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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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3. Zeitraum. 1. Periode. 4. Capital.

tritte seiner Professur erhol» er sich mit seinem geistig verwandten College»Johann Hessels gegen die scholastische Methode, indem er, sich mehrder positiven theologischen Richtung zuwendcnd, die dogmatischen Lehren ansder h. Schrift und Stellen aus den Schriften der Kirchenvater CyprianAmbrosius, Hieronymus, Gregor und besonders Augustinus vortrug. Diegrößere Berücksichtigung der h. Schrift rechtfertigte er durch Hinweisung aufden mit den heil. Büchern seitens der Protestanten geübten Mißbrauch. Dievon Trient 1552 zurückkehrenden altern, der Scholastik ergebenen Colle-ge» Tapper und Ravenstein waren schon hierüber unzufrieden, nochmehr aber über das ziemlich offen ausgesprochene eigenthümliche Systemdes Bajus. In Verbindung mit den Franziscanern veranlaßten sie zuerstdie Sorbonne zur Verwerfung von 18 Sätzen (1560). Da diese Ccnsuraber nur von einigen Mitgliedern dieses Institutes ausgegangen war, sosah sich Bajus um so mehr berechtigt, Gegenbemerkungen zu schreiben, woriner zu zeigen suchte, daß einige Sätze höchstens Tadel verdienen könnten, diemeisten aber der heil. Schrift und der Lehre des heil. Augustinus gemäßwären. Der Cardinal u. EB. v. Mecheln Granvella, StatthalterderNiederlande, suchte die Parteien zu beschwichtigen. Er veranlaßte, die Cvn-troverse als bloße Folge ungewohnter Ausdrücke darstellend, den KönigPhilipp II., die Professoren Bajus und Johann Hessels nebst CorneliusJansenius, dem nachmaligen B. von Gent und berühmten Schriftausleger,als Deputirte der Universität nach Trient zu senden (1563h. Nach seinerRückkehr entwickelte Bajus in mehreren Abhandlungen seine Ansichten be-stimmter, was die Polemik erneuerte; sein Meinungsgenvssc Johann Hesselsstarb 1566. Die Angelegenheit wurde vor den P. PiusV. gebracht, derin einer Bulle 79 Sätze verdammte (1567), schonend aber den Namen desUrhebers nicht nannte. Als die Anhänger des Bajus jene Sätze in der an-gegebenen Form nicht anerkennen wollten, wiederholte Gregor XIII. (157g)das Vcrdammungsurtheil von Neuem. Bajus sandte eine Unterwerfung nachNom (1580) und verblieb darum in seiner Stellung ^), erhielt auch die ihmbis jetzt verweigerte vollständige Abschrift der Bulle Pius V. Jene Sätzebildeten kein zusammenhängendes Ganze, und bezogen sich besonders aufdas Dogma von der Erbsünde, den freien Willen, unsere durch Christus er-neuerte Natur und das Verhältniß der guten Werke zur Gnade. Als Grund-gedanke erscheint: die gefallene, der göttlichen Gnade er-mangelnd e Natur sei llig ohnmä chti g zu jeglich em Guten,und könne darum nurSündhaftes vollbringen, wobei ein irrigerBegriff von der Naturder Erbsünde zu Grunde lag.

Dieses irrthümliche System hatte weiter um sich gegriffen, und wurde zuLöwen von zwei berühmten Facultätsmitgliedern, den Jesuiten LeonhardLeß undJohannHamel bekämpft. Dabei verfielen sie aber in ein an-deres Extrem, weswegen die doxtige theologische Facultät 34 Sätze von ihnenverwarf (1587), welche in der schroffen Auffassung der Anhänger des BajuSsich dem Semipelagianiömus zu nähern schienen. Um weitere Unruhen zu

da fnstitin; cks justiticatione u. cke sacriüeio; nach d. Rückkehr v. Trient die Trak-tate: äs ineritis ojerum: cks xriinn bominis )u8titin st äs cirtntibus impw-rum; cls sncrainsntiZ in gsnors etc. vgl. s. v. Bap im Frcib. Kirchcnlcrikon.

1) Die Bulle abgcdruckt im Trident. Conc. eck. stsrsetz-x. I-xs. i t842>273278. LAesne, Inst, cku Laftnnisme. Oonav 731. 4. Oontereucv ck Mi-xern 8ur In ZiLce. kar. 789.