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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 353. Das religiöse Leben.

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dien deS bischöflichen Musicus GevrgJosephi erschien (1657), die Ge-mächer ergriffen und noch jetzt') Anerkennung gefunden.

Mit der Malerei, Plastik und Poesie verband sich auch jetzt die Kunstder Töne')- Im 14. Jahrhundert wurden besonders die Niederländerdurch einen ernsten Styl die Lehrer in der Kirchenmusik. Ihre Musik hatteaber etwas Steifes und Gelehrtes an sich , und artete bald oarauf zu profa-nen Arien aus. Uebcr diese Entheiligung der Kirchenmusik ward aus demConcil zu Trient (8688. 22 u. 24) ernste Klage geführt und gefragt, ob sienicht vielmehr ganz abgcschafft werden solle^). Da hob siePalästrina's^)Genie abermals zu ihrer höhern Würde empor und sicherte ihr den Bestand.Johann Pierluigi, von seiner Geburtsstadt Palästrina genannt,war von armen Eltern geboren (1524). Da seine Talente einem Musikerausgefallen waren, wurde er als Chorknabe an der Kirche seiner Geburtsstadtangestellt. Bald zeichnete er sich in der Weise aus, daß er in seinem 27.Jahre zum Director der in St. Peter von Julius lll. neu errichteten Ca-pella Julia ernannt wurde. Die von ihm (1555) herausgegebene»>>88»Unreell," hat ihm den Ehrennamen eines Homer der altern Kirchenmusik er-worben. Gleich großartig sind die von ihm verfaßten berühmten Iniproperi»(v. I. 1560), jene liebevollen Vorwürfe, welche der Künstler dem Heilandein de» Mund legt, über das grausame und undankbare Verfahren seines Vol-kes, vermengt mit dem s. g. Dri-mgion:Heiliger Gott, mächtiger, unsterb-licher Gott," welches in lateinischer und griechischer Sprache am Charfrei-tage von einem Halbchore gesungen wird. Den größten Triumph feierte er,als seine eingesandten Messen bei der Congregation von Cardinälen, die zurBcrathnng über Abschaffung des neuern Kirchcngcsanges zusammengesetzt war(1564), den Entschluß hervorbrachten, daß derselbe beim Gottesdienst bei-behalten werden solle. Palästrina's Compositionen vereinigen den Ernst desGregorianischen Gesanges mit der Lebendigkeit des neuern Styls, und zeich-ne» sich durch Reichthum und Harmoniefülle aus. Der Neapolitaner LuigiDentice componirte ein berühmtesMiserere" (1533). Als aberAllegri, den der P. Urban VIII. von seiner Geburtsstadt Fermo nachRom berief, sein zweichöriges Miserere erscheinen ließ, trat jenes in denHintergrund. In ähnlicher Weise arbeiteten später der Spanier Moralesund der Flamänder Orlando di Lasso. Dieser Kirchenstyl gericth inKampf mit der in Florenz entstandenen Oper (1600). Aber auch dieserRichtung gegenüber entstand auf kirchlichem Boden eine etwas homogeneMusik durch die von Philipp Neri gegründete Musikschule. Sie führtebesonders während der h. Fastenzeit Scenen aus der h. Geschichte aus: soentstanden die Tonstücke der Oratorien.

§. 353. Das religiöse Lebe».

Die vielfachen Anregungen zur religiösen und wissenschaftlichen Bildunginnerhalb der kathol. Kirche bezeugen es, daß die auf den Coneilicn im 15tenJahrh. so oft ausgesprochenen Wünsche einer Reformation in der kathol.Kirche durch die vorgeführten Bestrebungen zum großen Theile erfüllt wor-

1j Heilige Seclenlust. Gcistl. Lieder v AiigeluSSilcsius, bcarb. ». als An-dachtsbuch hcrauSg. v. W. Wintcrer ». H. Sprenger. Ma»»h. 838. Stuttg. 846.

2> Vgl. Nicol. Wiscma», Vorträge über die in der päpstl. Kapelle üblicheLiturgie der stillen Woche a. d. Engl, übers, von Aringer. Augsb. 840. S. 5877.

0 Die Kirchenmusik u das Trid. Concil l-Histor. polit. Blatt. Bd. 42.,.

44 Utt/ns, nionwrio üvll» vil» äi Ol. 1'. >i» Ualvst. Uom. 828. 2 '1. 4.