tz. 354. Vereinigungsversuche.
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Cor». Loos zu Mainz (ff 1593) und der Jesuit Lanner (ff 1632), amnachdrücklichsten aber ein anderer Ordensgenosse, FriedrichSpee') ent-gegen (vgl. K. 379). In keinem Zeitalter der Geschichte, wir müssen esoffen gestehen, geschah für religiöse Bildung und Pflege des Volkes verhält-nißmäßig so viel als damals, wo sich die Protestanten berechtigt glaubten,aus der Kirche zu scheiden, der sie ihre Bildung verdankten, und von derffe den noch unvcrkümmerten Theil ihrer religiösen Ueberzcugung erhalten,aber niemals einen gleichen Rcichthum wahrer, gottinnigcr Frömmigkeit er-zeugt haben.
Fünftes Capitcl.
Beziehungen der Katholiken zu den Protestanten.
<j. 354. V er c i n i g u n g s v er su ch e.
Hering, Gcsch. der kirchl. Uuionsvcrs. seit der Reform. Lpz. 836 ff. 2 Bdc.Nciidcckcr, die Hauptvcrsuche zur Pacificatio» der cvaug. Protest. KircheDcutschl. Lpz. 846. vgl. Gicsclcr, Lchrb. der KG. Bd. III. 2. Abth.S. 449 ff.
Kaum scheint cs denkbar, daß man nach dem verschiedenen Entwickelungö-gange, welchen die kathol. Kirche und die lutherische und reformirte nahmen,bei der gegenseitigen Aufregung und dem leidenschaftlichen litterarischenKampfe noch an eine Vereinigung denke» konnte, nachdem die friihern Ver-suche vor und auf dem Concil zu Trient alle gescheitert waren. Fehlte eSja sogar an einer festen Basis, auf deren Grundlage die Verständigung er-zielt werden konnte. Denn als der Präsident des ReligionsgesprächcS zuWorms (1557), Julius von Pflug, an die lutherischen Collocutorendas Ansinnen stellte, aus der Grundlage ihres gemeinsamen AugsburgerBekenntnisses zu disputiren, weil sich die Katholiken aus unbestimmteund schwankende Doctrincn nicht einlassen könnten, so widersctztcn sich vonden 12 anwesenden Theologen Augsburger Confcssion nicht weniger als 7,womit der Einigungsversuch sofort ein Ende haben mußte.
Gleichwohl machte die Betrachtung des Unheiles, welches für die Familienund den Staat aus dieser Rcligionsspaltung entstanden war, und die drohen-den Anzeichen noch schwererer Ereignisse in edlen Gcmüthern den Wunschnach einer Vereinigung immer wieder von Neuem rege. In Oesterreich drangFerdinand l. auf eine Ausgleichung. Nach dem Vorgänge einer Schrift desErasmus ldo iimicnllili oeole.-iiuo eoiioordiu) hatte der milde NiederländerGeorg Cassander (ff 1566) die Wiedervereinigung als eine heiligePflicht dargestellt islidieimri do ollicio >üi i.c suibünao trangiiülitatis vor?»msntis eiii i» Iioe leliuüonis dissidio)^). Calvin widersetzte sich einersolchen Zumuthung mit Heftigkeit, dennoch forderte Ferdinand den Cassanderzu einem schriftlichen Gutachten auf (1564). Diesem Aufträge genügte der-selbe bei dem bald erfolgten Tode des Regenten erst unter seinem Nachfolger
l> (7>. Hoee) Cautio eriiuirudis 8. do proeessibus enntru Lupus über ad»mgistratus üeriii. Iine tempora iioesssririub etc. suuetiiro tbsoIoM Uoiuauv.)llmtlie!. 631. u oft. Spcc auch als Dichter berühmt durch seine Truz-Nach-tigall (Mich, rclig. Geist, und Sinnes aus der ersten Hälfte des 17. Jährlichherausg. von WillmeS. Lpz. 841. mit Einl., Erklär, u. Melodien der I. Ausg.Coln 1649. herausa. v. Hüppen u. Junkiiiaiin. Münst. 841. v. Weninger,gnnsbr. 844. Ein cts, fromme Lieder von Fr. Spcc, Bonn 849. s. Bon»,fltschr. für Philos. u. kathol. Theol. neue Folge I. IV. H. 2. S. 215-2211.
2) Bgl. Mcuser üb. Cassander in Dieringer's kath. Ztschr. II. Jahrg. Bd. 3.