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3. Zeitraum. 1. Periode. 4. Capitcl.
ftl>iae8tiom>8 eolebro8 in lftoiismr, 1623), worin dieser Gelehrte besondersseine umfassenden Kenntnisse der Mathematik anwendet. Nach dem Standeder damaligen mathematischen und physikalischen Kenntnisse, besonders aberbei dem Mangel einer richtigen Vorstellung von der Schwere der Luft, ent>scheidet auch er sich gegen das System des Copernicus, Domherrn zuFrauenburg (ft 1643). Das hiernach zu erwägende Benehmen Rom's gegenCopernicus und Galilei (st 1638), worin die damaligen Protestantenviel weiter gingen (s. S. 848.), hat in neuester Zeit gegen die maßlosenVerunglimpfungen derAkatholiken mehrere richtige Darstellungen gefunden*).Kürzere Erklärungen über die ganze h. Schrift, als Auszüge aus den bestenEregeten verfaßten die Jesuiten Tirini und Stephan Mensch io(st 1655), die vielen Beifall erhalten haben und bis heute im Gebraucheblieben. Auch die Erklärung des Franz Toleto zu den Evangelien desh. Lukas, Johannes und dem Römcrbriefe, so wie des Alfons Salmeron(ft 1585) Quästionen und Dissertationen zu fast allen Schriften des N. T.,und des Jesuiten Lorin (ft 1634) Commentare über einige Schriften desA. T., die Apostelgeschichte und die katholischen Briefe sind zu beachten.Alle diese Bemühungen überragten aber drei Exegeteu. Der Jesuit Mal-donat aus Estremadura, ein genauer Kenner des Hebräischen und Griechi-schen und im Besitze der ausgebreitetsten historischen Kenntnisse und trefflichenexegetischen Talentes, hielt zu Paris Vorlesungen über die 4 Evangelien,die wir schriftlich besitzen und die zuerst 1596 zu Pont a Mouffon im Druckeerschienen und eine außerordentliche Anzahl von Zuhörern und Lesern fanden.Er starb zu Rom 1583, wo er im Aufträge Gregor's XM. eine neue Aus-gabe der l-XX besorgen söllte. Wilhelm Estius, Kanzler der Univer-sität zu Douay, ärntete durch seinen Commentar über die schwierigsten Stel-len der h. Schrift, noch mehr über die Briefe aller Apostel einen ähnlichenBeifall ^). Neben ihm leistet der ausführliche, mit Paraphrase und Disser-tationen versehene Commentar des Jesuiten Justiniani über die pauli-nischcn Briefe (I-uclA. 611—14- 3 3 . l.) treffliche Dienste. Selbstverständ-lich enthalten die ausführlichern Commentare als Gegensätze zu denen derProtestanten stellenweise heftige Polemik.
Auch erscheinen neue Uebersetzungen der Bibel in die Landessprachen.In Deuts chland übersetzte Ems er das N. T. (1527), Dietenberger(1534) und Eck (1537) die ganze h. Schrift, worauf später die vielver-breitete Uebersetzung Ulenberg's folgte (ft 1617). In Polen übersetzteder Jesuit Jacob Wusek die ganze Bibel, in Frankreich Veron u. A.Zu gleichem Zwecke gab der Domdechant Leisentritt zu Budissin dasumfangreiche katholische Gesangbuch (1573) und eine deutscheAgende heraus, wodurch er dem Protestantismus kräftig entgegenwirkte.
Zur Bearbeitung der Geschichte forderte besonders die Behauptung
*) „Der h. Stuhl gegen Galileo Galilei u. das astronom. System desCopernicus" (Histor. polit. Blätter Bd. VII. in vier Artikeln). BonnerZisch, neue Folge. Jahrg. IV. H. 2. S. 118 ff. Dechamps, die Wahrheit u.Vernünftigkeit des Glaubens, deutsch bcarb. von Heinrich, Mainz 857. DasAschbach'sche u. Freib. Kirchcnlcx. Artikel „Galiläi."
l) Die Commentare von Maldonat u. Estius wurden neu edirt vonSausen, LloZuot. 841 sg. Die 2tc Ausg. von Mald. besorgte Martin, AoZ.855. von Estius Holzhammer, NoZ. 858 8g. vgl. ie ölnläonat etl'uoivsrsitö clo karis an XVI. sisols. 857.