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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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897
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§. 35 l. Neue Streitigkeiten über die Gnade re. 897

der Protestanten auf, das? sie die Kirche nur auf den Standpunkt erhöben,

sie in Beziehung auf Lehre und Disciplin in dem apostolischen Zeitalterund den ersten Jabrbunderten eingenommen habe. Die dagegen erstandenenGeschichtsschreiber Baronius und seine Fortsctzcr, Pallavicini, Ri-cher n. A., und in Beziehung auf das Kirchenrccht P e t. de Mareasch 1662) haben dies widerlegt.

Als ein wohlthuendcr Nachhall des MA. in der kathol. Literatur er-scheinen noch die vielen asketischen Schriften, woran sich die größten Ge-lehrten neben anderweitigen Studien erfreut und den wahren Gcbctsgeist inweiten Kreisen verbreitet haben. Die oxsieitin «giritiiali-i des h. Ignatiushaben das Interesse für die Meditationen in dem Orden belebt, sa das h.Leben seiner Stifter (Ignatius, Franz. Taverius) bot selbst einem Masselund Turselin würdigen Stoff dazu dar. Hiemit stehen in Verbindungdie Leistungen auf dem Gebiete der P a stör altheolog i e, die ans einemfrischen religiösen Leben hervorgegangcn sind. Aus der großen Anzahl ver-diene» besondere Erwähnung das Werk des Erasmus (scelssinstss s.eoncionator oxrnigslieris), des Carl Borr o m eo (»structilinss conksu-zgrior. et oemeionutor.), des B aler in s Au gust i n» s (rlistorien scals-siautlea Iilili.il>.), des Dominicaners Ludwig von Granada (rlietor.eeel.st, und noch mehr wirkten hierfür die damals so berühmten Kanzelrednerdurch ihr eigenes Beispiel. In Italien Clariuü, B. von Foligno, Corn.Musso, B. von Bitonto im Neapolitanischen (st 1574), Carl Borro-meo, der Jesuit Paul Segneri (st 1694); in Frankreich Simon Vi-gor, nachmaliger Erzbischof von Narbonnc (st 1575), der Jesuit Claudede Singendes (st 1666) und sein Verwandter Joh. de SingendesundFranz Ferault, Vorsteher des Oratoriums (st 1670). In Spanienerlangte großen Ruhm Lud. von Granada, und in Polen PetrusSkarga. Und wie viel haben die zahlreichen erbaulichen Schriften jenerZeit zur Belebung des religiösen Sinnes beim Volke beigetragen? Wirmeinen die Schriften der h. T h eresi a, des h. Iohan nes vom Kreuzc,Ludwig von Granada, des h. Franz von Sales (Philothea undBriefe an Weltlcute), des LaurentiuS Scupuli (geistlicher Kampf),Bellarmin, Alphous Rodriguez (Ncbung der Vollkommenheit),Ludwig da Ponte (Betrachtungen über die Geheimnisse des Glaubens),Olidr, des Stifters von St. Sulpice st 1657 (Katechismus für dasinnere Leben), Candren, des zweiten Vorstehers des franz. Oratoriumsst 1641 (Idee des wahren Priesterthums Jesu Ehr.). Von Ludwig vonGranada, dem Verfasser der Lenkerin der Sünder, des Gedenkbuches deschristlichen Lebens, einer trefflichen Abhandlung vom Gebete u. A. schriebder freudig überraschte P. Gregor XIII. :Du hast allen denen, welche Be-lehrung in deinen Schriften gesucht haben, eine weit größere Wvhlthat er-wiesen, als wenn du Blinden und Todten das Leben von Gott erfleht hättest."!i. 351. Neue Streitigkeiten ub. die Gnade. Bajns, Moli na, Jansen iuS.

Es war zu erwarten, daß die so conseguent durchgeführten und so weitverbreiteten extremen Doctrinen der Reformatoren über die Wirksamkeitder göttlichen Gnade im wiedergebornen Menschen nicht ohne Einwirkungms Katholiken bleiben würden. Dieß zeigte sich zuerst bei Michael Ba-jus'), Professor der Theologie zu Löwen (s. 1551). Gleich nach dem Art-

ist Lsst oxg. Loloniae 696. 4.: Zu Anfang des I. 1563: äs libero arbitrio;Ali og's Kirchengcschichte 7. Auflage. 57