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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 355. Dreißigjähriger Krieg.

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Kirche behandelt'). In Donauwörth wurde der kathol. Cultus unter-drückt, und eine Prozession von den Protestanten gestört. Das kaiserlicheGericht, der Reichshofrath in Wien, erklärte die Stadt in die Reichsacht.Der katholische Maximilian l. von Bayer»') vollstrecktc dieselbe undbehielt die Stadt in seiner Gewalt, weil sic die Erccutionskosten nicht erstat-ten konnte. Auch in dem kathol. Aachen erzwangen die Protestanten durchberbeigezogcne Niederländer öffentlichen Gottesdienst und wählten eigeneBürgermeisters. Als eine kaiserliche Commission Alles in den früher» Standznrückführcn sollte, erregten die Protestanten einen Aufruhr fl581), so daßder Besitzstand der Katholiken mit Gewalt wiederhergestellt werden mußte.Aus ähnliche Weise mußte in Straßburg der geistliche Vorbehalt durchgc-setzt werden. Der Erbitterung hierüber gab die Aufreizung Frankrei ch s,welches das Haus Oesterreich schwäche» wollte, noch neue Nahrung und be-wirkte die Un i o n der protestantischen Fürsten zuAhausen (4. Mai 1608),zu deren Haupte Chur für st Friedrich von der Pfalz erwählt wurde.

Die kathol. Fürsten sahen sich daher gcnöthigt, die Ligue von Würz-burg zu schließen (1009), an deren Spitze der Herzog Maximilian vonBayern stand. Alles war so zu einem verheerenden Kriege bereit, es fehltenur eine geeignete Ursache; auch würde er sicher sogleich ausgebrochcn sein,wenn nicht das Haupt der Union , Heinrich IV, ermordet worden wäre.Die Veranlassung dazu ward endlich in Böhmen gegeben. Unter Ferdinand I.war der Protestantismus in den österreichischen Erblanden und unter Maxi-milian II. in Böhmen besonders bei den Utraquisten eingedrungcn, und mitihm der frühere Geist der Husiten erneuert; seine Anhänger erregten Em-pörung, unterhielten Verbindung mit auswärtigen Fürsten und ertrotzten aufden Landtagen Religionsfreibeit durch Verweigerung der Beiträge zu denTürkenkriegen. Unter solchen Verhältnissen hatten die Herren und Ritter,nicht aber die Städte von Maximilian II. freie Religionsübung erlangt, unddiese sogleich gegen den Vertrag auf Städte und Marktflecken ausgedehnt.In Böhmen nöthigten die Protestanten den Kaiser Rudolph I I. zur Ausfer-tigung eines Mascftätsbricfes, welcher den Herren, Rittern und Städten

1) Des Markgraf Jakob zu Baden u. Hochb. wohlfundirtc Motive, warum ervon der luthcr. zur kathol. Religion übcrgcgangen ist. Cöln 591. 4. HclfrichUlrich Hunnius t Sohn eines berühmten Theologen > i. I. 1635: luviotu »ror-?us et imbssolubilia. ui-gnment-i. gnibus cnnviems ot eonstnetus, rolietu Uut.be-i'nnn seetu, erubab »rostiatnr stilsm 7/. I/. Ilaickelb. 631. Der II.

Abdruck hat nach ueguruantu den Zusatz: ovistantis cksmoiistratioiiis guock Tnebi-baeresis Uutberauu s vetustissimis baerasibus sit aamniblta. Gallone derdcnkw. Personen, welche im 16., 17. ». 18. Jahrh. von der cvang. zur kathol.Kirche zurückgetreten sind, hrSg. von Ammon. Erlang. 833. Die in Vicrordt'sGcscb. der cvang. Kirche im Grosibcrzogth. Baden, Carlsruhc 84756, 2 Bbc.ganz kurz berührte Convcrsion des Markgr. Jacob ist ausführlich behandelt inh'stor. polit. Blatt, v. I. 1856. Bd. 38. in 3 Artikeln. -sHöniiigh aus,chronol. Verzeichn, der dcnkwürd. Bekehrungen vom Protcstantism. zur kathol. Kirchens auf die neueste Zeit. Aschaffcnb. 837. Th ein er, Gesch. der Zurückk. der regier.Häuser von Braunschw. u. Sachs, in den Schoost der kathol. Kirche. Einsiedl. 843.dagegen Hoeck, Aut. Ulrich u. Elisab. Christine von Braunschw. Wolfcirb. 845.s auch A. Menzel Bd. VIII. S. 286-310. Vgl. unter «i. 4l l. weiteres.

21 ckv. Aretin, Gesch. des bayer. Herzogs u. Churs. Maximilian I. Haupt-sächlich nach urkundl. Quellen. I. Bd. Passaü 842. Vgl. über Maninil. I. ausnoch ungcdruckten Werke die histor. polit. Blatt. Bd. VIII. S. 279 ff-

ff. 513 ff. 3) Fr. D. Häbcrlein, neuste teilt. Rcichsgesch. Bd. XI. S.

Bd. XII. S. 319. A. Menzel a. a. O. Bd. V. S. 141 ff.