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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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3. Zeitraum, I. Periode, 4, Capitcl,

In Hindostan oder Indien wiEe der Pater Nobili (s. iggg)dadurch mit Erfolg, daß er mit Bewilligung des EB. von Cranganore alsSaniaö (büßender Bramme) anstrat, und den Umgang mit den Pariaszunächst vermied. Er erwarb sich so die Achtung und den Beifall der Bra-minen; 70 ans ihnen wurden Christen, und ihrem Beispiele folgte dannleicht das Volk, Dieses Accommodationssystem der Jesuiten veranlaßte aberlangwierige Streitigkeiten mit denFranziScanern über die malabarische»Gebräuche, worüber dem P, Gregor XV, eine unrichtige Darstellung zu-gekvmmen war (1023). In Japan (), wo Man schon über 200,000 Chri-sten zählte, 250 Kirchen, 13 Seminare und ein Jesuiten-Noviziat hatte,brach eine heftige Verfolgung aus (1587); die Jesuiten sollten sämmtlichdas Land verlassen, erhielten sich aber unter dem Schutze einiger Fürsten,Kaum war die Ruhe wieder hcrgcstellt, so reizte der uncrlcnchtetc Eifer derFranziSeancr von Neuem, und die Eifersucht der Holländer gegen die Por-tugiesen gab endlich dem Christcnthume in Japan den letzten Stoß. Diehierdurch herbeigeführte Verfolgung (s. 1590) hat den 'Boden von Japanreichlicher denn irgend ein anderes Land mitdem Blute der Christen getränkt ').Der Gedanke, das Christcnthum in China zu verkündigen, lebte indem Jesuitenorden fort. Die mit den Religiousansichtcn der Chinesen (s,S. 43 ff.) eng verbundenen hartnäckigen Vorurthcilc') und sonstige Schwie-rigkeiten wußten auch hier die Jesuiten mit erfinderischer Liebe zu überwinden,Sie studirten die Eigenthümlichkeiten der Chinesen, und zeigten sich als Ge-lehrte, Künstler, Mechaniker und Handwerker, um Allen Ällcs zu werden,Dadurch gelang es 3 Jesuiten, in China Eingang zu finden, von denen sichbesonders Math. Rieci (15821610) auszcichnete^). Er war ein ge-schickter Mechaniker und gewann darum Zugang am Hofe, selbst die Erlanb-niß, sich in Canto n und später zu Nanki n g niederzulafsen. Er erbauteeine Sternwarte, und benutzte das erworbene Ansehen dazu, die christlicheReligion zu verkündigen, wobei er auch einige Mandarinen bekehrte. SeinRuhm bahnte ihm den Weg nach Pecking (1600), wo ihn der KaiserinSchutz nahm, ihm sogar die Erbauung einer Kirche gestattete. Nach ruhm-voller Vollendung der irdischen Laufbahn (1610) erhielt er sogar ein öffent-liches feierliches Begräbniß. Unter seinen Nachfolgdru wirkte mit gleichemEifer Adam Schall") aus Cvln (s. 1022); er wurde Präsident einer. mathematischen Gesellschaft in Pecking , und man bewilligte ihm die Erbau-ung von Kirchen, Leider hinderte der seit l 645 zwischen Jesuiten und Do-minikanern ausgebrochcue Streit über die chinesischen Gebräuche,wovon unten K. 374. ausführlicher Rede sein wird, den glücklichen Fortgang

1) Oasse/, bist, 6o IVgline 6e ünpen, I'nr, 715 2 Vol. 4, dentscb. Ä»gol>.

738. B, cks 0/m-7eear'a', bist, eln (IrrleUan, ebius l>ii>n, 6» 10 m » 7lä,

3 3'. j,ar N. I», U, 6, 836, 2 D MnE»,', -mit,Mut, el.r, 3'. Il, 37li

sg. Vgl, Babi7e/«n l, e, 678,

2) 2'aiiner, soeivtus 3eeu usgn« arl suntzulin'u <4 vit->o stre-rusiouei» wildtaim. krnA. 675, deutsch übersetzt, Prag 683, 4 Thlc,

3) Stuhr, China's Ncichsrcl, Bert. 835, besonders Dien, ApologetikBd. II. u, G fror er, Urgeschichte Bd. I, S. 211 ff,

4) Werthetm Rteet, tu Pletz ne», thcol, Zcitschr, 833. H. 3.

5) ,be/m/7 rolutlo <I<> will«' e-t progirossu missit-'l»!«- 8<>e. tu roxnn 1 >«»-

Vieiili. 665, 672. deutsch mit Anm. v. Maiiöcgg, Wien 834, Wtttman»

Ld. II, S. 138 ff, Gcsch, der kathol, Mssioncn iiii Kaisern, China, Wie»845. 2 Bdc.