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3. Zeitraum. 1. Periode. 4. Capitcl.
und häusliches lieben gewöhnt; die Handhabung der Gesetze ward durchgeistliche Brüderschaften gefördert. Bei den häufigen und gefährlichen Krank-heiten des Landes sorgten die Jesuiten durch ihre medieinischen Kenntnisseund zarte sinnreiche Nächstenliebe aufs beste. Innerhalb 120 Jahren wuchsdie Bevölkerung von 200 bis zu 280,000 Seelen, die in 30 Reduktionenvertheilt waren. Leider wurde dieses segensreiche Wirken durch Streitigkei-ten mit den ihnen Vorgesetzten Bischöfen Bernardin von CardcnaS(1640) und Jvh. von Palafor, B. von Angelopolis (1647), gestört.Noch mehr zu bedauern ist die Verkennung der Aufopferung der Jesuiten, alsob sie nur Schätze in Paraguay zu gewinnen gesucht hätten. Nicht minderblühend war die Jcsuiten-Missivn in der benachbarten Provinz C hiquitoSwo man noch heute die Vertreibung der Jesuiten als ein Unglück beklagtSicher wurde dadurch die amerikanisch-indianische Civilisation um Jahrhun-derte zurückgcworfen ').
In Afrika machte die christliche Religion ungleich geringere Fortschritte,und blieb die Wirksamkeit der Capuzincr auf die Niederlassungen derPortugiesen an der Ostküste zu Mozambik, Monomotapa, Quiloaund an der Westküste in Congo, Angola, Benguela, CacongonndLoango, wie auf die französischen Inseln Jsle de Bourbon und JsledeFrance beschränkt. Die Verdorbenheit und Entartung der Wilden wiedas ungesunde Klima setzte den Missionären die größten Hindernisse entgegen.
«j. 350. Die theologische» Wissenschaften in der kathvl. Kirche.
Vgl. Du Dr'n, uouvelle bibl. (los uutours eeel. Tiec/rarck Kman, bist. crit.(Iss priuciMux commoutateurs. Schröckh, christl. KG. seit der Reform.Th. IV. S. 1-127. Die vorzüglichste» Werke dieser Periode namentlichaus der Dogmatik u. Exegese neu abgcdruckt in eursus cam-
plstus lbsoIoZig.6 28 1. sowie sacruo seripturus 29 T. 4. karis.
Besonders durch den Kamps gegen den Protestantismus, aber auch durchdie eigens dafür gegründeten Orden und die Streitigkeiten innerhalb derkathvl. Kirche wurde ein sehr reges wissenschaftliches Leben befördert.
Die Dogmatik wurde vor Allem nach den durch die Protestanten her-vorgerufenen Angriffe auf das Dogma vielfach bearbeitet. Nur erfreutesich das speculative Element derselben bei weitem nicht der Ausbildung,wie früher ; war ja auch durch das Verfahren der s. g. Reformatoren vorAllem die historische Begründung nothwcndig. Der Jesuitenorden hatauch hier die reichsten Kräfte entwickelt; doch zeigten sich auch in andern Or-den erfreuliche Erscheinungen. Unter den Dominicanern Melchior CanuS.Er war wegen seiner ausgezeichneten literarischen Bildung von der Universi-tät Salamanca auf das Concil von Trient geschickt worden, und galtdort als eine der vorzüglichsten wissenschaftlichen Celebritätcn (f 1560).Unter seinen zahlreichen Schriften ragen besonders die --loci tlioologici, libh.Xll.» hervor, eine Einleitung in die Dogmatik, und enthalten über dieQuellen derselben, ihren Gebrauch sowie über die Anwendung der Philoso-phie in der Theologie die gediegensten Untersuchungen '). Unter den Jesui-ten ragt am meisten hervor Dionysius Petaviuö, der zu Orleans(1583) geboren, sich in seinem Orden zu dem umfassendsten Gelehrten aus-gebildet hat. Auf mehrern Gebieten der Wissenschaft arbeitete er so gründ-
1) Bach (s. 20 Jahr, in Südam.), die Jesuiten u. ihre Mission ChiquitoSin Südam. herausg. von Kricgh. Lpz. 843.
2st Frcib. Kirchcnlcx. s. v. Canus.