen. Die Unterstützung, welche der Kaiser den Polenim Kriege gegen Schweden hatte angedcihen lassen und die Phrase: „dieEhre Gottes, seine eigne und so vieler Tausend Christen Wohlfahrt zuschützen," gab ihm den Vorwand, mit Unterstützung Richelicu'ö ein schwedi-sches Heer nach Deutschland zu führen (1630). Der wahre Beweggrundaber liegt in dem aufgefundcnen Entwürfe vor^), mit welchem GustavAdolph gleich bei seiner Landung in Deutschland hervorrückte, und dessenerster Artikel die Bestimmung enthielt: einen protestantischen Fürsten (GustavAdolph!) zum Kaiser zu wählen, wie dies auch durch anderweitigeDokumente^) setzt außer allem Zweifel gesetzt ist. Diesem entsprachenauch seine Handlungen. Durch die protestantischen Fürsten verstärkt, gewanner gegen Tilly die Schlacht bei Leipzig (1631) und drang sofort in Bayernein. Hier ließ er die Bürger von Augsburg den Huldigungscid für dieKrone Schwedens ablegen, und verhieß dem Churfürsten Friedrich von derPfalz die Wiedereinsetzung in seine Länder, wofern er sie von Schweden zumLehen annehmen wolle. Wiewohl Gustav Adolph in der Schlacht beiLützen seinen Tod fand (6. Nov. 1632), setzten die schwedischen Feldherr»,der Herzog Bernhard vonWcimar, den Krieg mit sranzösischem Geldefort. Der schwedische Reichskanzler Orenstierna stiftete einen Bund derprotestantischen Stände: so tief war das Nationalgefühl gesunken, daß dieFürsten denselben „unterthänigst" baten, das Direktorium desselben zuübernehmen. Als der Kaiser Ferdinand II. die Schweden bei Nördlingengeschlagen hatte (1634), trennte sich der Churfürst von Sachsen von den
1) v. Arctin, Verfasser von „Bayerns auswärtig. Verhältnissen" Passan839.fand den Entwurf. Vgl. Hist, polit. Blatt. Bd. 111. S. 431 ff. 499 ff.
,2) v. der D ecken, Herzog Georg v. Brannschw. u. Liincb. zur Gesch. d. 30jähr.«negcs, nach Originalqucllcn d. königl. Archivs zu Hannover. 3Bde. Hannov. 833-34.