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3. Zeitraum, t. Periode. 4. Capitcl.
des majestätischen Baues noch mehr durch Raphael und besonders durchMichel Angclo, wie endlich durch Maderno, der »och die nichtigestörende Dekoration einer Faoadc anlchnte. Gleichwohl ward St. Peterjetzt vielfach nachgcahmt, ja er gab dem s. g. Renaissance-Style einen
feste» Typus.-Bei seiner weitern Verbreitung nach Frankreich, Spanien,
Deutschland, besonders Böhmen, Belgien und England verschlimmerte sichdaö Charakteristische desselben noch mehr: Äufgcben der kirchlichenTradition; äußerliche Nachahmung der griechischen und römischen Formenohne innere Einbcit und organische Durchbildung, wie endlich Rückkehr zumMasscnbaften, Ungcistigen. Dies zeigte sich besonders in Frankreich unterLudwig XIV. und XV., wo die Renaissance durch überladene Decoration,kokette Eleganz voll Verzierungen der buntesten Art zum Rokkvko oderZ op fstvl c auSartcte, dessen weiterer Ausschweifung auf kirchlichem Gebietenur der s. g. Jesuiteubaustyl verhinderte, indem in den Ordenskirche»doch mehr Würde und besserer Geschmack herrschte, wenn auch der allgemeineCharakter der Renaissance nicht verlassen ward.
HI» gleicher Weise litt durch Nachahmung der Antike der religiöse Ernstder Nialerei bei den schon früber genannten Correggio und Titian,wie bei den Car acci, Domcnichino, Guido Reni, Dolce, Cara-vaggio, Salvator Rosa in Italien; Alonsv Berruguatc (s-1561),Perczde M orales (s- 1586), Vclasgucz, Murill o, Alonso C ano(P1677) in Spanien; Nicol. Po» ssin f-f 1665), Carl le Brün (h 1690),le Sucur u. A. in Frankreich; bei Rcmbrand ff 1674), NubenS(ch 1646), van Dyk am Rhein und in den Niederlanden, bei AlbrcchtDürer f-s 1528), Holbein (s- 1554), Christoph Schwarz u. JoachimSandr a r tu. A.
Auch fehlte es nicht an kcrrlichcn Poesien im Geiste derkathol. Kirche.Als Torquato Tasso Hs- 1595) mit seinem großen dichterischen Talentedie Poesie wieder de» frommen Thaten des MA. durch sein „befreites Jeru-salem" zuwandre, verlor sic ihren langweiligen Charakter und erhielt einenneuen Schwung '). In Spanien wurde CalderondelaBarca(ch1687)nach kriegerischen Heldenthatcn Priester und Kanonikus der Kirche zu Toledo.Als solcher hat er den christlichen Hcldenmuth und die ewige unvergänglicheSicgcskrone nach dem Traume dicsesLcbens verherrlicht, in den christ-lichen Festspielen die Geheimnisse des Christenthums dichterisch geoffenbart.Aber an religiöser Tiefe und Innigkeit, Rcichthum und Erfindung steht erunter Lope deVega, der am Ende seines Lebens sich an klösterlicher Zu-rückgezogenheit erbaute (s- 1563). In Deutschland verdient neben den ammeisten poetisch begabte» Jacob Balde und Friede, v. S p e e eine rühm-liche Erwähnung der gemüthreiche Dichter Angelus Silcsius, nach sei-nem Familiennamen Johann Schcffler^). Er war von protestantische»Eltern zu Breslau geboren (1624), studirtc und übte die Heilkunde, tratdann in seinem 29. Lebensjahre zur kathol. Kirche über, ward Priester der-selben, stritt in vielen Schriften eifrig für seinen neuen Glauben, und starbals Klostergciftlicher in seiner Geburtsstadt (9. Juli 1677). Unter seine»frommen Poesien hat besonders die „heil. Seelenlust," die mit Melo-
1 ) Ins Deutsche übers. von.,S t r c ck fu ß. 2. Aufl. Lpz. 835. 2 Bdc.
2) -HWittmann, Angelus Silcsius als Convertitc, als mpst. Dichter undals Polemiker. Angsb. 842.;