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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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901
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§. 352. Die Kunst noch im Dienste der Kirche. 90 i

( Auch die Kämpfe der Dominicaner und FranziScaner über die unbe-fleckte Empfängniß Mariä erneuerten sich, als der spanische Franzis-kaner Franz vonSt. Jago versicherte, eine Erscheinung gehabt zu haben,welche die Meinung seines Ordens bestätige. Bei dem Widerspruche derDominicaner wandte sich der König von Spanien P hilipp III. an P.P au l V., um eine Entscheidung zu erlangen. Dieser aber verwies auf dieVerordnungen Sixtus IV. (1476 u. 1483): der ein eigenes Officium fürdas Fest der Empfängniß der stets unbefleckten Jungfrau genehmigt und mitJndulgenzen für diejenigen versehen hatte, welche die hl. Messe oder dasOfficium in der Octave des Festes feiern oder anhören würden. Danebenhatte er aber auch geboten:daß Niemand die entgegengesetzte Meinung alshäretisch bezeichnen darf." Zwar gestattete Paul V. gelehrte Disputationendarüber, verbot aber wiederholt polemische Vorträge auf der Kanzel, underklärte in der letzten Bulle (1621) : daß in dem Missale und im Officiumdes Brevieres die BezeichnungEmpfängniß Mariä" gebraucht wer-den solle ^). Die streitenden Orden wollten nun durch den spanischen KönigPhilipp IV. auch P. Grcgor VV. zu einer bestimmten Entscheidung ver-anlassen, die der Papst aber nicht gegeben hat. Ebenso verwies bei gleichemAnlaß P. Alexander VII. in der Bulle v. I. 1661 auf die Entscheidungenseiner Vorgänger, doch mit entschiedener Begünstigung der Lehre von derEmpfängniß Maria'S ohne Erbsünde-s), woraufClemens XI. dasFcstconcoptio II. 51. V- zu einem gebotenen Feiertage erhob (1708). Und imRückblicke darausbcschloß dann der berühmte P. BenedictXIV. (174058)seine gelehrte Abhandlung über diesen Gegenstand mit den Worten:DasErgebniß der Untersuchung geht dahin, daß die Kirche sich mehr zu derMeinung von der unbefleckten Empfängniß Maria's neigt; daß jedoch derapostolische Stuhl dieselbe noch nicht als Glaubensartikel ausgesprochen hat."

h. 352. Die Kunst »och im Dienste der Kirche. Bgl. § 293.(berbert de cautu et innsica sncrn n. >mimn eecl. netnts usgue ad praesenstempus. 8t. Lins. 774. 2 V. 4. Rochlitz, Grundlinien zu ein. Gcsch. derGcsangsmusik für Kirche. Lpz. 832. Weitere Litt, vor §. 293.

Die Bemühungen der Kunst, die Ideen des kathol. Kirchenthums in ihrerTiefe und in ihrem Glanze darzustellen, liefern einen weitern Beweis vonder Anhänglichkeit an die kathol. Kirche, wenn auch nicht mehr in der früher»Weise. Hatte ja schon im 15. Jahrh. die erneuerte, ja excentrische Vorliebe fürdie Werke der heidnischen Griechen und Römer die Gcmüther überhaupt undauch den Kunstsinn dem kirchlichen Geiste mehrfach entfremdet.

Dies trat jetzt zunächst in dem kirchlichen Baustylein Italien her-vor. War schon unter P. Ju li II. der Bau von St.Petcr in Rom nachBramantcö Plane nicht im Sinne der kirchlichen Bauform, sondern nachder altclassischen Bauweise der Griechen und Römer weiter gefördert wor-den (s. S. 724.); so geschah dies nun in der Fortsetzung und Vollendung

>) In der Ausg. des Ooniil. 'Irnleni. von t/a//ema,/ u. //ie/Uer sind derV. ,,6s peccato vrlAlnalü'.diese Bullen beiaefügt. Vgl. Frcib. Kirchenler.Ld. VI. S. 865-872.

I>8ane vetns est (Iliristl tlüeüui» erxa tfins bsatissnnain Natrem V-r-tgnem blarlam pietas sentientium, e)n.s animnm in ^>ri/«o in.--ian/i ereaiioni.«

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eati nriAineiii.'i nesert'a/ain immunem, atgne in bac sensu chns tnneep-Iwnis tdöüvitaioiu solvumi ritn enlentinm et celobrantium."